Montag, 15. Dezember 2025

Underconsumption

Temu, Shein, Aliexpress, Zalando, H&M, Zara, Sephora - obwohl wir real immer weniger Kaufkraft und Vermögen besitzen, scheinen viele von uns im kompletten Überkonsum gefangen zu sein. Wir werden permanent von Werbung torpediert - kauf dieses Teil, benutz dieses Gesichtsserum, reise dorthin. Wir tun es, all zu oft, und fühlen uns danach doch nicht besser.

Unser Schuhschrank quillt genauso über, wie unser Kleiderschrank. Wir haben zig Seren im Badezimmerschrank, benutzen aber doch immer nur dieselbe paar Produkte für unsere Pflege. Der Rest landet in irgendeiner Schublade und deprimiert und überfordert uns, wenn wir reinsehen. Wie kann man sich dem verwehren, was sind gute Strategien, um einfach normal zu konsumieren?

Lege es in den virtuellen Warenkorb und lass es mindestens 24 Stunden dort

Ich führe diese Methode als erste an, weil sie mir am meisten geholfen hat bisher. Sie trennt für mich den Spreu - Impulskauf - vom Weizen - dem Zeug, das ich wirklich möchte. Bei Zalando oder anderen eShops wird einem das oft besonders schwer gemacht, weil die oft künstlich kleine Lager angeben und mit der "Fear of missing out" hantieren: "Schnell, bestell jetzt, sonst ist es vielleicht weg." Manche senden einem dann sogar ein E-Mail ins Postfach. Sehr fies. Ich rate, trotzdem immer 24 Stunden zu warten und sich nicht zum Kauf drängen zu lassen.

Frag dich immer: Hab ich das nicht schon?

Die Antwort ist nämlich oft - ja. Ich hab das sogar schon mehrfach. Falls dir der Überblick über deinen "Bestand" fehlt, lies unbedingt den letzten Abschnitt durch. Gerade bei Kosmetika frage ich mich heute VOR jedem Impulskauf: Was benutze ich denn wirklich? Dann lass ich den Kauf sein. 

Nur wenn ein Produkt ALLE ist, wird es ersetzt. Ich kaufe keinen neuen Haarspray, solange ich noch einen habe. Ich kaufe keinen neuen Conditioner, solange ich noch welchen habe. Und definitiv brauche ich nicht noch mehr Parfums.

Nicht in offline Läden "bummeln" gehen

Offline, im Laden, funktioniert das natürlich nicht. Man kann nicht einen Korb füllen, ihn in eine Ecke des Ladens stellen, und morgen nochmal hingehen um sich zu entscheiden. Darum rate ich persönlich per se vom "Lädelen" ab, ausser, man hat sich sehr gut im Griff und kann "Window-Shopping" im eigentlich Sinne des Begriffes machen: Nur schauen. Falls man ehrlicherweise offline zu Impuls- und Schrott-Käufen neigt, sollte man es ganz lassen, oder erst nach Ladenschluss in die Städte gehen. Stattdessen sollte man...

Sich bessere Hobbies suchen

Ich hab etwas Mühe mit dem "Underconsumption Core", weil mich einerseits dünkt, dass diese Leute es übertreiben und andererseits sie sich zu stark auf das Thema "Nicht konsumieren" versteifen. Das Gehirn kann mit Negationen nicht gut umgehen. Wenn man dauernd an etwas denkt, negativ oder positiv, dann bleibt es als Thema weiterhin präsent.

Besser ist, man ersetzt das ganze Thema mit etwas anderem, das einem auch Befriedigung bringt und dabei vielleicht auch gesünder und nachhaltiger ist. Bei mir ist es das Gärtnern. Man kann viel Geld für Gartensachen ausgeben, bestimmt, aber man kann halt auch einfach den Fokus auf die Pflanzen setzen, und nicht auf den Topf / das Hochbeet / die Ausrüstung. Ich habe mich auf Kräuter spezialisiert, welche ich dann bei meiner anderen Beschäftigung, dem Kochen, verwenden kann.

Wie gehe ich mit dem Haufen Kram um, den ich schon habe?

Streng genommen ist der Haufen Kram, den du schon hast, ein Überbleibsel aus der Vergangenheit - BEVOR du aufgehört hast, sinnlos Zeug zu konsumieren. Positiv gesehen erlaubt dir der Berg an Kram, noch laaaaaaange aus deinem eigenen Fundus zu schöpfen.
"Underconsumption Core" Influencer empfehlen, sich einen Überblick über sein Hab und Gut zu schaffen. Anders als sie empfehle ich aber nicht, alles zu entsorgen / verkaufen / verschenken, was wir heute subjektiv als "überflüssig" empfinden, denn die Gefahr besteht meiner Meinung nach dann darin, dass man es bei nächster Gelegenheit wieder nachkauft, weil es einem irgendwie doch fehlt.

Einen aktuellen (!) Überblick über seinen Kram zu haben ist aber tatsächlich eins der besten Mittel gegen Überkonsum. Dagegen hilft, sich auf dem Handy Foto-Alben zu erstellen und Fotos der Teile darin zu speichern. Damit muss man nicht einmal vom Sofa aufstehen, um nachprüfen zu können, ob man ein Stück schon hat und ob es ggf. ersetzt werden muss. Beispiele:

  • Schuhe
    Problem: Ich hab so viele davon, dass sie in mehreren Reihen hintereinander in Schränken stehen. Oft "entdecke" ich ein Paar, das ich noch nie oder kaum je getragen habe, und bin völlig baff, weil ich es total vergessen hatte. Man kann Schuh-Foto-Alben auch nach Anlass oder Stil anlegen, um besser navigieren zu können.

  • Weihnachtsschmuck
    Packen wir naturgemäss nur 1x im Jahr aus und erst Monate nachdem die Läden anfangen, uns Lametta nachzuwerfen. Ich bin jedes Jahr wieder überrascht, was ich eigentlich alles an Weihnachtskugeln hab. Also entweder Baum früh schmücken oder Foto-Album erstellen.

  • Gym-Outfits und Sport-Equipment
    Traurig aber wahr: Viele Frauen tendieren dazu, sich immer mal wieder neue Gym-Teile oder Skijacken zu kaufen. Dazu Hanteln da, Massage Bälle dort, Blackroll da, Yoga-Matte dort, neue Flasche etc. Mach ein Foto von allem, probier es an, was nicht mehr sitzt, entsorgen, den Rest nutzen. Man kann auch mit einer normalen Daunenjacke Skifahren gehen. Haben wir früher auch gemacht und da waren wir noch mehr als ein Tag pro Saison auf der Piste.

  • Essensvorräte
    Weiss nicht, ob es nur mir so geht, aber ich habe viele Vorräte wie getrocknete Hülsenfrüchte, Reis, Konserven, Gewürze, Öle etc. die ich so gut wie nie benutze. Auch mein Tiefkühler ist recht voll. Hier hilft mir, bei der Essensplanung jeweils zumindest für ein Gericht etwas aus dem Vorrat einzuplanen und nur das Nötigste frisch dazu zu kaufen. Meine Tante plant sich die zu kochenden Mahlzeiten mit einer A4-Seite: Sie schreibt den Tag hin und was sie dann kochen wird. Simpel und so effizient!

  • Behälter, Pfannen, Koch-Utensilien
    "Eventuell brauche ich das irgendwann ja noch." Naja. Really? Also wenn etwas seit fünf Jahren ganz hinten im Schrank steht, oder ganz oben, und nie benutzt wurde, dann kannst du es vermutlich getrost weggeben. Vasen, spezielle Pasta-Teller, 12 Serviettenringe für "wenn Gäste da sind" (wann?), Schnapsgläser, Trüffel-Hobel, Chinoise-Besteck - Gib's einfach weg. Zur Not kannst du's dann sonst sicher auch ausleihen.

  • Schmuck
    Meiner Erfahrung nach lohnt es sich, Schmuck als Teil der "Capsule Wardrobe" mit einzubeziehen. Es sei denn natürlich, man trägt sowieso immer nur dieselben paar Teile. Wenn du Schmuck und Accessoires bewusst als Teil deines Outfits einsetzt, dann solltest du dafür sorgen, dass du die Teile entweder siehst - z.B. Schals an einer Stange hervorziehen kannst - oder auf deinem Handy fixfertige Looks inklusive Accessoires gespeichert hast. Schmuck der dir nichts mehr sagt (oder noch nie gefallen hat) gibst du weg.

  • Putzzeug
    Weiss nicht, ob's nur mir so geht, aber ich hab viele Mittelchen für alles mögliche, die ich nicht wirklich nutze. Liegt vielleicht auch daran, dass ich nicht selber putze, sondern eine Putzhilfe dafür hab. Die kann kein Deutsch, daher weiss sie bei vielem nicht, wofür es da ist. So oder so: Wenn du Putzmittel hast, die seit Jahren niemand mehr benutzt hat (z.B. Teppichschaum, dabei hast du gar keinen Teppich mehr) - entsorg's.

  • Bücher
    Neben Klamotten- und Schuh-Kaufsucht hab ich hier das grösste Problem. So schnell ist ein neues Buch zu einem interessanten Thema im Haus, lesen tu ich es aber nicht. Da hilft auch kein eBook. Mein Tipp: Bevor du ein neues Buch kaufen darfst, lies erst eines, das du schon hast, oder entsorge es. Man muss Bücher auch nicht buchstäblich durchlesen. Es fühlt sich auch ok an, es zu überfliegen, besonders wenn es nicht so spannend ist, wie man gedacht hat.

Viel Erfolg beim bewussten Leben! :)











Dating 2026: 5 Tipps für solche, die es noch wagen

Für Frauen geht der Trend heute klar in die Richtung "4B". Die Vogue hat jüngst einen Artikel publiziert, der es als uncool darstellte, wenn frau heutzutage überhaupt noch einen "Boyfriend" hat. Wann lohnt sich eine heterogene Beziehung für eine Frau überhaupt noch heutzutage? Meiner Meinung nach lohnt sich das höchstens, wenn wir Frauen von Beginn weg vermeiden, ausgenutzt zu werden, und leider bedeutet das bei den meisten Männern konsequente, kontinuierliche Abgrenzung. Wie funktioniert's? Meine fünf Tipps.

1.) Getrennte Haushalte pflegen.

Viele Männer sind Muttersöhnchens, die nie ein Interesse dafür entwickelt haben, ihren Haushalt selbst richtig zu führen. Stattdessen möchten sie am liebsten sofort mit einer Freundin zusammen ziehen, um dann ihr die Rolle der Ersatzmutter zu "geben". Daher: Nein. Wir ziehen nicht zusammen, sondern besuchen uns gegenseitig. Wir ziehen auch nicht "heimlich" oder "halb" beim andern ein, indem wir Zeug dort lagern oder gar die Wäsche da lassen zum waschen. Just not. Wir kümmern uns übrigens auch nicht plötzlich um seine Termine oder Garderobe. Hat er vorher selber gekonnt, kann er auch in Zukunft selber.

2.) Deins ist deins und meins ist meins.

Männern ist es heute ja so wichtig, 50-50 zu gehen, sei es bei der Restaurantrechnung oder bei Reisen. Da sie oft nur einen Bruchteil des Aufwands für ihre Erscheinung haben, wie Frauen, würde ich durchsetzen, dass er das irgendwo kompensiert, z.B. eben gerade bei auswärts essen, Blumen für mich, Geschenken, Weekend-Trips. Wichtig ist so oder so, dass man nicht nur getrennte Haushalte behält, um männlich-parasitären Tendenzen vorzubeugen, sondern auch jeder sein eigenes Auto, seinen eigenen Job und seinen eigenen Freundeskreis weiter behält. Ich würde empfehlen, nicht zu stark zu "mischen", sonst wird's mühsam, spätestens bei der Trennung.

Das gilt übrigens insbesondere auch für eure Familien. Er soll die Geschenke für seine Eltern selbst besorgen, ebenso du für deine.

3.) Freiheiten lassen, Eigenständigkeit respektieren

Männer haben erfahrungsgemäss leider oft die Tendenz, die Freiheiten ihrer Partnerinnen einzuschränken, auch wenn es auf den ersten Blick gar nicht so aussieht: MUSS sie weiterhin am Wochenende ins Gym? Ja. Wenn sie das die letzten Jahre vor dir so gehandhabt hat, dann darf und soll sie das auch weiterhin. MUSS sie ihr anderes Hobby pflegen, obwohl es "so viel Zeit" in Anspruch nimmt? MUSS denn diese teure Weiterbildung sein? Wenn ein Typ anfängt, an den Bereichen deines Lebens herumzunörgeln, die dir wichtig sind, renn lieber gleich, denn dann wird er dich kleiner machen, nicht grösser.

4.) Den Nutzen der Beziehung fördern und einfordern

Eine Beziehung ist da, um sich gegenseitig das Leben zu verschönern und zu erleichtern. GEGENSEITIG. Darum regelmässig prüfen: Hilft man sich gegenseitig in Bereichen, wo man sonst alleine werkeln müsste? Lernt ihr voneinander? Verstärkt ihr gegenseitig gute Gewohnheiten, statt schlechte einzuführen? Ist der Nutzen ausgeglichen oder ist es meistens / immer nur eine, die dem andern hift? Wenn es kippt, müssen sofort Gegenmassnahmen getroffen werden, denn je länger ein Zustand anhält, desto schwieriger wird es, ihn zu ändern. Die Folge ist oft Groll, der die Beziehung zu einer Belastung macht, bis sie schlussendlich (viel zu spät) doch endet. Im Zweifelsfall ist es völlig in Ordnung, einmal für ein paar Monate eine Beziehungspause einzulegen, um sich selber wieder zu finden und die Situation zu reevaluieren. Danach kann man zusammen besprechen, unter welchen Voraussetzungen und mit welchen Regeln man es ggf. nochmal probieren möchte. Auch hier hilft es ENORM, wenn man getrennte Haushalte behalten hat! No Drama, just a Break!

5.) Frag dich ab und zu: Wäre er vielleicht ein besserer Freund als mein Partner?

Viele Beziehungen werden über die Zeit langweilige Zweckgemeinschaften, die nicht viel bringen. Wohnt man nicht zusammen, hinterfragt man den Aufwand, den man hat, um die Beziehung aktiv zu pflegen, noch eher einmal, als wenn man zusammen wohnt. Eine Beziehung muss sich nicht nur bequem anfühlen, sondern wirklich gut. Sicher. Geborgen. Unterstützend. Man muss mit dem Partner über die Dinge reden können, die einen beschäftigen. Meiner Meinung nach lohnt es sich, ab und zu zu prüfen, ob man mit einem "besten Freund" nicht besser bedient wäre, als mit derselben Person als "Partner". Think about it.




Donnerstag, 24. Oktober 2024

Plastik im Alltag reduzieren - wie ich es angehe

Plastik ist schlecht für die Umwelt. In der Gastronomie und im Detailhandel merkt man teilweise, dass Plastik reduziert wird, etwa gibt es keine Plastikstrohhalme mehr. Die heutigen sind aus Papier, Holz, Glas oder Metall. Lebensmittel werden aber nach wie vor überwiegend in Plastik verpackt, allem voran die Getränke. 



Wie kann man selbst dazu beitragen, dass weniger Plastik verbraucht wird? Ich hab hier einige Ansätze, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen.

PET Sammeln

No-Brainer, aber ich kenne leider immer noch Leute, die PET nicht recyceln. Lasst uns das als Standard sehen. PET gehört nicht in den Hausmüll.

Getränke im Glas kaufen oder (gefiltertes) Hahnenwasser trinken

Ich war nie Fan von Getränken die ich in Petflaschen ins Haus schleppen muss. Einige Jahre trank ich Eptinger aus Glasflaschen, das Handling wurde mir dann aber - sorry, bin ehrlich - irgendwann zu mühsam. Ausserdem fehlte mir die Zeit für die Fahrt zum Händler. Also kaufte ich einen Britta Wasserfilter und einen Arke Sprudler und machte mir mein Trinkwasser selbst. Spart sehr viel Plastik.

Früchte und Gemüse lose kaufen

Anstatt Obst und Gemüse in diesen kleinen Plastikbeuteln zu wiegen lege ich sie einfach direkt von der Waage in meine Einkaufstüte. Da ich ohnehin nicht an die Kasse gehe, wo alles nochmal das eklige Kassenband berühren würde, sondern Self-Scanning via App mache, kommt es wirklich aufs Selbe raus.

Glasschalen statt Tupperware verwenden

Ich setze schon lange auf Glas-Vorratsdosen. Ich finde sie einfach schöner, leichter zu reinigen und ja, Glas nimmt weder Geruch noch Farbe der Lebensmittel auf. Reste sieht man dann auch direkt und besser, was es wahrscheinlicher macht, sie auch zu verwenden.

Im Restaurant essen statt Take-Away machen

Kommt leider immer drauf an, ob man Zeit hat oder nicht. Ich schäme mich immer dafür, wenn ich weiss nicht wie viele Plastikeimerchen kriege vom Asiaten, die ich dann wegwerfe. Nach nur einer Mahlzeit. Stattdessen sollte man vielleicht einfach mal dort essen, mit normalem Geschirr, normalem Besteck und - vielleicht - einer Stoffserviette.

Seifen und Fest-Shampoos statt Flüssiges

Ich bin dieses Jahr auch zu Fest-Shampoos und Seifen übergegangen. Diese hinterlassen zwar mehr Dreck (Seifenreste) in der Dusche, aber - zero Plastik. Empfehlen kann ich aktuell die Festshampoos von L'Occitane und die Körperseife von "Le Petit Olivier".

Ich brauche aber auch noch bestehende Produkte auf, wegschmeissen wäre ultra verschwendung.

Kosmetik im Glas, Nachfüllpackungen

Es gibt Kosmetik im Glas. Ebenso Crèmes. Bei manchem gibt es Nachfüll-Artikel. Ich versuche, das vermehrt zu verwenden, aber die Kosmetikbranche hat es aktuell noch nicht so mit Nachhaltigkeit. Schade.

Weniger Mode, dafür natürliche Materialien

Was hat Mode mit Plastik sparen zu tun? Tja, je nachdem viel. Wenn du vorwiegen Acryl, Acetat, Polyester etc. trägst, dann ist das alles - ja - Plastik. Diese Kleidungsstücke werden auch nicht schlau recycelt sondern landen meistens in so genannten "Landfills" in Drittweltländern oder im Meer. Es gibt viele Artikel im Netz, wie man gerade bei der Mode etwas nachhaltiger werden kann. Das Beste ist aber: Generell weniger kaufen, Dinge reparieren und allgemein auf natürliche Materialien setzen.

Wenn wir überall ein wenig Plastik sparen, macht es bereits einen grossen Unterschied.

That's it. Alles Gute und bis zum nächsten Beitrag!






Donnerstag, 8. August 2024

Life Hacks fürs Homeoffice / Hybrid-Arbeiten

Nach der Pandemie mussten (und müssen) viele für die Beibehaltung von Homeoffice-"Privilegien" kämpfen. Ob es nun sinnvoll oder fair ist, wer wie viel von zuhause aus arbeiten kann, sei dahingestellt. Klar ist, dass die, die es können, sich sehr schnell an die Vorteile gewöhnen. Es gibt allerdings auch einige Stolperfallen beim hybriden Arbeiten. Hier ein paar Hacks, wie das Homeoffice zum Erfolgsfaktor wird.



Funktionaler Arbeitsplatz

Vielleicht ein "no-Brainer", aber offenbar scheitern manche schon daran, sich zuhause einen brauchbaren Arbeitsplatz zu schaffen. Diejenigen, die trotz HO-Erlaubnis trotzdem meistens ins Büro pendeln, sind denn auch meist jene, die daheim keinen richtigen Arbeitsplatz haben. Was braucht's? Einen ruhigen Schreibtisch in einer Ecke, am besten ein Stehpult, einen ergonomischen Stuhl, einen grossen Bildschirm (eventuell mit externer Kamera), genug Licht und vor allem Ruhe.

Mouse Jiggler

In den meisten Firmen, die ich kenne, gehen die Laptops nach wenigen Minuten des Inaktivseins in den Ruhemodus oder schalten sich nach einer halben Stunde komplett aus. Dies kann auch nicht übersteuert werden. Oft verwenden Konzerne auch Überwachungssysteme, um die Aktivität von Angestellten zu tracken. Um dem zu entgehen, empfehle ich Mouse-Jigglers (erhältlich auf Amazon oder Temu). Sie simulieren Aktivität, wenn da keine ist, und dein Status ist immer "grün". Das gibt dir ein bisschen Frieden zurück, den sie dir zuvor genommen haben, und reduziert den gefühlten Druck, immer vor dem Bildschirm oder in Calls sitzen zu müssen, um sein Gehalt wert zu sein.

Ungestörtsein


Auch das an sich eine Selbstverständlichkeit, aber daran kann die Freude im Homeoffice schnell zugrunde gehen. Wenn man dauernd von Baulärm, Mitbewohnenden, Haustieren oder auch schlechtem Raumklima (Stichwort Dachwohnung im Sommer) gestört wird, geht man tatsächlich schnell lieber ins klimatisierte Büro, auch wenn man dafür eine Stunde pro Weg pendeln muss. Macht natürlich keinen Sinn, denn damit verlöre man zehn Stunden Lebenszeit pro Woche, unbezahlt, nur weil man zu bequem ist, seine privaten Umstände zu optimieren.

Auch bei einem angespannten Wohnungsmarkt sollte man sich die Mühe nehmen, und eine bessere Bleibe suchen, wenn man feststellt, dass man dem "Zuhause" aus dem Weg geht. Das Zuhause muss immer der Ort sein, an dem man am liebsten Zeit verbringt, ob arbeitend oder nicht. Bei der Wohnungssuche sollte man dann unbedingt Lärmquellen beachten, die man bei einem kurzen Besichtigungstermin vielleicht nicht bewusst wahrnimmt, wie z.B. Fluglärm zu Randzeiten (Südanflüge Zürich), stark befahrene Strassen zu Stosszeiten, Nachbarn oder Kirchenglocken. Dazu muss man nur ein bisschen mehr Zeit vor Ort verbringen, ohne den Makler, und genau hinhören.

Routine

Wenn man hybrid arbeitet, ist es empfehlenswert, jede Woche an denselben Tagen vor Ort zu sein respektive zuhause zu arbeiten. Die Kolleginnen und Kollegen können sich dann besser darauf einstellen und es entfällt auch eine gute Portion Planungsaufwand. Sinnvoll ist es auch, die Tage vor Ort mit anderen Leuten zu koordinieren und vielleicht auch kurz zu erklären, wieso man wann lieber daheim arbeitet. Schlechte Gründe sind "am Freitag will ich den Rasen mähen", besser ist ein Mittags-Workout im Wald, Kind von der Schule abholen oder übermässiger Pendelverkehr an gewissen Tagen. Ein "Office Day" macht Sinn, wo alle fix ins Büro kommen und sich sehen. (Mehr als einen braucht es allerdings nicht für den Teamzusammenhalt.)

Arbeitsplanung

Unpopuläre Meinung: Im Homeoffice sollte man versuchen, keinesfalls mehr zu arbeiten, als man dies im Büro tun würde. Dazu tendieren viele von uns, weil wir - vor allem die Boomers und Millenials - ein schlechtes Gewissen haben, wenn wir daheim bleiben. Darum schlage ich vor, sich für jeden Tag der Woche, ob im Büro oder daheim, Arbeitsziele zu setzen. Hat man sie erreicht, kann man Schluss machen "für heute". Klar kann man auch einfach die Soll-Arbeitszeit durcharbeiten, aber das macht ja bereits im Büro wenig Sinn, da man an manchen Tagen halt einfach weniger zu tun hat, als an andern.

Der grösste Vorteil des HO ist, dass man den Arbeitsplatz verlassen kann, wenn man fertig ist, ohne dass einen jemand schräg anschaut oder die Nase rümpft. Es war und ist völlig in Ordnung, Arzttermine wahrzunehmen, zur Reinigung zu fahren oder einkaufen zu gehen, solange man sein Arbeitssoll erreicht. Arbeitgeber profitieren dadurch langfristig von gesünderen Mitarbeitenden, die auch weniger Stress haben, Arbeit und Privatleben unter einen Hut zu bringen.

Repräsentieren, wenn man im Office ist

Je weniger man persönlich vor Ort ist, desto wichtiger ist der Eindruck, den man hinterlässt, wenn man da ist. Ich persönlich habe kein Verständnis für Kolleg:innen, die ungepflegt und mit sichtbar schon länger getragenen Klamotten ins Büro kommen. Es gibt einen Ort für lazy attire - daheim - und es gibt einen Ort, wo man proper erscheint: im Büro. Wenn jemand in denselben versifften Klamotten ins Büro kommt, wie er / sie zuhause herumläuft, dann empfinde ich das als Faulheit und mangelnden Respekt. Es gibt gute, bequeme, schicke, günstige und pflegeleichte Outfits fürs Büro, die auch nach langem Sitzen noch angenehm sind. Man kleidet sich immer noch für die Stelle, die man möchte, nicht die, die man hat.

In diesem Sinne viel Freude beim "New Work" und pass auf dich auf.



Donnerstag, 17. Februar 2022

Online Dating Tipps

In zwei Jahren Pandemie haben vermutlich restlos alle Singles irgendwann einmal irgendein online Dating Angebot ausprobiert. Gerade für Jüngere dürfte die Lebens- und Liebeslust grösser gewesen sein, als die Angst vor einer Ansteckung mit Corona. Man konnte beobachten, dass während der Pandemie mehr Menschen (auch kostenpflichtige) Datingportale genutzt haben. Heute schreibe ich über gängige Fehlannahmen und gebe Tipps aus erster Hand fürs erfolgreiche online Dating.

Fehlannahmen

"Ich will mein Gesicht nicht offen zeigen. Was, wenn mein Chef / Ex-Freund / Arbeitskollege mich per Zufall sieht?" - Die Angst ist verständlich, aber ganz ehrlich: Komm drüber weg. Sie wären in diesem Falle ja auch dort und sie kratzt es null. Beschränke deinen Wirkungskreis nicht auf Basis von veralteten Wertvorstellungen. Dein Foto ist beim online Dating Erfolgsfaktor Nr 1. Umgekehrt möchtest du das Gesicht des Gegenübers auch lieber früher als später sehen, um Zeit zu sparen, falls es dir nicht gefällt.

"Was, wenn ein Arbeitskollege / Gym-Bekanntschaft mich anschreibt und ich nicht interessiert bin?" Die Antwort: "Lieber XY, vielen Dank für deine Nachricht, ich habe gerade jemanden kennengelernt und es scheint zu passen. Alles Gute." Damit bist du fein raus und schaffst keine allzu negativen Gefühle seinerseits. Meistens kommt ein "Viel Glück" zurück. Stell sicher, dass er deine online Aktivitäten danach aber nicht mehr sehen kann ("verabschieden"-Funktion).

"Ich muss Fotos von mir nachbearbeiten, um mithalten zu können. Am besten mache ich ein professionelles Shooting." Auf keinen Fall. Fotos sollten gut sein, aber die Realität widerspiegeln. Siehst du auf Fotos besser aus, als in echt, wist du zwar mehr Matches haben, aber diese Männer werden beim ersten Date zu recht enttäuscht sein und sich verarscht fühlen. Beachte die Foto-Tipps unten.

"Ich hab ein Kind und bin über 40, mich matcht eh niemand." Falsch. Es sind aber sicherlich nicht mehr so viele, wie wenn du 25 und ohne Altlasten wärst. Aber es gibt da draussen viele Single-Eltern über 40. Lies meine "Erwartungshaltungs-Tipps".

Profilfoto Tipps

Das Foto entscheidet beim online Dating, ob dir jemand schreibt oder nicht. Wie im "echten Leben", wo wir uns auf einer Feier, in einer Bar oder auf einem Festival treffen: Der erste Eindruck zählt. Im Prinzip kannst du nicht genug Mühe und Zeit in deine Fotos investieren, aber:

  • Halte dich bei Nachbearbeitungen zurück. Am besten vermeidest du sie ganz, vor allem Filter, die die Haut schöner aussehen lassen, als sie in Wirklichkeit ist. Diese Filter sind viel zu stark (z.B. Snapchat) und lassen einen viele Jahre jünger aussehen. Tu's nicht. Wenn schon mach chemische Peelings oder Botox gegen Falten, das ist ehrlicher.
  • Aktuelle Fotos verwenden, also maximal 1 Jahr alt besser ein halbes. Wenn du seither zu- oder abgenommen hast, sei fair und mach eine neues. Du willst so geliebt werden, wie du heute aussiehst, nicht darauf angesprochen werden, was "passiert ist". ;-)
  • Mindestens ein Portrait-Foto (Gesicht) ohne Sonnenbrille. 
  • Mindestens ein Ganzkörperfoto (nicht im Ski-Anzug, sie wollen deine Figur sehen).
  • Nimm kein Foto, das du auf öffentlichen Profilen wie LinkedIn verwendest, sonst können Leute eine Google Bildsuche danach durchführen und kennen deine Identität, bevor du sie ihnen preisgeben wolltest.
  • Sei ehrlich: Wenn du normalerweise immer Brille trägst, zeig dich auch auf jedem Foto mit Brille. Es macht einen Unterschied.
  • Zeig dich auch bei einem Hobby, z.B. Städtereisen, und vielleicht mit ein paar Freunden. Damit wirkst du sozial integriert und gesund (natürlich nur, wenn du es auch bist). Wenn dein Hobby Whisky und Poker ist, steh dazu.

Erwartungshaltungs-Tipps

Folgende Tipps stammen mehrheitlich aus meiner eigenen negativen Dating-Erfahrung (mit Männern). Allerdings musste ich irgendwann selbstkritisch erkennen, dass auch ich Erwartungshaltungen hatte, die möglicherweise etwas unrealistisch waren. Darum von Herzen:

  • Erwarte von deinem Date nichts, was du nicht selber bietest. Zum Beispiel: Wenn du noch bei deinem Ex wohnst, verurteile das Date nicht dafür, wenn er auch noch bei seiner Ex wohnt. Oder: Er jammert / flucht noch viel über seine Ex, du tust es womöglich auch.
     
  • Wenn du schon Kinder hast, schränk deine Suche nicht auf kinderlose Menschen ein. Beides kann Vor- und Nachteile haben. Bei Kinderlosen fehlt vielleicht die Erfahrung, das Interesse oder die Geduld für deinen Nachwuchs, bei Single-Eltern wird die/der Ex dafür oft Konflikte mit der Ex mit sich bringen, ebenso musst du mit seinen Kindern auskommen.
     
  • Sei selbstkritisch. Wenn du pummelig bist, erwarte nicht, dass durchtrainierte Athleten dich daten möchten. Wenn dir das mega wichtig ist, ändere erst dich selbst, sonst läufst du nur in Enttäuschungen. Ähnlich beim Job: Wenn du nicht auf eigenen Füssen stehst, erwarte nicht, dass es dein Gegenüber tut oder gar dein Leben für dich "richtet". Das ist unfair und führt bald zu Spannungen.

Welches Dating-Portal soll ich nehmen?

Es kommt drauf an. Zum einen hängen deine Dating-Erfolgschancen direkt von deinem Alter, deinen Altlasten und deiner Attraktivität ab. Allerdings kannst du mit zunehmendem Alter auch mit höherem Einkommen, einem selbstsicheren Auftreten, einem elaborierten Stil oder gutem Sex punkten. ;-) Das beeindruckt erfahrungsgemäss gerade jüngere Männer. Aber das ist alles relativ. Zum andern finde ich halt trotz allem, musst du erst für dich klären, was dir wichtig ist. Ich persönlich hab lange Zeit unsystematisches online Dating betrieben und erst mit der Zeit gemerkt, dass manches für mich in meinem Alter einfach nicht mehr akzeptabel ist.

So hab ich z.B. via Bumble, die seriösere Variante von Tinder, die mehr Filtermöglichkeiten bietet, viele nette Typen getroffen, die aber alle so ziemlich gar kein Geld hatten. Das war irgendwann wirklich auffällig. Dann wurde mir klar, warum das so war: Wenn die Plattform kostenlos ist, zieht sie Mittellose an. Und umgekehrt.

Wenn es dir jetzt gleich ist, ob sich dein nächster Partner regelmässig ein Essen im Restaurant oder Ferien am Meer leisten kann, oder nicht, dann okay. Falls du aber einen schönen Lebensstandard schätzt und ihn nicht für ihn mitfinanzieren müssen möchtest, dann geh nicht auf kostenlose Portale / Apps wie Bumble oder Tinder. Oder wenn du dort drauf gehst, dann frag früh ab, was der Mensch arbeitet und wie seine Situation aussieht (zahlt er Alimente? ist er gar alleinerziehend? befindet er sich in einem teuren Rechtsstreit? etc.)

Parship finde ich persönlich ein gutes Portal für unter 35jährige, kinderlose - sie zeigen ja auch nur solche in ihren TV Spots. Vielleicht fällt die Guillotine sogar schon unter 30, denn ich war in all meinen bisherigen Lebensabschnitten auf Parship und ich hab ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Ab 40 interessiert sich dort kaum mehr einer für dich. Selbst die neue Funktion, die Profilfotos klar zu zeigen, hilft einer Mutter über 40 nichts, weil sie anhand ihrer Profilangaben rausgefiltert wird. 

Bei Bumble kann man sein Alter verbergen und muss nicht angeben, ob man Kinder hat, oder nicht (würde ich dann zwar im Text). Die kostenlose Bumble-Variante bietet nur zwei Filtermöglichkeiten an und viele Männer leisten sich nicht mehr. So matcht frau denn auch mal mit deutlich jüngeren Männern, wenn sie möchte. ;-)

Auf Elitepartner tummeln sich hingegen meines Wissens auch etwas reifere Personen. Oder nur. Sie wissen, oder denken, dass sie auf Tinder und Bumble wenig Chancen hätten (oder empfinden es als unter ihrer Würde). Dieses Portal vermarktet sich als jenes mit den "gut situierten" - hier darf davon ausgegangen werden, dass die Mitglieder gute Einkommen haben. Ich hab mich dort nie registriert, weil es mir zuwider ist, mich als "Elite" zu bezeichnen. Aber abgesehen davon - why not?

C-Date. Zum Schluss möchte ich noch etwas über dieses verruchte casual dating Portal sagen. Viele Frauen haben Mühe damit, sich "objektifizieren" zu lassen. Sie mögen die Idee von Leidenschaft ohne Liebe nicht. I get it. Aber nehmen wir mal an - und das ist meistens so - deine Datingbemühungen auf den "seriöseren" Portalen und Apps zieht sich in die Länge. Say, viele Monate. Was spricht dagegen, nebenbei mal auf c-date vorbeizuschauen und sich den einen oder andern hübschen Mann für schöne Stunden zu holen? Objektifiziere doch einfach auch? Zur Abwechslung. 

Du würdest dich übrigens wundern, wie oft solche Bettgeschichten in Beziehungen enden. (Ich selber bin von fast jedem Typen, den ich da drüber traf, mehr oder weniger direkt gefragt worden, ob ich nicht "mehr" wolle.) Wenn es im Bett passt, dann passt nämlich schon sehr viel. Klar, wenn man ansonsten sehr unterschiedlich tickt, kann es sein, dass die Beziehung nach der Verliebtheitsphase endet, aber das muss nicht sein.

Es kommt ebenso oft vor, dass eine Beziehung, die auf rational gesehen idealen Voraussetzungen baisert (eben Parship Filter und Persönlichkeitstests), aufgrund von - ja - fehlender Leidenschaft und Liebe wieder endet. Oder man bleibt in einer erkalteten Beziehung. Das sind dann in meinen Augen die langweiligsten, bemitleidenswertesten Pärchen. Die, die offenkundig keinen Sex mehr haben und in den Ferien im Restaurant anschweigen.

Schade um die Lebenszeit, oder? Auf c-date darfst du hingegen auch volle Kanne wählerisch sein. Gibt es etwas, das du im Bett schon lange ausprobieren wolltest? Frag, ob er das macht. Nein? Nächster. ;-) Have fun! You only live once.


Montag, 2. August 2021

Zeit sparen mit Crockpot & Tiefkühler

In meinem Post "Zeitoptimierung - weniger Stress, mehr Musse" hab ich den Schongarer aka Crockpot schon erwähnt. Wie kann man damit konkret Zeit sparen und die Lebensqualität erhöhen?

Was ist ein CrockPot?



Ein "Langsamgarer" ist ein Kochtopf zur langsamen Erhitzung von Lebensmitteln bei Temperaturen unter dem Siedepunkt über drei bis zwölf Stunden. Crockpot ist eine bekannte Gerätemarke aus den USA, die bereist seit 1971 existiert - ein Original Crockpot kostet ungefähr CHF 130.- (gibt es aber auch günstiger, siehe Deutschland oder kauf am Black Friday). Schongarer erlauben es, Speisen in Abwesenheit kochen zu lassen, etwa während man arbeitet oder schläft.

Vorteile des Crockpot

  • Niedrigerer Energieverbrauch im Vergleich zu Herd oder Ofen
  • Kochen in Abwesenheit = Zeitoptimierung
  • Grössere Mengen (6.5l Fassungsvermögen)*
  • Zeitschaltuhr*
  • Warmhaltefunktion
  • Anbraten in der Form*
  • Form für Ofen verwendbar für Überbacken*
*(nicht alle Modelle)

Nachteile des Crockpot

  • Verlust von Vitaminen durch langes Garen (Tipps unten)
  • Nicht geeignet für langes Garen mit Milchprodukten (Tipps unten)
  • Nicht geeignet für Fisch

Tipps zum Einsatz

Vitamine

Wie auch beim Dampfkochtopf oder bei Aufläufen vernichtet auch beim Crockpot die Hitze die Vitamine. Ich empfehle daher, Gemüse und Salat separat zu servieren (roh wäre eh am besten) oder dann 30 bis 45 Minuten vor Ende der Garzeit in den Crockpot zu geben. Wenn man den ganzen Tag ausser Haus war und der Crockpot schon auf "Warmhalten" umgestellt hat, kann man letzteres aber vergessen.

Milchprodukte

Flocken aus. Wenn man ein Curry macht, das Yoghurt enthält, sollte man es erst ganz am Ende untermischen (oder ganz durch Kokosmilch und Bouillon ersetzen). Will man eine Lasagne z.B. noch mit Mozarella und Reibkäse überbacken, tut man das ebenfalls zum Schluss, indem man den Ofengrill benutzt. Milchreis geht angeblich auch, einfach nicht in der "LOW" Einstellung, sondern "HIGH".

Fisch

Ich weiss nicht, wer auf die Idee käme, Fisch mit dem Schongarer zu kochen. Fisch gehört in den Dampf, in die Bratpfanne oder in einen Sud. End of story. Wer ein Fisch-Curry im Crockpot vorbereiten möchte, kann den Fisch aber auch fünf Minuten vor Ende der Garzeit (roh!) untermischen und kurz durchziehen lassen.


In Kombination mit dem Tiefkühler

Meiner Meinung nach sollte sich zumindest eine Kleinfamilie neben dem Crockpot auch einen anständig grossen Tiefkühler zulegen. Nehmen wir einmal an, es wohnen drei Personen im Haushalt. Ein 6.5l Krochpot ergibt 6-8 Portionen. Streckt man das noch mit Beilagen (Gemüse, Reis, Teigwaren, Brot), hat man ggf. 10-12 Portionen. Reicht also gut für vier Mahlzeiten.

Meine Tipps zum Zeit und Geld sparen mit dem Crockpot & Tiefkühler:


  1. Günstiges Fleisch kaufen. Aber bitte trotzdem Bio. Mit der langen Garzeit werden auch die weniger attraktiven Fleisch-Stücke zart wie Schulter, Haxe, Ochsenschwanz, Rinderbrust, Rinderhals (best!), Rindsvoressen, Rindsragout, Kaninchen, Pferd, Wildschwein, Hirsch, Reh etc.

  2. Fleisch in Aktion kaufen und einfrieren (wenn es noch nie eingefroren wurde) oder gleich kochen und portionenweise einfrieren.

  3. Überschüssiges Gemüse und Fleisch einkochen und portionenweise einfrieren (Suppen, Gulasch, Bouillon...) statt wegwerfen. Noch besser: Gemüse immer tiefgefroren kaufen oder direkt aus dem (eigenen) Garten in den Tiefkühler legen. Konserviert die Vitamine und verringert Food-Waste.

  4. Überschüssiges Obst in Curries verarbeiten (und einfrieren). Passt meistens wunderbar.

Die besten Rezepte für den Crockpot

Es gibt unzählige Blogs (v.a. englisch-sprachige) mit Rezepten, die man ausprobieren kann. Oft werden übrigens trotzdem auch Milchprodukte verwendet. Hier sind ein paar Links mit tollen Rezepten:


https://www.laurengreutman.com/dump-recipes/
https://www.laurengreutman.com/15-things-i-learned-by-using-my-crockpot-for-100-days-straight/
https://www.laurengreutman.com/slow-cooker-hacks/
https://www.laurengreutman.com/frugal-pasta-sauce-recipe-using-hunts-crushed-tomatoes/






Sonntag, 1. August 2021

Kosten und Abzocke vermeiden: Meide Klarna

Die Schweiz als Land der vermeintlichen Gutverdiener ist auch das Land der überhöhten Preise und der Firmen, die die Konsumenten systematisch abzocken. Um unnötige Kosten und Abzocke zu vermeiden, habe ich bereits folgende Blog-Beiträge verfasst und sie haben immer noch ihre Gültigkeit:

Heute möchte ich auf (leider) weit verbreitete, in der Schweiz nach wie vor legale Abzocke-Systeme und Firmen eingehen, die man als Konsument:in am besten ganz meidet oder dann wenigstens mit der nötigen Vor- und Umsicht behandelt.

Inkassofirmen Klarna und Byjuno- Geschäftsmodell Mahngebühren

Klarna kennt man in der Schweiz erst seit 2021, Buyjuno schon seit ca. 2018. Beide haben ein sehr fragwürdiges Geschäftsmodell, nämlich, dem online Händler das Risiko aus der Rechnungszahlung abzunehmen (namentlich Delkredere und Debitorenverluste) und es dem Konsumenten so mühsam wie möglich zu gestalten, eine Rechnung zu bezahlen. Wie machen sie das? 

Problem 1:
Zunächst einmal erhält man keine Papier-Rechnung per Post, schon gar keinen Einzahlungsschein, sondern nur ein langes, umständlich formuliertes E-Mail mit Zahlungsanweisungen. Schafft man es nicht, diese Rechnung exakt so und exakt innerhalb der vorgegebenen Frist zu bezahlen, hagelt es Mahnungen und natürlich Mahngebühren, denn davon leben Klarna und Byjuno hauptsächlich. Man kann sich teilweise einen Papier-Einzahlungsschein bestellen, der kostet (bei Klarna) aber über CHF 2.50!! Kundenfreundlich wäre anders, etwa, wenn man den Einzahlungsschein elektronisch abbilden würde, dann könnte man ihn ganz einfach mit der eBanking App am Bildschirm scannen. Aber nein, damit könnte man die Kunden ja nicht verarschen und damit verdient man kein Geld!

Problem 2:
Das andere Problem mit diesen Anbietern ist, dass man als Konsument die Rechnung bereits erhält, BEVOR die Ware des Shops eingetroffen ist. Die Zahlfrist läuft also ab dem Bestelldatum und nicht, wie eigentlich üblich, ab Zustelldatum der Ware. Wird die Ware überhaupt nicht oder beschädigt geliefert, hat man als Konsument dann die unerfreuliche Aufgabe, sowohl mit dem Händler als auch mit Klarna zu "stürmen". Ganz mühsam.

Der Kassensturz und 20Minuten haben ebenfalls bereits vor diesen Anbietern gewarnt:


Lösung:

Rechnet der online Händler via Inkassofirmen ab, rate ich, besser Vorauszahlung (via eBanking oder Twint) oder Kartenzahlung zu wählen. Bei den Karten rate ich von Kreditkarten ab, da auch die horrende Gebühren einfordern (siehe mein Artikel zum Sparen). Am besten wählt man in der Schweiz Twint, denn das geht rasch und ist sicher, oder man bezahlt mit der Mastercard Debit, sofern man schon eine von seiner Bank bekommen hat. Oder mit Revolut. So kommt man gar nie in eine Situation, in der irgendwer Mahngebühren oder Zinsen erheben könnte und man steht nur in einem direkten Vertragsverhältnis - nämlich zum Händler.

Warum setzen denn seriöse Firmen (wie SBB, Hotelplan, Triumph etc.) überhaupt auf Inkassofirmen?


Das habe ich mich wirklich gefragt, denn in meinen Augen ist es nicht kundenfreundlich und auch nicht seriös. Ich verstehe die Händler, die ihr Geld wollen, aber es zwingt sie niemand, Kauf auf Rechnung anzubieten. Primär geht es um zwei Aspekte:
  1. Risikominimierung
    Die online Händler bezahlen eine fixe sowie eine variable Gebühr pro Transaktion, die sie über Inkassofirmen abrechnen lassen. Einen Fixbetrag pro Rechnung und einen %-Anteil des Bestellbetrags (unabhängig davon, wie viel vom Kunden retourniert wird). Das rechnet sich offenbar, weil (auch in der Schweiz) die Zahlungsmoral teilweise schlecht ist und der Prozess lang und mühsam, bis ein Händler sein Geld am Ende (vielleicht) noch erhält.

  2. Umsatzsteigerung (Gier)
    Viele Firmen (wenn nicht die meisten) messen sich aus mir nicht ganz logischen Gründen nach wie vor an ihrem Umsatz. Relevant wäre meiner Meinung nach, wie viel Nettogewinn sie erwirtschaften. Aber egal. Der Umsatz ergibt sich beim eShop aus den Bestellungen und NUR aus den Bestellungen. Indem Händler das Zahlungsausfallrisiko an Inkassofirmen abtreten, sind sie in der Lage, weit mehr Bestellungen zu bearbeiten, als sie es sonst tun würden. So beliefern sie auch (mutmasslich) zahlungsunfähige Kundinnen und Kunden, weil sie das Geld auf sicher haben. Dasselbe Prinzip greift auch bei Kreditkartenzahlungen - das Ausfallrisiko trägt dort der Issuer (die Kreditkartenherausgeberin). Byjuno ist übrigens eine Tochterfirma von Intrum Justizia, die führen Bonitäts-Datenbanken, mit denen sie einen automatischen Abgleich machen, bevor die Bestellung abgeschlossen wird. Dasselbe macht auch Klarna während des Check-Outs im eShop, es dauert nur Sekunden. (Kreditkartenfirmen machen den Bonitäts-Check ihrerseits vor der Herausgabe einer neuen Karte.)

Fazit: Es mag auf den ersten Blick wie ein Dienst am Kunden aussehen, ist aber reine Abzocke. Es ist alles andere als kundenfreundlich. Klarna, Buyjuno und Co. haben meiner Meinung nach keine Daseinsberechtigung und gehören verboten.