Montag, 15. Dezember 2025

Underconsumption

Temu, Shein, Aliexpress, Zalando, H&M, Zara, Sephora - obwohl wir real immer weniger Kaufkraft und Vermögen besitzen, scheinen viele von uns im kompletten Überkonsum gefangen zu sein. Wir werden permanent von Werbung torpediert - kauf dieses Teil, benutz dieses Gesichtsserum, reise dorthin. Wir tun es, all zu oft, und fühlen uns danach doch nicht besser.

Unser Schuhschrank quillt genauso über, wie unser Kleiderschrank. Wir haben zig Seren im Badezimmerschrank, benutzen aber doch immer nur dieselbe paar Produkte für unsere Pflege. Der Rest landet in irgendeiner Schublade und deprimiert und überfordert uns, wenn wir reinsehen. Wie kann man sich dem verwehren, was sind gute Strategien, um einfach normal zu konsumieren?

Lege es in den virtuellen Warenkorb und lass es mindestens 24 Stunden dort

Ich führe diese Methode als erste an, weil sie mir am meisten geholfen hat bisher. Sie trennt für mich den Spreu - Impulskauf - vom Weizen - dem Zeug, das ich wirklich möchte. Bei Zalando oder anderen eShops wird einem das oft besonders schwer gemacht, weil die oft künstlich kleine Lager angeben und mit der "Fear of missing out" hantieren: "Schnell, bestell jetzt, sonst ist es vielleicht weg." Manche senden einem dann sogar ein E-Mail ins Postfach. Sehr fies. Ich rate, trotzdem immer 24 Stunden zu warten und sich nicht zum Kauf drängen zu lassen.

Frag dich immer: Hab ich das nicht schon?

Die Antwort ist nämlich oft - ja. Ich hab das sogar schon mehrfach. Falls dir der Überblick über deinen "Bestand" fehlt, lies unbedingt den letzten Abschnitt durch. Gerade bei Kosmetika frage ich mich heute VOR jedem Impulskauf: Was benutze ich denn wirklich? Dann lass ich den Kauf sein. 

Nur wenn ein Produkt ALLE ist, wird es ersetzt. Ich kaufe keinen neuen Haarspray, solange ich noch einen habe. Ich kaufe keinen neuen Conditioner, solange ich noch welchen habe. Und definitiv brauche ich nicht noch mehr Parfums.

Nicht in offline Läden "bummeln" gehen

Offline, im Laden, funktioniert das natürlich nicht. Man kann nicht einen Korb füllen, ihn in eine Ecke des Ladens stellen, und morgen nochmal hingehen um sich zu entscheiden. Darum rate ich persönlich per se vom "Lädelen" ab, ausser, man hat sich sehr gut im Griff und kann "Window-Shopping" im eigentlich Sinne des Begriffes machen: Nur schauen. Falls man ehrlicherweise offline zu Impuls- und Schrott-Käufen neigt, sollte man es ganz lassen, oder erst nach Ladenschluss in die Städte gehen. Stattdessen sollte man...

Sich bessere Hobbies suchen

Ich hab etwas Mühe mit dem "Underconsumption Core", weil mich einerseits dünkt, dass diese Leute es übertreiben und andererseits sie sich zu stark auf das Thema "Nicht konsumieren" versteifen. Das Gehirn kann mit Negationen nicht gut umgehen. Wenn man dauernd an etwas denkt, negativ oder positiv, dann bleibt es als Thema weiterhin präsent.

Besser ist, man ersetzt das ganze Thema mit etwas anderem, das einem auch Befriedigung bringt und dabei vielleicht auch gesünder und nachhaltiger ist. Bei mir ist es das Gärtnern. Man kann viel Geld für Gartensachen ausgeben, bestimmt, aber man kann halt auch einfach den Fokus auf die Pflanzen setzen, und nicht auf den Topf / das Hochbeet / die Ausrüstung. Ich habe mich auf Kräuter spezialisiert, welche ich dann bei meiner anderen Beschäftigung, dem Kochen, verwenden kann.

Wie gehe ich mit dem Haufen Kram um, den ich schon habe?

Streng genommen ist der Haufen Kram, den du schon hast, ein Überbleibsel aus der Vergangenheit - BEVOR du aufgehört hast, sinnlos Zeug zu konsumieren. Positiv gesehen erlaubt dir der Berg an Kram, noch laaaaaaange aus deinem eigenen Fundus zu schöpfen.
"Underconsumption Core" Influencer empfehlen, sich einen Überblick über sein Hab und Gut zu schaffen. Anders als sie empfehle ich aber nicht, alles zu entsorgen / verkaufen / verschenken, was wir heute subjektiv als "überflüssig" empfinden, denn die Gefahr besteht meiner Meinung nach dann darin, dass man es bei nächster Gelegenheit wieder nachkauft, weil es einem irgendwie doch fehlt.

Einen aktuellen (!) Überblick über seinen Kram zu haben ist aber tatsächlich eins der besten Mittel gegen Überkonsum. Dagegen hilft, sich auf dem Handy Foto-Alben zu erstellen und Fotos der Teile darin zu speichern. Damit muss man nicht einmal vom Sofa aufstehen, um nachprüfen zu können, ob man ein Stück schon hat und ob es ggf. ersetzt werden muss. Beispiele:

  • Schuhe
    Problem: Ich hab so viele davon, dass sie in mehreren Reihen hintereinander in Schränken stehen. Oft "entdecke" ich ein Paar, das ich noch nie oder kaum je getragen habe, und bin völlig baff, weil ich es total vergessen hatte. Man kann Schuh-Foto-Alben auch nach Anlass oder Stil anlegen, um besser navigieren zu können.

  • Weihnachtsschmuck
    Packen wir naturgemäss nur 1x im Jahr aus und erst Monate nachdem die Läden anfangen, uns Lametta nachzuwerfen. Ich bin jedes Jahr wieder überrascht, was ich eigentlich alles an Weihnachtskugeln hab. Also entweder Baum früh schmücken oder Foto-Album erstellen.

  • Gym-Outfits und Sport-Equipment
    Traurig aber wahr: Viele Frauen tendieren dazu, sich immer mal wieder neue Gym-Teile oder Skijacken zu kaufen. Dazu Hanteln da, Massage Bälle dort, Blackroll da, Yoga-Matte dort, neue Flasche etc. Mach ein Foto von allem, probier es an, was nicht mehr sitzt, entsorgen, den Rest nutzen. Man kann auch mit einer normalen Daunenjacke Skifahren gehen. Haben wir früher auch gemacht und da waren wir noch mehr als ein Tag pro Saison auf der Piste.

  • Essensvorräte
    Weiss nicht, ob es nur mir so geht, aber ich habe viele Vorräte wie getrocknete Hülsenfrüchte, Reis, Konserven, Gewürze, Öle etc. die ich so gut wie nie benutze. Auch mein Tiefkühler ist recht voll. Hier hilft mir, bei der Essensplanung jeweils zumindest für ein Gericht etwas aus dem Vorrat einzuplanen und nur das Nötigste frisch dazu zu kaufen. Meine Tante plant sich die zu kochenden Mahlzeiten mit einer A4-Seite: Sie schreibt den Tag hin und was sie dann kochen wird. Simpel und so effizient!

  • Behälter, Pfannen, Koch-Utensilien
    "Eventuell brauche ich das irgendwann ja noch." Naja. Really? Also wenn etwas seit fünf Jahren ganz hinten im Schrank steht, oder ganz oben, und nie benutzt wurde, dann kannst du es vermutlich getrost weggeben. Vasen, spezielle Pasta-Teller, 12 Serviettenringe für "wenn Gäste da sind" (wann?), Schnapsgläser, Trüffel-Hobel, Chinoise-Besteck - Gib's einfach weg. Zur Not kannst du's dann sonst sicher auch ausleihen.

  • Schmuck
    Meiner Erfahrung nach lohnt es sich, Schmuck als Teil der "Capsule Wardrobe" mit einzubeziehen. Es sei denn natürlich, man trägt sowieso immer nur dieselben paar Teile. Wenn du Schmuck und Accessoires bewusst als Teil deines Outfits einsetzt, dann solltest du dafür sorgen, dass du die Teile entweder siehst - z.B. Schals an einer Stange hervorziehen kannst - oder auf deinem Handy fixfertige Looks inklusive Accessoires gespeichert hast. Schmuck der dir nichts mehr sagt (oder noch nie gefallen hat) gibst du weg.

  • Putzzeug
    Weiss nicht, ob's nur mir so geht, aber ich hab viele Mittelchen für alles mögliche, die ich nicht wirklich nutze. Liegt vielleicht auch daran, dass ich nicht selber putze, sondern eine Putzhilfe dafür hab. Die kann kein Deutsch, daher weiss sie bei vielem nicht, wofür es da ist. So oder so: Wenn du Putzmittel hast, die seit Jahren niemand mehr benutzt hat (z.B. Teppichschaum, dabei hast du gar keinen Teppich mehr) - entsorg's.

  • Bücher
    Neben Klamotten- und Schuh-Kaufsucht hab ich hier das grösste Problem. So schnell ist ein neues Buch zu einem interessanten Thema im Haus, lesen tu ich es aber nicht. Da hilft auch kein eBook. Mein Tipp: Bevor du ein neues Buch kaufen darfst, lies erst eines, das du schon hast, oder entsorge es. Man muss Bücher auch nicht buchstäblich durchlesen. Es fühlt sich auch ok an, es zu überfliegen, besonders wenn es nicht so spannend ist, wie man gedacht hat.

Viel Erfolg beim bewussten Leben! :)











Dating 2026: 5 Tipps für solche, die es noch wagen

Für Frauen geht der Trend heute klar in die Richtung "4B". Die Vogue hat jüngst einen Artikel publiziert, der es als uncool darstellte, wenn frau heutzutage überhaupt noch einen "Boyfriend" hat. Wann lohnt sich eine heterogene Beziehung für eine Frau überhaupt noch heutzutage? Meiner Meinung nach lohnt sich das höchstens, wenn wir Frauen von Beginn weg vermeiden, ausgenutzt zu werden, und leider bedeutet das bei den meisten Männern konsequente, kontinuierliche Abgrenzung. Wie funktioniert's? Meine fünf Tipps.

1.) Getrennte Haushalte pflegen.

Viele Männer sind Muttersöhnchens, die nie ein Interesse dafür entwickelt haben, ihren Haushalt selbst richtig zu führen. Stattdessen möchten sie am liebsten sofort mit einer Freundin zusammen ziehen, um dann ihr die Rolle der Ersatzmutter zu "geben". Daher: Nein. Wir ziehen nicht zusammen, sondern besuchen uns gegenseitig. Wir ziehen auch nicht "heimlich" oder "halb" beim andern ein, indem wir Zeug dort lagern oder gar die Wäsche da lassen zum waschen. Just not. Wir kümmern uns übrigens auch nicht plötzlich um seine Termine oder Garderobe. Hat er vorher selber gekonnt, kann er auch in Zukunft selber.

2.) Deins ist deins und meins ist meins.

Männern ist es heute ja so wichtig, 50-50 zu gehen, sei es bei der Restaurantrechnung oder bei Reisen. Da sie oft nur einen Bruchteil des Aufwands für ihre Erscheinung haben, wie Frauen, würde ich durchsetzen, dass er das irgendwo kompensiert, z.B. eben gerade bei auswärts essen, Blumen für mich, Geschenken, Weekend-Trips. Wichtig ist so oder so, dass man nicht nur getrennte Haushalte behält, um männlich-parasitären Tendenzen vorzubeugen, sondern auch jeder sein eigenes Auto, seinen eigenen Job und seinen eigenen Freundeskreis weiter behält. Ich würde empfehlen, nicht zu stark zu "mischen", sonst wird's mühsam, spätestens bei der Trennung.

Das gilt übrigens insbesondere auch für eure Familien. Er soll die Geschenke für seine Eltern selbst besorgen, ebenso du für deine.

3.) Freiheiten lassen, Eigenständigkeit respektieren

Männer haben erfahrungsgemäss leider oft die Tendenz, die Freiheiten ihrer Partnerinnen einzuschränken, auch wenn es auf den ersten Blick gar nicht so aussieht: MUSS sie weiterhin am Wochenende ins Gym? Ja. Wenn sie das die letzten Jahre vor dir so gehandhabt hat, dann darf und soll sie das auch weiterhin. MUSS sie ihr anderes Hobby pflegen, obwohl es "so viel Zeit" in Anspruch nimmt? MUSS denn diese teure Weiterbildung sein? Wenn ein Typ anfängt, an den Bereichen deines Lebens herumzunörgeln, die dir wichtig sind, renn lieber gleich, denn dann wird er dich kleiner machen, nicht grösser.

4.) Den Nutzen der Beziehung fördern und einfordern

Eine Beziehung ist da, um sich gegenseitig das Leben zu verschönern und zu erleichtern. GEGENSEITIG. Darum regelmässig prüfen: Hilft man sich gegenseitig in Bereichen, wo man sonst alleine werkeln müsste? Lernt ihr voneinander? Verstärkt ihr gegenseitig gute Gewohnheiten, statt schlechte einzuführen? Ist der Nutzen ausgeglichen oder ist es meistens / immer nur eine, die dem andern hift? Wenn es kippt, müssen sofort Gegenmassnahmen getroffen werden, denn je länger ein Zustand anhält, desto schwieriger wird es, ihn zu ändern. Die Folge ist oft Groll, der die Beziehung zu einer Belastung macht, bis sie schlussendlich (viel zu spät) doch endet. Im Zweifelsfall ist es völlig in Ordnung, einmal für ein paar Monate eine Beziehungspause einzulegen, um sich selber wieder zu finden und die Situation zu reevaluieren. Danach kann man zusammen besprechen, unter welchen Voraussetzungen und mit welchen Regeln man es ggf. nochmal probieren möchte. Auch hier hilft es ENORM, wenn man getrennte Haushalte behalten hat! No Drama, just a Break!

5.) Frag dich ab und zu: Wäre er vielleicht ein besserer Freund als mein Partner?

Viele Beziehungen werden über die Zeit langweilige Zweckgemeinschaften, die nicht viel bringen. Wohnt man nicht zusammen, hinterfragt man den Aufwand, den man hat, um die Beziehung aktiv zu pflegen, noch eher einmal, als wenn man zusammen wohnt. Eine Beziehung muss sich nicht nur bequem anfühlen, sondern wirklich gut. Sicher. Geborgen. Unterstützend. Man muss mit dem Partner über die Dinge reden können, die einen beschäftigen. Meiner Meinung nach lohnt es sich, ab und zu zu prüfen, ob man mit einem "besten Freund" nicht besser bedient wäre, als mit derselben Person als "Partner". Think about it.