Mittwoch, 14. Dezember 2016

Working Mom - der Kampf um eine angemessene Teilzeit-Arbeit

Um es vorneweg zu nehmen: Der Artikel gilt natürlich auch für Teilzeit-arbeitende Männer. Leider gibt es von ihnen nach wie vor zu wenige und meiner Meinung nach nur zum Teil aus guten Gründen. Den Artikel hier schreibe ich auch für Mamis, die keine andere Lösung sehen, als Vollzeit zu arbeiten, eigentlich aber lieber Teilzeit würden - und damit mehr Zeit für sich oder den Nachwuchs hätten.

Wie stellt man es an, Teilzeit zu arbeiten und trotzdem glücklich zu sein?

Ist es ein Widerspruch? Für mich kam mit dem Kind der bekannte Karriereknick. Genauer genommen kam er, weil ich mich entschied, Teilzeit zu arbeiten. Mein Arbeitgeber vor und während der Schwangerschaft akzeptierte nicht mal mein Angebot von 80%. Rückblickend muss ich sagen, zum Glück, denn ich hätte nach drei oder vier Monaten niemals wieder vier Tage die Woche arbeiten können. Mein Baby und ich waren viel zu abhängig voneinander. Es hätte mir das Herz aus der Brust gerissen. Also liess ich mir kündigen und bezog Arbeitslosengeld - ohne Scham!

Das ermöglichte mir schlussendlich 8.5 Monate Babypause. Ich konnte voll stillen und fand dann eine Position im 70% Pensum. Auch dann stillte ich noch ein halbes Jahr morgens und abends. Nach einem halben Jahr reduzierte ich auf 60%. Ich muss sagen - es war ein Fehler meinerseits, a) 70% gearbeitet zu haben, b) einen langen Arbeitsweg akzeptiert zu haben und c) hätte ich auch wissen sollen, dass eine Stelle, die zuerst als Vollzeit ausgeschrieben war und für mich dann "modifiziert" wurde, zu streng werden würde. Sie drücken dann nämlich einfach alle Arbeiten der Vollzeitstelle in eine Teilzeitstelle. Ohne Rücksicht. Aber dazu unten mehr.

Wenn man Teilzeit arbeiten will - zu einem angemessenen Lohn - dann ist man zu Kompromissen bereit.

In diesem wie auch in den meisten andern Ländern ist Teilzeitarbeit und Karriere leider ein Widerspruch. Ebenso für Männer wie für Frauen. Dass Frauen sich - einmal mehr - dennoch opfern und Kompromisse eingehen, ist ihnen hoch anzurechnen. Zusätzlich zu den Strapazen während und nach der Schwangerschaft sowie den körperlichen (auch permanenten) Veränderungen kommt auch die berufliche Umstellung hinzu. Manch eine erfährt erst jetzt, wie es ist, auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr als erste Wahl sondern eher "damaged goods" zu gelten. Man schreibt so viele Bewerbungen und kriegt Absagen am Laufmeter.

So. Aber wie geht frau am besten damit um? :)

1.) Überlege Dir gut, was Du wirklich willst.


Ja, es wird vermutlich ein Kompromiss sein. Deine Traumstelle gibt es mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht im Teilzeitpensum oder Jobsharing. Aber versuch trotzdem, zwei, drei Muss-Kriterien zu definieren und halte an ihnen fest. Warum? Weil es genug schwer sein wird, den Kompromiss in der Qualität / intellektuellen Herausforderung zu ertragen, wenn man beim Lohn auch klein beigegeben hat, einen langen Arbeitsweg in Kauf genommen hat und / oder nun ein Team voller Deutscher Grossmäuler ertragen muss.

2.) Bewirb Dich nur auf die Stellen, die Dich auch interessieren.


Alles andere ist einfach Zeitverschwendung. Wenn das RAV Dir 12 oder mehr Bewerbungen (AUF TEILZEITSTELLEN!? Die gibt es ja wie Sand am Meer!) aufgebrummt hat, lach drüber und mach, was alle Mütter in der Situation machen sollten: Investiere Deine wertvolle Zeit in gute Bewerbungen auf Stellen, die Dich a) interessieren (siehe 1.) und b) bei denen Du Dir realistischerweise Chancen ausrechnen kannst. 

Für die restlichen Bewerbungen rufst Du auf Stelleninserate an, die kein Pensum angegeben haben, und fragst, ob sie in Teilzeit verfügbar seien. Die Antwort ist praktisch immer Nein, aber es gilt als telefonische Bewerbung.

3.) Bewirb Dich spontan


Die Chancen sind zwar recht klein, aber je nachdem könntest Du damit mehr Erfolg haben, als mit Stellen, die ausgeschrieben sind. Warum? Gerade bei (Schweizer) KMUs, die wachsen, werden ab und zu (und zwar recht häufig) Stellen neu geschaffen. Der Vorteil einer neu geschaffenen Stelle ist, dass sie noch keine "Altlasten" trägt. Ein Rolle, die aus der Zusammenstreichung von drei andern Positionen und aus "Optimierungen" aus drei Reorganisationen entstanden ist, sollte man sich echt nicht antun - viel zu viel Arbeit, schlechte Stimmung, kein Entwicklungspotenzial.

Hör Dich also etwas rum, welche Firmen wachsen: Indizien sind viele ausgeschriebene Stellen oder dass sie regelmässig an Messen auftauchen oder ihre Leute an Kurse / Events schicken (Social Media monitoren). Muss eine Firma sparen, erlässt sie normalerweise als erstes einen Anstellungsstopp (= keine Stellen ausgeschrieben), reduziert Werbemassnahmen und streicht Kurse und Eventteilnahmen für die Mitarbeitenden. Sie verstummt.

4.) Wenn Du eine Stelle hast, die Dir nicht so gefällt, such unbedingt weiter!


Beim RAV wird einem gesagt, dass man bessere Chancen hat, eine Stelle zu finden, wenn man schon eine hat. Tendenziell stimmt das. Ich hatte aber schon mehrmals die Situation, dass ich eine Stelle nicht gekriegt hab, weil ich drei Monate Kündigungsfrist gehabt hätte - sie wollten nicht so lange warten. Sie stellten lieber jemand sofort verfügbares ein, auch wenn das bedeutete, dass die Person gerade arbeitslos war. Interessant, oder? Zweimal war übrigens ich diese Person, die sofort verfügbar war, und deshalb den Job kriegte.

Nun ist es so, dass im ersten Jahr in einer neuen Stelle meistens nur einen Monat Kündigungsfrist gilt, danach drei (oder im Kader sogar mehr). Merkst Du also im ersten Jahr, dass Du nicht so happy bist mit dem Job, dann such intensiv weiter. Ein Monat Kündigungsfrist ist ein echter Vorteil!

5.) Wenn Du eine Stelle hast, die Dir grundsätzlich gefällt, verhalt Dich ruhig! :)


Warum ich das betone? Weil ich (leider) mehrmals gesehen habe, dass sich die Frauen viel länger in einer Firma halten, die nicht meckern.
Es ist traurig und macht mich wütend, aber es ist halt ein Fakt... der faulste Kompromiss überhaupt, wahrscheinlich, aber so ist es nunmal. Darum rate ich Dir: Sag ja nichts, was Deine/n Chef/in sauer machen könnte. Widersprich ihm/ihr nicht, schon gar nicht vor andern, und sei so diplomatisch wie Du irgend kannst.

Ich hab in einer Firma gearbeitet, da laberte die Geschäftsleitung dauernd davon, dass sie Offenheit von den Leuten wollten. Dass man sich über Hierarchiestufen wegsetzen könne, wenn man Verbesserungsvorschläge hätte. Man organisierte auch dauernd Apéros (natürlich erst nach 17 Uhr damit ja die Freizeit drauf geht, nicht die Arbeitszeit) um eine "cozy" Atmosphäre zu schaffen. Leistung wurde weniger geschätzt, als labern. Wer mit allen "grün" war, konnte auch jedes Projekt verspätet erledigen, eine unterdurchschnittliche Verrechenbarkeit haben und für jeden Scheiss einstündige Meetings einberaumen.

Also: Wenn Du, liebe Mutter (lieber Vater), eine Teilzeitarbeitstelle gefunden hast, die wenigstens zwei, drei Musskriterien erfüllt, dann verhalte Dich ruhig. Sei dankbar. Sag Dir, dass Du Deine Verwirklichung (vorläufig) in der Familie gefunden hast und nimm es nicht so ernst, wenn irgendein Verlierer im Büro befördert wird, während man Deine Leistung übersieht. Lächle. Wirke ja nie zickig oder unzufrieden. Und wenn Du an zu viele Apéros (mit diesen Losern) musst (ja, musst...), dann kompensiere diese gestohlene Zeit einfach mit dem einen oder andern Krankheitstag. Denn ehrlich sagen, dass Du keine Lust auf Apéros hast, und auch nicht verpflichtet sein solltest, an ihnen teil zu nehmen, rächt sich. Glaub mir. Sie werden sagen, Du identifizierst Dich zu wenig mit der Firma. Ihrer Firma. Nicht Deiner. Also: Ehrlichkeit wird total überwertet.

Viel Glück auf der Suche und denk immer dran:






Sonntag, 23. Oktober 2016

Wenn LGBTI anderen Menschen schaden

Kurz-Post aus Verwirrung: Die SBB hat Anfang Oktober verlauten lassen, dass sie ein internes "LGBTI-Netzwerk" lanciert hätten. Grund: Schwule, Bisexuelle, Transmenschen und Intersexuelle (LGBTI) könnten auch in der heutigen Zeit noch nicht offen und selbstbewusst mit ihrer sexuellen Orientierung bzw. Geschlechtsidentität umgehen - am Arbeitsplatz.

Was ist das Problem? Ich verstehe es nicht. Kann mir jemand weiterhelfen? Was interessiert denn Deine Arbeitskollegen und -Kolleginnen Deine sexuelle Orientierung? Oder Deine Geschlechtsidentität? Muss es sie denn interessieren? Geht denn heute jede/r einfach mal so davon aus, dass es andere wirklich kratzt, worauf man steht oder als was man sich fühlt? Gehört das nicht möglicherweise ins Privatleben? Nicht ins Büro? Wo ziehen wir denn da heute die Grenze?

Ich bin hetero und ich wünsche mir seit Beginn meiner Karriere, man würde im Büro meiner Geschlechtsidentität weniger Beachtung schenken, als beispielsweise meiner Fachkompetenz. Dass man mich - vor allem am Arbeitsplatz - primär als Mensch behandeln und respektieren würde, anstatt als Frau. Ich gebe mir - mittlerweile automatisch - viel Mühe, im Büro meine weiblichen Reize nicht zu betonen, um möglichst wenig Anlass zu Oberflächlichkeit und Sexismus zu geben.

Ich wünsche mir ausserdem sehr, dass man sich an meiner Arbeitsstelle um Gottes Willen BITTE absolut gar nie Gedanken über mein Sexualleben macht. Noch weniger will ich mit irgendeinem Arbeitskollegen darüber sprechen. Dankeschön.

Ein Hetero-Intranet im Büro - betrieben von meinem Arbeitgeber - in dem sich Heteros über ihre sexuelle Identität austauschen könnten, empfände ich als krassen Rückschritt. Für uns alle, nicht nur die Frauen.

Also manchmal hab ich einfach schon den Eindruck, LGBTIs brauchen verdammt viel Aufmerksamkeit... und ihr Kampf darum, wahrgenommen zu werden, schade hin und wieder anderen (hart erkämpften) Entwicklungen.

Montag, 26. September 2016

Marketing Automation für Startups

Startups müssen meistens etwas sparen. Marketing Automation / Automatisation - sofern die Gründer denn wissen, was es ist - wird deshalb häufig von vornherein als "zu teuer" abgeschrieben. Aaaaber es gibt Marketing Automatisation (denke z.B. Inbound Marketing) auch als günstiges DYI.


In meinem Blog hab ichs nie erwähnt, aber im "echten Leben" verdiene ich meine Brötchen (noch) mit Marketing. Marketing - in all seinen Formen - ist auch eins meiner Hobbies geworden. Mehr als nur Arbeit. Darum heute ein Post über Marketing Automatisation für Startups (oder Mompreneurs oder Arbeitssuchende oder andere Machertypen). :-)

Kampagnen-Tool

Campaign Monitor ist seit 2016 mein Lieblings Kampagnen-Tool. Vorher nutzte ich Mailchimp, aber Campaign Monitor kann so viel mehr (und macht so viel schönere E-Mails). Innert zwei Minuten hat man einen Account erstellt und kann eine Verteilerliste vorbereiten. Man beachte: Singular.

Verteilerlisten und Segmente

Mein wichtigster Tipp gleich zu Beginn ist nämlich: Viele Segmente statt viele Listen. Why? Es wird so kommen, dass ein Kunde / Kontakt in mehrere Segmente passt. Es wäre doof, diesen einen Kontakt dann in mehreren Listen zu führen. Die Auswertung leidet auch drunter.

Felder

Zu Beginn schaffen wir gleich folgende spezielle (custom) Felder:

  • Anrede (was auch gleich das Geschlecht angibt)
  • Vorname
  • Nachname und 
  • Aktionsdatum (dazu ganz unten mehr)
Da Campaign Monitor ein amerikanisches Tool ist, führt es standardmässig Vor- und Nachname in ein Feld "Fullname" zusammen. Bei formeller Anrede wird das unpraktisch (die Amis kennen das halt nicht). Darum müssen diese Felder als "custom fields" angelegt werden (und in allen Formularen auch korrekt angesteuert werden).

Da Segmente anhand von Feldern gebildet werden, ergeben mehr Felder mehr Möglichkeiten. Pflegst Du zum Beispiel von Anfang an Geburtdaten ein, kannst Du später eine automatisierte Geburtstags-Gratulations-Kampagne laufen lassen (set up once, runs fine forever).
Beispiel: Felder einer Verteilerliste in Campaign Monitor
Um Segmente nutzen zu können, müssen sie erst eingerichtet weden. Dazu auf Lists & Subscribers > entsprechende Liste > Segments gehen.

Segment anhand von Kriterien = Feldern bilden

Ein simples Segment wäre zum Beispiel "Alle Frauen" und sähe so aus:


Wie man sieht, kann man auch komplexere Segmente bilden, z.B. "Alle Frauen im Umkreis von 50km um Zürich":



Die Location ermittelt Campaign Monitor anhand der IP Adresse, die bei einem Klick auf einen Link in einer (vergangenen) Kampagne mitgegeben wurde. Ist nicht sehr präzis (auch Leute unterwegs im Zug öffnen Kampagnen), aber ziemlich. Hat man noch nie eine Kampagne verschickt, wird dieses Segment aber demzufolge auch niemanden einschliessen.

Wann macht so ein (geo-) Segment Sinn? Zum Beispiel, wenn man kurzfristig einen Anlass / Auftritt kommunizieren möchte, der nur für Leute im engeren Umkreis interessant ist.

Man kann auch Empfänger ausschliessen, was auch praktisch sein kann, z.B. wenn man eine Kampagne zum Thema Altersvorsorge verschickt und nur Leute ab 40 adressieren möchte (dazu braucht man dann eben die Geburtsdaten).

Automatisation

Wann will ich eine automatisierte Kampagne abfeuern?

Sich dies überlegen steht natürlich am Anfang (und oft macht man später neue Segmente). Ich hab bis jetzt immer in Fällen auf Automatisation gesetzt, wo ich schlicht nicht selber E-Mails schreiben (oder jemand anderes armes damit betrauen) wollte. Zum Beispiel in folgenden Use Cases:
  • Jemand hat sich neu registriert (zB. für das Segment "Newsletter") und erhält eine Registrations-Bestätigung. Gab's in den zwei Monaten vor dieser Registrierung einen Newsletter, würde ich den als genug aktuell bewerten, um ihn auch gleich mitzuschicken. Geht alles.
  • Jemand hat sich für einen Anlass angemeldet (Segment "Anlass XY") und kriegt eine Bestätigung der Anmeldung und den Kontakt (nochmal), bei wem man sich bei Fragen melden darf.
  • Jemand hat eine Offertanfrage gestellt (Segment "Offerte", "Interesse XY") und kriegt eine Bestätigung des Eingangs der Anfrage mit einer Info, bis wann sich jemand meldet. Achtung: Für Sales-Prozesse gibt es bessere Lösungen, als das Gebastel hier (z.B. Pipedrive) aber dazu ein andermal mehr.
  • Jemand hat Geburtstag / ein Jubiläum und kriegt automatisch Glückwünsche.
  • Im E-Commerce gibt es noch haufenweise andere Trigger aber auch da gibt es dann auch bessere Lösungen, als das hier vorgestellte "Gebastel". :) (z.B. Odoo)

Positiver Trigger

Ein positiver Trigger kann jede Aktion sein - eine Event-Anmeldung bedeutet, dass ein Kontakt ins Segment "Zusagen Event XY" eintritt. Das kann dann für diverse (auch zeitversetzte Kampagnen) genutzt werden.

Negativer Trigger

Spannend sind auch negative Trigger - wenn der Empfänger etwas unterlassen hat. Klassisch: Die Person hat die letzte (oder die letzten zwei) Kampagnen nicht geöffnet. Ein solches Segment sähe etwa so aus:

Diese 183 Personen könnte man jetzt mit einer speziellen Kampagne noch einmal ansprechen (z.B. schickt man ihnen 20% Rabatt zusätzlich oder dergleichen).

Wie richte ich eine automatisierte Kampagne ein?

Nehmen wir mal den Fall "Newsletter-Registration". Unter Automation auf "Create a new journey" klicken. In dieser (praktisch selbst erklärenden) Ansicht definiert man, für welche Verteilerliste (hoffentlich hast Du nur eine), bei welcher Aktion (z.B. "Subscriber enters a segment" - "Newsletter") was passieren soll ("E-Mail schicken").


That's it! So einfach. So kann man verschiedene automatisierte Kampagnen einrichten und spart sich jede Menge Arbeit. :-)

Noch ein Wort zum Aktionsdatum

In Campaign Monitor kann man mit Hilfe eines custom date fields (Datumsfeld) verzögerte Kampagnen einrichten. Dazu erstellt man eben ein "custom feld" im Datumsformat (als nicht zwingend). Wann macht das Sinn? Nehmen wir an, wir bieten ein Whitepaper zum Download an, aber nur, wenn die Person, die es möchte, uns ihre E-Mail und Personalien angibt (sich registriert).

Ich verwende für solche Formulare Typeform (jeweils natlos in die Website integriert). Die Informationen aus Typeform schicke ich mit einem "Zap" (Zapier) an Campaign Monitor - inklusive dem hidden field "Aktionsdatum". Das ist einfach das Datum, an welchem sich die Person für das Whitepaper registriert hat. Warum nehme ich als Trigger nicht einfach das "Subscription date"? Weil es sein kann, dass wir diesen Kontakt bereits in der Verteilerliste haben, einfach noch nicht in diesem Segment. Ihr "Subscription Date" wäre demnach nicht der Zeitpunkt, an dem sie nach dem Whitepaper verlangt hat.

In Campaign Monitor hinterlege ich dann einen Automated Workflow, der sofort den Link aufs Whitepaper per E-Mail an die interessierte Person schickt.

Das "Aktionsdatum" Feld braucht es also, damit nach einer Verzögerung von 10 Tagen ein automatisches Nachfass-E-Mail geschickt werden kann. Das sieht so aus (hier verschickten wir den Link zu einem YouTube Tutorial):


Übrigens, eine nette Option ist noch, dass man den Absender jedes E-Mails individuell definieren kann. So habe ich es so eingerichtet, dass die Nachfass-E-Mails immer von meinem Kollegen im Verkauf kommen (Rückfragen gelangen so direkt an ihn). Bei Anlässen ist der Absender immer die Person, die den Anlass bei uns organisiert und so weiter.

So. Und damit schliesse ich den Beitrag heute und wünsche viele kreative Stunden beim auto-campaignen!

Montag, 22. August 2016

Essentielle iPhone Apps 2016

Es ist schon drei Jahre her, da hab ich das erste Mal die "Top Apps für Frauen" zusammen gestellt. Es gibt aber auch "gender-neutrale" Apps, die jede und jeder mal für sich ausprobieren sollte. Ich schätze sie sehr, darum hier meine Top Apps des Jahres 2016.

Todoist - To Do App


Gratis, praktisch, übersichtlich. Aufgaben erfassen, Projekten zuteilen, terminieren, priorisieren, sich erinnern lassen und sogar andern Leuten zuweisen. Was will man mehr?




Dropbox - Dokumente scannen und als PDF speichern


Eine Funktion, auf die ich laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaange gewartet hab: Dropbox kann jetzt mittels iPhone Kamera Dokumente "scannen" - das Foto wird als PDF oder PNG gespeichert und kann direkt im gewünschten Ordner abgelegt werden. Grösster Vorteil? Nie wieder Belege einordnen!!!
By the way: Spätestens jetzt einen Aktenvernichter anschaffen. Gibt's auch in klein für zuhause. :)

Wallet - Apple Pay


Genau genommen ist das keine App, sondern eine (erweiterte) Basisfunktion des iPhones. Hinterlegt man in "Wallet" eine Kreditkarte, kann man überall, wo kontaktloses Zahlen möglich ist (Symbol auf Kartenterminal), mit dem iPhone zahlen. Möglich macht das NFC - near field communication - ein integrierter Chip ab iPhone 6. Im Moment funktioniert Apple Pay erst mit Kredit- und nicht mit Debitkarten, weshalb ich an der Stelle nochmal meinen Artikel "Schmerzloses Sparen - oder wie man sein Geld nicht zum Fenster rauswirft" empfehle. Wallet kann übrigens auch Flugtickets und (in den USA) Kundenkarten verwalten. Für Kundenkarten gibt es in der Schweiz aber auch eine Lösung: Stocard (siehe unten). 


Maps.Me - Karten / Navigation


Klar, normalerweise schwöre ich auf Google Maps, aber was, wenn man keine Internetverbindung hat? Maps.Me. speichert die gewünschten Karten auf dem Gerät (IM VORAUS MACHEN!). Gerade für Auslandsreisen (hohe Roaming-Gebühren) ideal. Ausserhalb von Städten ist die Detaildichte der Karten allerdings nicht gut.


LEO - Wörterbuch in zig Sprachen


Eine der meist genutzten Apps auf meinem Handy überhaupt. Nicht mehr weg zu denken. Zum Glück gratis. I love.





Bring! - Kollaborative Einkaufslisten


Einkaufen leicht gemacht. Lohnt sich vor allem bei Mehrpersonen-Haushalten, denn die Einkaufsliste(n) können von verschiedenen Leuten (gleichzeitig) ergänzt oder "abgehakt" werden. So weiss jeder immer, was noch fehlt.

Stocard - Kundenkarten digitalisieren


Vorbei die Zeiten fetter Portemonnaies mit zig Kundenkarten. Mit Stocard lassen sie sich einfach scannen und bei Bedarf im Geschäft aufrufen. Funktioniert leider (noch) nicht für Kundenkarten mit Bezahlfunktion (z.B. Globus Card), aber es ist schon einmal ein Anfang.



Spotify - Musik hören


Punkto Musik bin ich ein late-adopter, aber Spotify hat doch einige Vorzüge: Musik muss sich mehr aktiv gemanaged werden (suchen, kaufen, Playlists erstellen, repeat). Ist man faul / hat keine Zeit, gibt es vorgefertigte Playlists. Plant man, eine Weile offline zu sein (Outback...), lädt man die Musik einfach aufs iPhone. Mühe hab ich damit, dass mir kein einziger Titel "gehört" wie z.B. bei iTunes. Sobald ich kein Spotify Kunde mehr bin, hab ich keine Musik mehr. Auf der andern Seite höre ich mir die alten Songs je länger je weniger an (aber sie verbrauchen trotzdem SEHR viel Speicherplatz). Tipp: Family Account lösen lohnt sich (auch wenn die "Familie" eher "Friends" sind ;-))

Feedly RSS Reader - News lesen


Anstatt sich von einer News-App zur andern zu hangeln, lohnt sich der initiale Aufwand, die RSS Feeds zentral in diese App zu ziehen. Hat man eine gewisse Reihenfolge, News zu konsumieren, lässt sich die mittels Kategorien (z.B. "Allgemeine Headlines", "Finanz", "Politik", "Sport", "Jobs") abbilden.



Blinkist - Bücher in Kurzform lesen


Keine Zeit, Fachbücher zu lesen? Blinkist ist die Lösung. Die Kernaussagen werden schön zusammen gefasst und übersichtlich dargestellt. Je "Buch", das man hier liest, respektive "scannt", gibt es auch gleich eine Zeitschätzung (selten mehr als 10 Minuten Lesezeit). Viel besser, als Sudoku zu spielen.



Have fun!

Mittwoch, 9. März 2016

10 Dinge, die man gerne schon mit 20 weiss


1.) Du kannst keinen netten Korb verteilen

Und sollst und musst es auch nicht versuchen! Ja, klar, Du fühlst Dich geschmeichelt, jemand hat was für Dich übrig. Aber nein, Du kannst das halt einfach nicht erwidern. Musst Du Dich dafür jetzt wirklich schlecht fühlen? NEIN! Nein, nein und nochmals nein! Sei einfach DIREKT und sag klipp und klar, dass Du nicht interessiert bist.


2.) Vergiss platonische Freundschaften mit Männern


Verschwende nicht Deine Jugend, Zeit und Müh an so genannte "Freunde", die eigentlich "der" Freund sein möchten (siehe 1.). Es endet immer in für Euch beide sehr unangenehmen Situationen, in denen er sich enttäuscht und Du Dich missverstanden fühlen wirst. Lenke Deine platonische Liebe auf Menschen, die auch nur solche erwidern können. Wenn es Männer sein müssen, dann homosexuelle.


3.) Vermeide gemischte Saunas

Es ist für eine Frau selten erholsam, in eine gemischte Sauna zu gehen. Bestenfalls wirst Du von lüsternen Männern mit Halbglatze oder vollbehaartem Rücken angestarrt, schlimmstenfalls triffst Du nackt auf einen (Ex-)Arbeitskollegen oder gar Stalker. Glaub mir, es gibt kaum etwas Unangenehmeres.

4.) Pflege Freundinnen, aber nur die richtigen

Welches sind die richtigen? Das herauszufinden, ist verdammt schwer. Männerfreundschaften überstehen die Jahrzehnte, Frauenfreundschaften zerfallen hingegen leicht an veränderten Interessen (neuer Freund, neuer Job, neues Hobby), Familie (sie hat ein Kind, Du nicht), Neid (...), Mobilität (Ausland) oder - und das ist wohl des Pudels Kern - Intoleranz.

Die richtige Freundin liebt Dich unabhängig Deiner finanziellen Verhältnisse, Deiner aktuellen geographischen Lage, Deines aktuellen Partners oder des Vorhandenseins (oder Alters) Deiner Kinder. Sie geht ihren eigenen Weg und vertraut darauf, dass Du sie auch so akzeptierst, wie sie ist.


5.) Nimm Unterstützung an

Ich weiss nicht, ob es an meiner Prägung liegt, aber ich hatte (und habe) grosse Mühe, andere Leute um Hilfe zu bitten. Sei es ein Darlehen, ein Gefallen, ein Ratschlag... Ich will niemandem zur Last fallen, aber manche Dinge sind einfach viel zu schwer, um sie allein zu bewältigen. Lerne, andere um Hilfe zu bitten. Wenn Dir das auch schwer fällt, denk darüber nach, wie oft Du selber andern hilfst und frag Dich, wieso Du das tust. Es gibt einem ein gutes Gefühl, oder? Also gib das doch einfach zurück. Das Leben ist ein geben und nehmen und das ist total in Ordnung so. Wir sind keine Inseln.

6.) Investiere in Deine Karriere

Investiere in Deinen Zwanzigern Zeit in (berufsbegleitende) Weiterbildungen. Wenn Du erst Kinder hast, wird es viel, viel schwieriger, alles unter einen Hut zu bringen. Ausserdem wird die Berufserfahrung, die Du Anfangs 20 sammelst, von späteren Arbeitgebern ohnehin nicht sonderlich hoch gewichtet. Arbeite jetzt Teilzeit und fokussiere Dich auf eine Weiterbildung.

Investiere auch in Dein Netzwerk: Geh an Fachveranstaltungen, Tagungen oder trete Branchenklubs bei, die regelmässig Treffen organisieren. Dein berufliches Netzwerk wird sich garantiert auszahlen, früher oder später!

Es gibt für Frauen auch immer noch die Möglichkeit, Hausfrau zu werden. Tu es nicht. Erstens ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass Du früher oder später trotzdem wieder ins Arbeitsleben zurück musst. Zweitens werden auch Deine Kinder irgendwann ausfliegen, und was dann? Deine Karriere beginnt erst ab 30. Erst dann kommen interessante Job-Angebote, Lohnerhöhungen, Beförderungen etc. Vertrau darauf und lass Dich nicht von den antiquierten Vorstellungen Deines Umfelds leiten.

7.) Hab auch mal Spass und sei locker

Gerade wir Eidgenossen haben manchmal einen Stock im Arsch: Piekfeines Auto, klinisch saubere Wohnung, gebügelte Pullover, niemals einen Frisörtermin auslassen, sein Gewicht optimieren und ja nicht mit den Nachbarn reden, sie könnten sich in mein Leben einmischen. :-) Fakt ist: Perfektion macht einsam. Dabei müssen einige von uns wirklich lernen, die Dinge zu tun, die uns wirklich glücklich machen.

Lass mich dazu etwas ausführlicher werden...

  • Wenn Dich ein Hobby interessiert, probiere es aus. Egal ob jemand in Deinem Umfeld dagegen ist. Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass Du dort neue Freunde findest, die besser zu Dir passen!
  • Messe Dich nicht und vergleiche Dich nicht mit andern. Du musst nicht Golf spielen,r einen Hipster Bart wachsen lassen, Skinny Jeans tragen oder in Marbella in die Ferien. Versuch nicht, cool zu sein. Sei wie Du sein willst und lass die andern nach Anerkennung hecheln.
  • Hab keine Angst, Dich privat gehen zu lassen. Du arbeitest hart - es steht Dir zu, Dich in Deiner Freizeit zu erholen. Du hast das Recht, zu trinken, zu tanzen, zu rauchen, dummes Zeug zu reden oder eine politische Diskussion vom Zaun zu reissen. Klar geht das nicht im Büro, aber darum heisst es ja Freizeit.

8.) Vermeide Firmenreisen

Und damit meine ich nicht Geschäftsreisen, sondern "Schuelereisli". In Grossfirmen gibt es die ohnehin nicht, aber in KMUs manchmal schon. Die ganze Firma reist dann für zwei oder drei Tage irgendwohin. Das Problem dabei: Du musst Dich mit Deinen Arbeitskollegen auf einer privaten Ebene austauschen, obwohl Du mit ihnen unter Umständen überhaupt nichts anfangen kannst. Die Chance, dabei ein ansonsten funktionierendes Arbeitsverhältnis zu beschädigen, ist gross.

9.) Fang nie etwas mit einem liierten Mann an

Schon gar nicht mit einem verheirateten Familienvater. Eigentlich logisch, dennoch muss es auf diese Liste, denn kaum etwas macht eine Frau schneller und nachhaltiger kaputt, als eine aussichtslose Liaison. Lass es bleiben. Lohnt sich nicht. Auch wenn er attraktiv, nett, erfolgreich und super charmant ist - er soll sich erst von seiner Herzdame trennen, bevor ihr auch nur ein weiteres Wort austauscht. Brich den Kontakt ab, bis er das getan hat. Sieh auch Nr. 2.)

10.) Spare nicht an Deiner Gesundheit

Klingt jetzt funny, oder? Wieso solltest Du? Ha. Ich weiss aus Erfahrung, dass die meisten jungen Menschen a) ihre Krankenkassenprämien "optimieren" und b) dann so gut wie nie zu Kontrolluntersuchungen gehen, weil ihnen die Franchise zu hoch ist. Die Wahrscheinlichkeit ist ja auch klein, mit zwanzig krank zu werden, wozu also zum Arzt? Möglicherweise hast Du Glück, und Dir passiert nie was. Lass mich Dir aber einige Beispiele geben, die Deine Meinung ändern könnten:

1.) Du gehst gern an die Sonne und hast auch öfter einen Sonnenbrand. Bösartige Hauttumore (Melanome) treten viel häufiger auf, als Dir bewusst ist, und diese Krebsart tötet Dich innerhalb von zwei Jahren, wenn das Muttermal nicht entdeckt wird. Den jährlichen Vorsorgetermin beim Dermatologen solltest Du Dir leisten.

2.) Du gehst Skifahren und brichst Dir den Unterschenkel. Durch die (Berufs-)Unfallversicherung bist Du in der Regel nur allgemein versichert. Das heisst, dass bei Dir jetzt der Assistenzarzt ran darf. Die Naht wird eine hässliche Narbe hinterlassen, weil der nicht nähen kann und die Wahrscheinlichkeit, dass der Bruch unschön verheilt, ist recht gross. Mit einer halbprivaten Versicherung operiert Dich der Oberarzt oder Chefarzt. Bestehe darauf.

3.) Du wirst schwanger und entscheidest Dich für das Kind. Als allgemein versicherte unter 35 wird die Grundversicherung nur die üblichen Untersuchungen zahlen, jedoch z.B. keine pränatale Voruntersuchung. Entscheidest Du Dich für einen Wunschkaiserschnitt, fällt zudem die volle Franchise an, da nicht durch die Grundversicherung gedeckt. Zudem wirst Du im Wochenbett in einem Mehrbettzimmer liegen müssen, wo die ganze Zeit Besuch der anderen Wöchnerinnen reinschneien. Und das in einer Zeit, in der Du eigentlich Deine Ruhe mit Deinem Säugling brauchst. Versichere Dich darum vor einer Schwangerschaft privat oder halbprivat, um Kosten für ein Zimmer-Upgrade zu sparen.

4.) Du führst ein aktives Leben (bist ja auch noch jung...) und solltest daher mindestens einmal im Jahr zur Gynäkologin. Harnwegsinfekte können zu Unfruchtbarkeit führen. Geh lieber früher als später zur Kontrolle und lass Dich gegen HPV impfen

5.) Dentalhygiene: Geh einmal im Jahr hin und lass Deine Zähne auf Löcher prüfen. Je früher diese erkannt werden, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass man noch "sanft" entgegenwirken kann. (Zum Beispiel mit elmex gelee.)









Und nun viel Glück und Erfolg allen, die das gelesen haben! :-)