Montag, 21. August 2017

Die perfekte Bewerbung schreiben - oder wie man HR-Bots bedient

Kurz nach meinem letzten Post übers Decodieren von Stelleninseraten las ich kürzlich einen Artikel über die Art, wie man heutzutage Bewerbungen formulieren soll, respektive eben nicht. Die Vorschläge fände ich an sich gut, jedoch weiss ich aus guter Quelle (Kollegin arbeitet als HR Fachfrau), dass das Bewerbungsschreiben nur etwa zu 5% beeinflusst, ob man eingeladen wird. Also was macht heute die perfekte Bewerbung aus?

Ganz nach meinen Grundwerten Pragmatismus und Effizienz, gebe ich den einzelnen Bestandteilen einer Bewerbung Punkte, die man damit beim HR-Menschen maximal holen kann. Dementsprechend sollte man in diese Bestandteilen mehr oder weniger Zeit investieren.


  1. Relevante Berufserfahrung (hervorgehoben) aka Übereinstimmung mit Stichworten (Bot-Match) - 50%
  2. Verfügbarkeit - 15%
  3. Kostenfaktor - 10%
  4. Allgemeine Risikofaktoren (identifiziert oder vermutet) - 10%
  5. Foto - 5%-10%
  6. Form (korrekte Schreibweise, Strukturierter Aufbau, Design) - 5%
  7. Bonus: Zeugnisse - 5%


Im Detail nach absteigender Wichtigkeit:

Relevante Berufserfahrung aka Bot-Match - 50%


HR muss unter den vielen, vielen Bewerbungen die maximal zehn passendsten Dossiers herauslesen und der Linie präsentieren. Primär entscheidet die für die Stelle relevante Berufserfahrung, ob man in die Selektion kommt. Entweder bewirbst du dich also nur für Stellen, für die deine Erfahrung perfekt passt, oder du spekulierst darauf, dass deine Persönlichkeit die mangelnde Erfahrung ausgleichen wird, und machst deinen CV passend. So oder so müssen sämtliche im Inserat erwähnte geforderte Erfahrungen und Skills abgedeckt sein und EXAKT so heissen, wie im Stelleninserat. Heutzutage lesen die HR Leute die Bewerbungen nämlich nicht mehr selber, sondern lassen sie von einem Bot scannen. Dieser spuckt dann genau die Dossiers aus, die am meisten Worte enthalten, die im Inserat vorkommen. Allenfalls gibt der HR-Mensch noch zusätzliche Worte ein (semantische Suche), ich würde aber nicht darauf wetten. Personaler finden nämlich immer, sie hätten zu viel zu tun, und überlassen die Arbeit gern andern.

Mit 50% Chance fällst du bei dieser ersten Selektion auch durch, wenn alle Stichworte passen. Also vergib dir diese Möglichkeit nicht, wenn du den Job unbedingt willst. Denke auch daran, dass die meisten Bewerber heute flunkern, was das Zeug hält, weil der Arbeitsmarkt so angespannt ist.

Verfügbarkeit - 15%


Wird immer als erstes abgeklärt und dazu gehört natürlich auch eine gültige Arbeitserlaubnis im Land.

Die Wichtigkeit der Verfügbarkeit zeigt sich auch daran, dass selbst wenn die Information bereits deutlich im Dossier stand, es der HRler beim Telefonscreening noch einmal verifiziert. Er hat die Stelle so schnell wie möglich zu besetzen. Immer. Je eher ein neuer Kandidat anfangen kann, desto besser. Da es so viele Kandidaten hat, die - leider - oft austauschbar sind, macht die Verfügbarkeit einen entscheidenden Unterschied.

DARUM: Behaupte immer, einen Monat Kündigungsfrist zu haben. Selbst wenn es nicht stimmt. Solltest du die Stelle bekommen, stelle deinen alten Arbeitgeber vor die Wahl. Sag ihm, wenn er dich nicht früher aus dem Arbeitsvertrag entlässt, wirst du keinen Finger mehr krümmen und dich immer wieder tageweise krank schreiben lassen (das geht!). Wenn du Angst vor einem schlechten Zeugnis hast, weise ich dich an der Stelle darauf hin, dass Arbeitszeugnisse irrelevant sind. Niemand schaut sie an. Und ich möchte dich auch daran erinnern, dass du deinem Arbeitgeber keine Dankbarkeit schuldest. Spätestens wenn du das erste mal aufgrund von "schlechtem Geschäftsgang" gefeuert wurdest, wirst du alle Skrupel von Bord werfen. Wichtiger als Zeugnisse (die leicht gefälscht werden können!) sind dem HRler persönliche Referenzen. Die kann man aber auch faken.


Kostenfaktor - 10%


Kompromisslos, wie ich bin, schreibe ich meine Gehaltsvorstellungen jeweils ins Dossier. Man liest zwar überall, dass man das nicht tun sollte, aber wenn man seinen Marktwert kennt, soll man ihn auch gleich festhalten. Damit reduziert man das Risiko, für Interviews vorgeladen zu werden, nur um im Anschluss zu erfahren, dass man mit seinen Gehaltsvorstellungen weit daneben liegt.

Das ist vor allem dann der Fall, wenn eine Firma kein Telefonscreening macht, aber selbst dann ist es mir schon passiert, dass man mich erst nach der dritten Gesprächsrunde runterhandeln wollte. Schon mehrfach. Scheint eine Strategie der Firmen zu sein im Stil von "Jetzt hat sie so viel Zeit investiert, jetzt will sie den Job sicher auch für weniger Geld."

Wenn man sich über das Gehalt nicht einigen kann, dann hat der ganze Zirkus keinen Wert. Zeitverschwendung. Falls beim Telefonscreening das Gehalt NICHT erfragt werden sollte, erfrage du es. Spare Zeit und Nerven. Es ist eine total legitime Frage. Du gehst ja nicht für Komplimente arbeiten.

Wenn man die Vorstellung ins Dossier schreibt, heisst das übrigens nicht, dass der Arbeitgeber nicht noch etwas nachverhandeln kann. Du allerdings nicht mehr (nach oben). Darum schlag eine Verhandlungsreserve drauf.

Allgemeine Risikofaktoren - 10%


Was ist damit gemeint? Verschiedenes. Üblicherweise möchten die Firmen gesunde, belastbare, ausgeglichene, kostengünstige Leute einstellen. Eine Frau zwischen 25 und 35 ist eine Risikokandidatin, denn sie könnte schwanger werden. Statistisch gesehen haben die meisten Frauen zwischen 25 und 35 irgendwann einmal ein Kind (nicht nur aber vor allem darum sind Frauen nicht so beliebte Arbeitskräfte wie Männer).

Risikofaktor höheres Alter. Leute über 50 kosten den Arbeitgeber nicht nur mehr Sozialabgaben, sondern bergen auch das Risiko, aus gesundheitlichen Gründen auszufallen. Sie gelten als weniger anpassungswillig und weniger belastbar. Oder anders: Von einem 25jährigen kann man eher Abend- und Wochenendarbeit einfordern, als von einem 55jährigen. Ist so. Dafür weiss der 55jährige eher, wie man etwas (richtig) macht und verursacht weniger Leerläufe.

Wie entgeht man der Risikofaktor-Falle?

Als Frau in gebärfähigem Alter

Dass man als Frau diskriminiert werden kann - legal - ist ungerecht. In vielen Ländern ist es daher gesetzlich verboten, demografische Daten der Bewerber/innen abzufragen. In der Schweiz ist es leider erlaubt und ermöglicht so Diskriminierung, lange vor dem ersten Telefonscreening. Was tun? Ganz einfach - die Wahrheit verschleiern oder schlicht lügen.

Sein eigenes Geschlecht verschleiern ist keine erfolgversprechende Lösung, da spätestens beim persönlichen Gespräch die Wahrheit ans Licht kommt. Aber wenn frau konsequent und kompromisslos ist, kann sie behaupten, lesbisch zu sein. Man kann den Punkt bereits im Dossier "abhaken", indem man eine eingetragene Partnerschaft und / die Partnerin erwähnt. Um der "Schwangerschafts-"Diskriminierung zu entgehen, sollten Frauen meiner Meinung nach zur Lesbenlüge greifen dürfen. Und wenn man nicht eingeladen wird, weil man Lesbe ist, ist es eh der falsche Betrieb. (Und wenn du nachher trotzdem schwanger wirst - niemals rechtfertigen!!! Auch Lesben werden schwanger! :))

Als Person über 50

Alter nicht erwähnen oder "Schreibfehler" machen. Auch hier ermöglicht der Gesetzgeber noch Diskriminierung im grossen Stil. Um sich wenigstens eine Chance auf ein Vorstellungsgespräch zu bewahren, sollten sich ältere Arbeitnehmer meiner Meinung nach einen Schreibfehler beim Geburtsjahr erlauben: Statt 1961 halt 1991. Damit wird aus einem 56jährigen ein 26jähriger. Wenn das HR nicht darüber lachen kann, dann hoffentlich du. Bestenfalls hast du dir damit Chancen auf eine Stelle wahrgenommen, die du sonst nicht gehabt hättest. Dass die Firma das Gespräch abbricht, wenn du bereits dort bist, ist übrigens unwahrscheinlich. Eher werden sie es durchziehen und du kannst sie vielleicht trotz deines Alters von dir überzeugen.

Als Person mit physischen Gebrechen (z.B. Rollstuhl, Übergewicht, Allergien etc.)

Wird üblicherweise nicht abgefragt. Für Bürojobs ist man ja recht lange noch gleichwertig wie Leute ohne Handicaps. Ich würde es also nicht erwähnen und nur darauf eingehen, wenn es vom Gegenüber adressiert wird.



Foto - 5%-10%

Man könnte darüber streiten, wie ausschlaggebend das Foto wirklich ist. Kommt drauf an, wann im Prozess. Bei der ersten Selektion durch die HR-Leute ist es von untergeordneter Bedeutung. Spätestens wenn HR aber der Linie die zehn, fünfzehn Dossiers vorlegt, wird das Foto wichtiger.

Die Linie schaut meiner Erfahrung nach zu 50% aufs Foto und nur noch zu 20% auf die Qualifikationen.

Es ist wissenschaftlich belegt, dass gutes Aussehen der Karriere hilft. Doch selbst wer findet, er gelte nicht als gemeinhin "attraktiv" - oder gerade dann - sollte ein sehr gutes Foto von sich verwenden. Bei meiner Kollegin im HR habe ich zig mal schreckliche Bewerbungsfotos gesehen und mich immer gefragt, was diese Kandidatinnen (vor allem Frauen) sich nur dabei gedacht haben. Tiefe Ausschnitte, viel zu stark geschminkt, Ferienfotos - alles Üble!

Analysieren wir einmal dieses, an sich valable Foto. Ist der spätere Chef ein Mann, funktioniert dieses sicher perfekt, wegen der offenen Haare, der leicht glitzernden vollen Lippen und dem angedeuteten Busen. Ist die zukünftige Chefin weiblich, gäben ein Blazer, hochgestecktes Haar und eine Brille Pluspunkte. Auch Lipgloss ist bei emanzipierten Frauen (im Büro) eher verpönt. Wie auch roter Lippenstift und auffällig farbige Fingernägel.

Ich persönlich mag auch keine Fotos, auf denen die Kandidaten die Arme verschränken. Wirkt so pseudo-selbstbewusst. Ein zu breites Grinsen wirkt auch doof. Konkrete Tipps findet man hier. Wenn man als Arbeitnehmer nicht wegen seiner Etnizität diskriminiert werden will, muss man unter Umständen ein falsches Foto einsetzen. Ansonsten erhält man gar keinen Vorstellungstermin und somit überhaupt keine Chance.

Man kann gute Fotos übrigens auch ohne Profifotograf mithilfe eines Freundes und eines neueren iPhones schiessen. Das A und O sind ein gutes Outfit und ein bewölkter Tag in den Mittagsstunden. Das kommt einer Studiobeleuchtung am nächsten. In die Sonne stehen sollte man allerdings nicht (Schatten, blenden) und der Hintergrund sollte möglichst neutral und unscharf sein. Hat man Hautunreinheiten und Augenringe empfehle ich eine gute Feuchtigkeitscreme, ein stark deckendes Makeup und Puder. So wie Bella in Twilight.

Form - 5%


Die Form des Dossiers ist nicht so wichtig, wie allgemein angenommen. Kreativität sollte man keinesfalls demonstrieren. Eher Geschmack. Ich empfehle, sich hier eine Vorlage von einem Bekannten aus der HR Branche geben zu lassen oder dann im Internet zu suchen. Oder, aber das ist etwas fies, eine Stelle per Chiffre ausschreiben und schauen, was alles so reinkommt. Zum Beispiel auf kleinanzeigen.ch Dann hat man gleich haufenweise Vorlagen (und auch schlechte Beispiele).

Auf jeden Fall müssen Dossiers als PDFs abgespeichert werden, nie als Grafiken. Sonst kann sie der Bot nicht auslesen!

Zur Form gehört auch das Bewerbungsschreiben. Selbst HR-Leute sehen das Bewerbungsschreiben nur als höfliches Blabla. Wie im Artikel erwähnt, sind die meisten Informationen, die Bewerber heutzutage in den Brief schreiben, bereits im Lebenslauf enthalten und somit überflüssig. Man sollte daher nur hervorheben, was für die Stelle wirklich wichtig ist, und das konzise begründen. Sind sieben Anforderungen gelistet, sollte man sich auf die ersten zwei oder drei beschränken. Sonst wird der Brief zu lang.

Vor allem beim Satz, wieso man bei der besagten Firma arbeiten möchte, sollte man sich etwas gutes überlegen. Die Frage wird auch beim Interview kommen und Antworten wie "Ich brauche einen Job", "Der Arbeitsweg ist kürzer" oder "Mein Freund arbeitet hier" sind nicht zu empfehlen. Arbeitet ein Bekannter dort und hat gut über die Unternehmenskultur berichtet, ist dies aber sehr wohl eine Begründung.

Bonus - Zeugnisse - 5%


Man kann eine Bewerbung ohne Zeugnisse einreichen. Viele HR-Fachleute haben dafür Verständnis, dass man sie nicht von Anfang an mitschickt. Es sind meistens grosse Files (weil Scans) und sie enthalten üblicherweise wenig verwertbare Information. Reicht man sie trotzdem von Anfang an ein, kann die HR Person die Berufserfahrung anhand der Zeugnisse verifizieren und muss nicht mehr danach fragen. Vielleicht werden sie auch gelesen, aber wahrscheinlich erst später im Prozess. Relevanter wird zum Schluss eine persönliche Referenz, aber die gibt man nicht schon in der Bewerbung an und in diesem Artikel gings ja um die perfekte Bewerbung. ;-) Es lohnt sich aber, sämtliche Arbeitszeugnisse auf Codierungen zu prüfen und allenfalls nachbessern zu lassen. Wenn das nicht mehr geht, weil zu lange her: selber nachbessern. Niemals nur eine Arbeitsbestätigung beilegen, denn das macht zu recht stutzig.

Kleiner Tipp zum Abschluss: Die Bewerbung ist nur die halbe Miete. Üblicherweise werden drei bis fünf Kandidaten für die erste Interview-Runde eingeladen. Man sollte sich also nicht zu früh freuen. Immerhin kann man sich selber loben, wenn man eingeladen wird. Wahrscheinlich hat man 100 bis 200 Konkurrenten hinter sich gelassen.

Viel Erfolg!

Montag, 7. August 2017

Stelleninserate decodieren - Was steht zwischen den Zeilen?

In einer zunehmend dynamischeren Wirtschaft (hire & fire je nach Cash Flow) wird ein Skill für Arbeitnehmende immer wichtiger: Stellensuche. Wir alle hassen es, unsere Zeit dafür einzusetzen. Der Frust ist gross, wenn wir dann erst am Vorstellungsgespräch merken, dass es nicht passt. Den heutigen Post widme ich der klugen Vorselektion durch Decodierung der Stelleninserate.

Die Arbeitgeber möchten möglichst viele Skills und viel Leistung für möglichst wenig Geld. Die Arbeitnehmenden möchten möglichst viel Geld für möglichst stressfreie, interessante Arbeit. Früher, so vor zwanzig, dreissig Jahren, bevor die Frauen die Arbeitswelt nachhaltig stürmten, bevor billige ausländische Arbeitskräfte die Schweiz überfluteten und bevor die Globalisierung und Marktöffnung dazu führte, dass Inder und Osteuropäer unsere Jobs machten, DAMALS muss die Schweiz für Arbeitnehmende das Paradies gewesen sein.

Aber genug der Nostalgie. Was früher "Jobhopping" genannt wurde, ist heute die Kehrseite der Medaille der hohen, durch Reorganisationen sprich den Arbeitgeber induzierten Fluktuation. Man hat meist gar keine Wahl, als alle paar Jahre zu wechseln. Nur schon, um sich zu entwickeln, denn Mitarbeiterförderung und -entwicklung ist nicht mehr en vogue.

Ob man nun mit Headhuntern zusammenarbeitet oder selber Bewerbungen schreibt, man sollte die Anforderungen schon ganz zu Beginn genau prüfen.

Analyse eines Stelleninserats - Beispiel


Anhand folgenden Beispiels einer Digital Marketing Agentur illustriere ich die Diskrepanz zwischen Inserate-Text und eigentlicher Aussage.

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1: Der Job-Titel


Marketing ist etwas anderes, als (Unternehmens-)
Kommunikation. Der eine "Manager" vermarktet ein Angebot, der andere ist für die Marke, PR und allenfalls Investor Relations zuständig. Wenn man aus irgendeinem Grund beides in eine Rolle packt, bleibt zwangsläufig eins von beidem auf der Strecke. Mühsam, wenn man sich dann dafür rechtfertigen muss. Wenn man sich weiter unten dann noch reinzieht, was diese eierlegende Wollmilchsau sonst noch alles für Zuständigkeiten hat, wirkt das 80% Pensum wie reiner Hohn.

Die 80% sind hier entweder als Hinweis auf ein knappes Budget zu verstehen, oder ein Trick, um die Reichweite des Inserats / die Bewerberzahl zu erhöhen.

2: Stratege und Umsetzer


Mit der Formulierung "Strategischer Sparringpartner" wird angedeutet, dass die Geschäftsleitung die (Marketing- und Kommunikations-)Strategie vorgibt, jedoch von dieser Rolle gechallenged werden möchte. Gewichtiger ist hier aber das Wort "Umsetzer" sowie der ziemlich krasse Hinweis, dass die Person die "Marketing Agenda" gegenüber Management, Consulting und - oh weh - Fachspezialisten vertreten werden muss.

Heisst, die Strategie kann sie kaum beeinflussen, für die Umsetzung ist sie weitgehend alleine zuständig aber es werden ihr so gut wie alle reinreden. Mit Eigenverantwortung und Gestaltungsmöglichkeit (siehe Nr. 8) hat das nichts zu tun.

3: Die Aufgaben von fünf verschiedenen Rollen in einer




Rolle 1 - Employer Branding. Das ist etwas, das Grossfirmen betreiben. Dort ist in der Regel ein Gremium von HR- und Kommunikationsleuten gemeinsam zuständig. Ein KMU (wie dieses mit 45 Angestellten), betreibt normalerweise kein systematisches Employer Branding. Wahrscheinlich haben sie dermassen Mühe, Fachkräfte zu finden, oder bereits einen so beschissenen Ruf, dass sie sich systematisch anstrengen müssen.

Rolle 2 - Event Manager. Traurig, aber offenbar wahr - hier ist der Marketingmensch auch fürs Ausrichten von Apéros und Firmenfeiern zuständig. Da Employer Branding auch zu seinen/ihren Tasks gehört, kommen wohl auch die Organisation von Graduates-Auftritten an Unis und externe Fachvorträge dazu. Definitiv nichts, womit sich ein Marketing- oder Kommunikationsspezialist normalerweise beschäftigt.

Rolle 3 - Marketeer. Immerhin, Marketing Aufgaben wie E-Mail Marketing (Newsletters), Content Marketing (Blog) und Social Media gehören doch auch noch zum Profil. Von klassischen Marketingmassnahmen (Print) wird hier allerdings nichts geschrieben. Auch ein Hinweis auf knappes Budget.

Rolle 4 - Networker. Dieses eine Wörtchen würde mich doch eher stutzig machen. Networking gehört eigentlich zu den Aufgaben der GL oder der Sales, weniger zum Marketing. So deplatziert dieses Wort hier in der Gegend rumsteht, steckt bestimmt etwas Unerfreuliches dahinter. Jemand wollte dieses Wort unbedingt noch drin haben. Es war ihm / ihr verdammt wichtig. Möglicherweise war der bisherige Stelleninhaber ein schlechter Netzwerker oder Eigenbrötler.

Rolle 5 - Kommunikations / PR Verantwortlicher.


5: Zwei Jahre Erfahrung genügen


Wenn wir zusammen zählen, kommen wir auf fünf Tätigkeitsprofile in einer (80%) Rolle. Jedenfalls, wenn wir die Funktionsprofile von Grossfirmen als Massstab nehmen. Bei KMUs ist es ja normal, Profile zu kombinieren. Jedenfalls bei den Rollen, die "nur kosten" und keine verrechenbaren Leistungen generieren.

Krass ist dann, zu lesen, dass der erfolgreiche Kandidat nebst einem Studienabschluss lediglich zwei bis drei Jahre Erfahrung mitbringen muss. Man muss sich das mal vorstellen - da kommt die Person von der Uni und schafft es in 24 Monaten, zu lernen, wie man Events organisiert, wie Marketing Automation funktioniert, wie man ansprechende Newsletters gestaltet und versendet, wie man Social Media Marketing betreibt (womöglich auf 6 oder 7 Kanälen parallel), wie Digital Advertising sprich Google AdWords funktionieren, wie man Employer Branding macht, wie man eine Pressemitteilung textet, wie man den Verkauf (und das Consulting?) unterstützt und auch, wie man netzwerkt. Ahja, und man ist dann mit schätzungsweise 25 auch strategischer Sparringpartner der Geschäftsleitung. Klingt für mich recht unrealistisch.

Ist es auch. Was mit "2-3 Jahre Erfahrung" vielmehr gesagt werden will: Wir können dir kein marktübliches Gehalt zahlen. Wir erwarten, dass du das Wissen und die Persönlichkeit eines mittleren Kadermitarbeiters mitbringst, zahlen dir aber nur einen Uni-Abgänger Lohn.

6: Wo der Hund des Vorgängers begraben liegt


In vielen Inserate-Texten werden die Mankos der / des Vorgängers augenscheinlich. Aufgrund des hohen Mitspracherechts der Kollegen und der GL (siehe oben) müsste diese Person vor allem ausgeglichen, belastbar und geduldig sein. Stattdessen steht da "präsentationssicher und argumentationsstark". Mit einer guten Präsentation und starken Argumenten hat man offenbar in diesem KMU mehr zu gewinnen, als mit Sozialkompetenz. Jedenfalls wenn man dem Text glaubt.


Ergebnisorientiert, Eigeninitiative und Organisationstalent deuten darauf hin, dass wer immer diese Rolle vorher wahrgenommen hat, als dies missen liess. Vermutlich jemand, der sich im "Sparringpartnersein", "Schnittstellenabgleich" oder "Networking" verloren hat und vergass, dass er auch noch alles selber umsetzen müsste.

7: Die Standard-Floskeln aka die blanke Lüge


Erfinder von Nonsens und Lügen
In fast jedem Stelleninserat erscheint mindestens ein Standard-Absatz. Diese Floskeln wiederholen sich wie das Logo in jedem Job-Ad der Firma. Kolportiert werden soll die so genannte FIRMENKULTUR. Man soll hier noch etwas vom Spirit der Firma spüren und sich irgendwie angesprochen fühlen. Der Inhalt ist barer Nonsens.

Flache Hierarchien sind kein Garant für zeitnahe, verbindliche Entscheidungen. Im Gegenteil. Flache Hierarchien hat diese Firma hier bestimmt, da ganz offensichtlich alle bei Marketing, Kommunikation, Events und Employer Branding mitreden dürfen und sollen. Je mehr Köche, desto beschissener der Brei (und desto mühsamer die Umsetzung). Die Gestaltungsmöglichkeiten dieser Rolle tendieren eher gegen null.

Nach der obigen Analyse ist klar, dass diese Rolle höchstwahrscheinlich null "systematischen Entwicklungsmöglichkeiten", null Eigenverantwortung und null Gestaltungsmöglichkeit haben wird. Wer so irre ist, sich hier zu bewerben, kann ja mündlich erfragen, wie die Entwicklungsmöglichkeiten genau aussehen - und ab der Antwort laut lachen! :-) Stabsstellen in KMUs haben nie systematische Entwicklungsmöglichkeiten. Und dies hier ist eine Stabsstelle.

8: Sehr gute Sozialleistungen


Als Unternehmer würde ich so etwas niemals in ein Stelleninserat schreiben. Wenn schon, formuliert man das aus. Fünf Wochen Ferien sind in der Schweiz eher der Standard, da das gesetzliche Minimum bereits vier Wochen beträgt. Büroangestellte erwarten heute einfach fünf Wochen Ferien. Dann Vaterschaftsurlaub erwähnen, ohne zu sagen, wie lange der genau wäre... lächerlich.

9: Wir sind lustig und besaufen uns gern



Für mich gehört die Erwähnung einer Bier-Zapfanlage und einer Whisky-Bar unter keinen Umständen in ein Stelleninserat. Auch beim Wort "Firmenreise" läuten schrille Alarmglocken. Wer bei diesem Betrieb einsteigt, gibt sein Privatleben ab.

Was im Stelleninserat fehlt


Echte Entwicklungsmöglichkeiten / Förderung

Wenn ich Stelleninserate lese, hoffe ich immer, irgendwo einen Hinweis darauf zu finden, dass die Firma auch mich weiterbringen möchte, nicht nur ich sie. Mich dünkt, früher war das eher der Fall. Man ging davon aus, dass ein Arbeitsverhältnis ein Geben und Nehmen war. Heute scheint der Markt mit Arbeitnehmenden gesättigt und es ist nur noch ein Nehmen seitens Arbeitgeber.


Teamwork & Unterstützung


Zwar steht "mithilfe interner Unterstützung und externen Partnern", jedoch fehlt im ganzen nachgehenden Text eine Erwähnung dieser internen oder externen Unterstützung. Stattdessen werden nur andere Gremien und Rollen erwähnt, die auf diese hier Einfluss nehmen dürfen. Implizit heisst das, diese Rolle hat kaum echte Unterstützung und lässt sich exakt sagen, was sie wie und wann zu tun hat. Da das Budget allem Anschein nach sehr limitiert ist, wird sich wohl auch die externe Unterstützung im Rahmen halten. Ein Einzelkämpfer also, der rein gar nichts zu melden hat.


Echte Benefits

Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice (!), Vergütung ans ÖV-Abo, Finanzierung von Weiterbildungen, Regelmässige Besuche an Fachmessen- und Vorträgen, Reka-Schecks, Möglichkeit, zusätzliche Ferientage einzukaufen oder unbezahlten Urlaub zu nehmen - all das wären echte Benefits für junge Erwachsene. Stattdessen scheint sich alles um das Bürogebäude zu drehen, sprich um die Firma selbst. Auch hier.


Wer sich hier bewerben sollte (wenn überhaupt)



  • Jemand, der direkt von der Uni kommt und noch gar keine Berufserfahrung vorzuweisen hat. In dieser Stelle lernt so jemand in "no time", wie man Anlässe durchführt, Newsletters verschickt, PR Meldungen textet, Employer Branding und Social Media Marketing macht und vermutlich kann man als wissbegieriger junger Mensch auch von den Consultants und Fachspezialisten profitieren. Nach zwei Jahren solltest du aber wieder gehen und irgendwo hin wechseln, wo du dich wirklich entwickeln kannst.

  • Jemand, der keine Freunde hat, z.B. neu in die Schweiz kommt. In dieser Firma wirst du sicher Freunde finden, vorausgesetzt, du gehst an all die Apéros, Firmenreislis und Events. Ob du deinen Job gut machst, ist für dich dann eher zweitrangig.

  • Jemand, dem es grundsätzlich am Allerwertesten vorbeigeht, wenn er IMMER jemanden in der Firma enttäuscht. Weil, mit so vielen, so umfangreichen und komplexen Aufgaben lässt sich das einfach nicht vermeiden.

  • Jemand, der sich niemals aufregt und der über allem steht. Wobei, dann solltest du Polizist/in werden, die verdienen besser, haben bessere Sozialleistungen und echte Entwicklungsmöglichkeiten. :)

Wenn du nicht sicher bist, nutze das Telefon-Screening



Ein von Rekrutierern gern genutztes Instrument ist heutzutage das Telefon-Screening. Die wenigstens HR-Leute haben Lust auf überflüssige Interviews, darum vereinbaren sie zunächst ein Telefonat. Darin klären sie u.a. die Verfügbarkeit des Kandidaten und seine Gehaltsvorstellungen ab. Dieses Telefonat solltest du aber deinerseits auch nutzen, um Unklarheiten zu beseitigen. Beim obigen Inserat würde ich persönlich ganz klar fragen, wo der Schwerpunkt der Aufgaben liegt. Oder ob Homeoffice möglich ist. Alles, was dir sehr wichtig ist in deiner nächsten Stelle, solltest du bereits im Telefonscreening ansprechen. Ansonsten verschwendest du nur deine Zeit, schlimmstenfalls die nächsten zwei Jahre!

Übrigens, wer Mühe hat, Stelleninserate wie dieses hier zu decodieren, der kann auch auf kununu nachlesen, wie andere diesen Arbeitgeber bewertet haben. Oft sind die Feedbacks ein wenig zu barsch - man hinterlässt eher negative Feedbacks als positive - aber auch sehr ehrlich.

Demnächst werde ich einen Blog Post zum Thema Selbständigkeit verfassen. Ich glaube, in der Schweiz sollten sich mehr Leute selbständig machen. Vor allem, weil wir als Angestellte sonst am leidenden Ende der Globalisierung stehen.

Bis bald und danke fürs Lesen! :-)

Mittwoch, 2. August 2017

Was tun mit einem Micromanager-Chef und seinem Aktivismus?

Es gibt den Typ Chef, der ist Micromanager. Meistens sind Micromanager Perfektionisten und tendieren zum Aktivismus. Immer aber sind sie unsichere Persönlichkeiten, die Angst vor dem Unkontrollierbaren haben. Wie man mit Micromanagern am besten umgeht, beschreibe ich im heutigen Post. Eine Tasse Tee passt übrigens gut jetzt. ;-)



Definition Micromanager

Ein Mikromanager ist eine Führungskraft, die sich sehr viel mit Einzelheiten eines von seinen Mitarbeitern oder Kollegen zu lösenden Problems beschäftigt. (Wikipedia)

Besonders stark betroffen vom Micromanager sind natürlich seine Direktunterstellten. Die können sich schlechter abgrenzen, als etwa ein gleichrangiger Kollege. Trotzdem sind Micromanager in alle Richtungen schwierig: Der Chef des Micromanagers schlägt sich mit übermässig vielen Rückfragen und "Save-my-Ass" E-Mails herum. Die gleichrangigen Kollegen ecken beim andersartigen Arbeitsrhythmus und Kommunikationsstil an. Die Stabsfunktionen schliesslich, wie z.B. Human Resources, leiden mit dem Micromanager unter komplizierteren Abläufen und oft markant höherer Fluktuation. Denn auf Dauer halten es nicht viele mit Micromanagern aus, vor allem nicht als Chef. Micromanager verursachen Mehrarbeit, Zeitverlust, "Ehrenrunden" und Frustration. Und dies, obwohl sie es in aller Regel einfach nur "richtig" machen wollen.

Definition Aktivismus

 
Damit ist nicht politischer Aktivismus gemeint, sondern die Tendenz, sinnlose Tätigkeiten auszuführen oder von seinen Mitarbeitenden ausführen zu lassen. Häufig treiben Micromanager ihre Leute zu Aktivismus. Ein Klassiker: Sie erinnern dich vor Ablauf einer Frist daran, dass die Frist bald abläuft. Damit macht sich niemand beliebt, aber dem Micromanager ist das egal. Hauptsache, man eliminiert das Risiko, die heilige Deadline zu verpassen.

Fast jeder Micromanager betreibt Aktivismus.

Was hat der Micromanager eigentlich für ein Problem? 

Werden sich viele fragen, die mit der Spezies zum ersten Mal in Kontakt kommen. Leider hat er nicht nur eins, seine Probleme sind vielfältig:

  • Fehlendes Vertrauen in die Fähigkeit anderer Leute. So grundsätzlich.
  • Kontrollsucht / Machthunger: Micromanager fühlen sich gerne unentbehrlich und wichtig. Wenn sie andere befähigen würden, könnten sie selbst überflüssig werden. So ihre Angst.
  • Narzissmus / Fehlerlosigkeit: Sie denken, sie können es besser. Sie denken, sie seien grundsätzlich überlegen und wollen am liebsten alles selbst erledigen.


Recherchiert man so im Netz, was man gegen Micromanager unternehmen kann, wird einem geraten, man soll behutsam auf sie eingehen. Zum Beispiel "overachieven". Heisst, ihnen keinen Grund geben, an einem zu zweifeln oder einen übermässig zu kontrollieren. Man soll dem Micromanager proaktiv alle Infos zuspielen, die er braucht, um sein Micromanagement-Bedürfnis zu befriedigen. Und man soll sich unbedingt penibel an die Regeln halten (auch wenn das NIEMAND anderes tut). Erst wenn es gaaaaaaaaaaaaaar nicht anders geht, soll man das Gespräch - oder vielleicht gleich einen neuen Job - suchen. Aauf gaaaar keinen Fall soll man den Micromanager Micromanager nennen. 

Ich denke, die meisten dieser Artikel wurden von einem Micromanagern verfasst. :-) Darum taucht auch häufig die Frage an den Leser auf: Kann es sein, dass du selber schuld bist, dass du gemicromanaged wirst? Machst du zu viele Fehler? Arbeitest du unselbständig?

Könnte natürlich sein. Meiner Erfahrung nach micromanagen Micromanager aber auch hoch performante, erfahrene, selbständige Leute, rauben ihnen dadurch den letzten Nerv und mobben sie schlimmstenfalls aus der Firma.

Was kann man also tun?

 

Die erwähnten Artikel zielen alle auf eine Verhaltensänderung der Betroffenen, nicht des Micromanagers. Ich finde das falsch. Das ist, wie wenn alle mit schusssicheren Westen herumlaufen würden, weil einem erlaubt ist, wahllos in der Gegend herum zu ballern. Wenn man es nicht schafft, sich anderweitig vom Micromanager abzugrenzen - sich befördern lassen wäre eine Möglichkeit, das Team wechseln eine andere - dann hätte ich hier ein paar Tipps:

1. Habe ein ehrliches Gespräch mit dem Micromanager


In einem ehrlichen Gespräch unter vier Augen musst du klar festhalten, dass du erkannt hast, dass dein Chef / deine Chefin ein Micromanager ist. Bringe drei Beispiele und halte weitere zehn bereit, falls er / sie die nicht gelten lässt. (Ja, zehn, drei wird er auf die leichte Schulter nehmen, zehn nicht.) Hoffe, dass er nicht alle hören will. Falls doch, erzähle sie ruhig und sachlich. Reg dich nicht auf.

Diese Aufzählung soll dazu führen, dass der Micromanager zugibt, dass er micromanaged. Mach ihm klar, dass du so nicht dein volles Potenzial ausschöpfen kannst und unter fortschreitender Demotivation leidest.


Versichere ihm aber, dass du hinter den Zielen der Abteilung und vor allem der Firma stehst. Betone wann immer es geht die Unternehmensziele, nicht die seiner Abteilung, denn ihm soll klar werden, dass du für die Firma arbeitest, nicht für seine Person. Betone, dass du dein Bestes gibst, die Ziele der Firma zu erreichen, er es dir aber mit seinem Micromanagement schwer macht.

Falls du bereits Jahresziele hast und einige Meilensteine erreicht hast, lege dies jetzt dar und frage konkret, ob dein Chef / deine Chefin in deiner bisherigen Leistungen irgendeinen Grund sieht, dich zu micromanagen.

Falls ja, behandle den Einwand. Halte dich dabei unbedingt an die Fakten! Jeder macht Fehler, steh z deinen. Zeige aber die Verhältnismässigkeit - respektive den Mangel daran - zu den positiven Ergebnissen auf.

Es kann sein, dass der Micromanager einsieht, dass er (tendenziell) falsch gehandelt hat, jeodoch jetzt behauptet, er könne gar nicht anders. In dem Falle sag ihm, dass ihr das gemeinsam versuchen werdet. Und bleib hart. Es zu versuchen oder nicht, ist jetzt nicht mehr allein seine Entscheidung. Dass er es bisher nicht versucht hat, ist Tatsache. Jetzt muss sich etwas ändern.

Fordere den Micromanager auf, dich in Zukunft nicht mehr zu micromanagen und operationalisiere diese Forderung. Etwa so: Ihr hattet bis jetzt jeden Montag ein einstündiges bilaterales Meeting und jeden Freitag musstest du eine halbe Seite Statusreport zu allen Tasks schicken. Neu wird es nur noch alle zwei Wochen eine halbe Stunde bilaterales Meeting geben, welches den Statusreport ersetzt. WENN NÖTIG. Sonst nicht. Und nötig heisst, es gibt etwas zu besprechen / entscheiden.

Wenn der Micromanager den Status eines bestimmten Tasks zwischenzeitlich dringend wissen muss, soll er / sie nachfragen. Es soll möglichst ein Holen seinerseits statt ein institutionalisiertes Bringen deinerseits werden. Denn so ist er immer in der Erklärungsnot, wenn er ab jetzt micromanaged / alles nachkontrolliert.

Behalte dir ausdrücklich das Recht vor, ihn in Zukunft sofort darauf hin zu weisen, wenn er wieder micromanaged. Ihr könnt dafür auch ein Handzeichen vereinbaren, falls ihm das lieber ist. Ziel bei all dem ist, dass bei ihm ein Bewusstsein für sein Fehlverhalten entsteht. Bislang war sein Verhalten für ihn der Goldstandard.

2. Setze deine Forderungen konsequent durch, hake notfalls beim HR nach

Weil, es ist so - langfristig willst du nicht für einen Micromanager arbeiten. Also entweder, er / sie ändert sich, oder du wechselst. Bevor du aber das Handtuch wirfst, gib der Person Zeit, sich zu ändern. Es kommt tatsächlich vor, dass Micromanager nicht merken, dass sie Micromanagen (hier im Artikel zu unterst ein Beispiel). Oft kriegen sie bei Mitarbeiterumfragen brutal schlechte Bewertungen und sind dann total überrascht.


Wenn sich drei, vier Monaten nach eurem Gespräch keine signifikante Besserung eingestellt hat, solltest du dich vertrauensvoll ans HR wenden. HR Abteilungen sind in aller Regel nutzlos, wenn es um persönliche Konflikte wie diesen geht. Sie hassen es, zu schlichten oder Lösungen zu finden. Deshalb erwarte keine Unterstützung von HR, sondern fahre die "Save my Ass" Taktik deinerseits. Beschränke dich darauf, HR korrekt über das Problem zu informieren. Auch darüber, was du bereits unternommen hast und was du und dein Chef eigentlich vereinbart habt. Sag ihnen dann freundlich aber klar, dass sich leider nichts verändert hat in den drei Monaten und dass du der Sache noch zwei weitere Monate gibst, bevor du deinerseits "weitere Optionen" prüfen musst. Die Rede ist von einem Wechsel deinerseits.

HR mag keine Wechsel, denn sie bedeuten Arbeit. HR muss wieder rekrutieren. Wenn es beim Micromanager schon viele Wechsel (aus bekanntem Grund) gegeben hat, schickt HR ihn eventuell in ein Management-Training.

Oft bringen solche Kurse übrigens tatsächlich was, denn dem Micromanager wird dort endlich klar, dass sein Fehlverhalten kein Kavaliersdelikt ist. Er trifft auch auf andere, die aufgrund dieser Probleme in die "Besserungsanstalt" geschickt wurden. 


3. Letzte Möglichkeit: Gehe zum Chef des Micromanagers

Auch möglich ist es, theoretisch, den Chef des Micromanagers in die Pflicht zu nehmen. Er hat diese Person schliesslich in eine Führungsrolle befördert und ist mit schuld daran, dass es jetzt nicht funktioniert. Diese Taktik ist allerdings heikel: Wenn der Chef des Micromanager Bosses dich weniger schätzt oder braucht, als den Micromanager, bist du deinen Job bald los. 

Es kann auch sein, dass der Boss deines Bosses gar nicht weiss, was du alles leistest, weil der Micromanager deine Erfolge als seine eigenen verkauft hat. Das tun sie oft, denn aufgrund ihrer Kontrollsucht schaffen sie es nicht, eigene Leistungen zu generieren, und müssen sich mit anderer Leute Federn schmücken. Sprich die ihres Teams.

Wichtig ist daher, dass du dafür sorgst, dass deine Leistung sichtbar ist, lange bevor du dich beschwerst. Wie man seine Leistung sichtbar macht, beschreibe ich in einem anderen Post. Das ist eine Wissenschaft für sich, und gerade für Frauen elementar, um im Beruf forwärts zu kommen.

Wenn du Konfronation grundsätzlich nicht magst, dann würde ich dir empfehlen, intern oder extern zu wechseln. Es ist nicht deine Pflicht, andere Menschen zu ändern und ich persönlich verstehe jeden sehr gut, der sich den Stress nicht antun will.

Keep calm and move on. Viel Glück!

Sonntag, 30. Juli 2017

Wie du dich am schnellsten unbeliebt machst

Doctor House hat sehr viele Vorlagen geliefert. Ebenso der Film "How to lose a guy in 10 days". Für Leute, die sich aus irgendwelchen Gründen schnell unbeliebt machen wollen, etwa, weil sie zuviele Freunde haben, hier ein paar Ideen.

Nimm Einladungen zu andern nachhause immer an, verzichte aber sowohl darauf, ein Geschenk mit zu bringen, als auch auf eine Gegeneinladung. Je öfter du das machst, desto unbeliebter wirst du.

Sprich als Erwachsener noch von deiner besten Freundin / deinem besten Freund. Damit implizierst du allen andern Freunden, dass sie höchstens zweitrangig sind.

Bau in deine Sätze möglichst oft "wie gesagt", "eben" oder "offensichtlich" ein. Damit unterstellst du deinem Gesprächspartner permanent, dass er entweder nicht zuhört oder schwer von Begriff ist.

Gratuliere keinem zum Geburtstag, achte aber darauf, deinen frühzeitig und oft zu erwähnen, damit ihn ja niemand vergessen kann.

Wenn du mit einem Freund auswärts essen gehst, und er anbietet, die Rechnung zu übernehmen, widersprich nie. Lade ihn aber auch nie selbst ein. Wenn er einmal nicht zahlt, bestehe auf getrennte Rechnung.

Sage es dem Gegenüber immer, wenn dir etwas an seiner / ihrer Erscheinung nicht gefällt (z.B. "Mit der Brille siehst du aus wie ein Lehrer." "Hast du in den Ferien zugenommen?" "Wann warst du zum letzten mal im Sport?" "Gab es das Hemd auch in deiner Grösse?" "Die Farbe steht dir nicht.")

Ganz effizient: Mach niiiiiemals Komplimente.

Kritisiere die Leute indirekt: "Früher hab ich auch noch Milch in den Kaffee getan, bevor ich es besser wusste" oder "Meine Nichte hält auch keine Diät durch" oder "Bei Michael Jackson wusste man auch nie sicher, ob er pädophil ist, zum Glück hatte er aber Geld".

Mach den Leuten ein schlechtes Gewissen. Das geht ganz subtil, etwa: "Bist du sicher, dass du eine normale Cola bestellen willst? Wäre Coke zero nicht besser für dich?" oder "Wow, ich könnte mir das diesen Monat nicht mehr leisten" oder "Ich lade mir nie kostenpflichtige Apps herunter, ich spare lieber auf ein Eigenheim."

Weise die Leute auf Fehler hin, die sie nicht mehr korrigieren können: "Das gab es zum halben Preis bei Ottos" oder "Ahja, wollte ich dir noch sagen, da ist Parkverbot" nachdem er eine Busse erhalten hat. Oder "Zum Glück hab ich die Aktie bei XY noch verkauft!"

Gib falsche Ratschläge: "Rotweinflecken bekommt man am besten mit Salzsäure raus" oder "Ein SBB Tageskarte von der Gemeinde kriegt man auch noch problemlos am Tag vor der Reise" oder "Wenn das Licht für die Entkalkung leuchtet, kannst du noch locker 300 Kaffees rauslassen."

Flirte mit ihrem Lebenspartner / seiner Lebenspartnerin.

Telefoniere regelmässig mit deinen Ex-Freunden, um ihre neuen Partnerinnen zu ärgern. Oder like alle ihre Facebook Posts oder poste alte Fotos von euch zwei auf seiner Timeline mit den Worten: "Weisst du noch? Was für ein geiler Tag!"

Wenn du zu Gast bist, füttere das Haustier vom Tisch.

Leihe dir immer wieder Geld aus. Zahle es erst zurück, wenn man dich daran erinnert. Wenn überhaupt.

Wenn du und dein Partner/ deine Partnerin ein gemeinsames Konto für gemeinsame Auslagen habt, begleiche ab und zu eine deiner persönlichen Rechnungen darüber. Etwa eine teure Arztrechnung. Darauf angesprochen, fragst du entrüstet, ob deine Gesundheit etwa nicht für beide wichtig sei.

Sag, dass du dich um etwas kümmerst (den Abwasch, die Schmutzwäsche, das Auto staubsaugen), tue es dann aber nicht. Wenn man dich daran erinnert, sag, dass du es gleich tust, vergiss es aber wieder.

Wenn deine Freundin / dein Freund einmal etwas neues ausprobieren will, und die Möbel umstellt, stelle sie sofort wieder so hin, wie sie vorher waren. Ohne Gerede.

Im Büro...

Wenn der Kollege nicht da ist, hänge sein Bild von der Wand und ersetze es durch eines, das dir gefällt.

Wenn der Kollege in den Ferien ist, beschwere dich beim Chef über etwas, das er versäumt hat / falsches gesagt hat / nicht informiert hat. Er kann sich nicht wehren und wenn er wieder da ist, ist die Meinung über ihn längst gemacht.

Unterstelle jemandem Mobbing oder sexuelle Belästigung. (Das macht einen extrem schnell unbeliebt, auch wenn es stimmt.)

Wenn jemand einen offensichtlichen Fehler gemacht hat, kritisiere ihn / sie hart und wiederkehrend und öffentlich dafür. Warne in Zukunft alle, ihm / ihr je wieder eine verantwortungsvolle Aufgabe an zu vertrauen.

Flirte mit der Praktikantin / dem Lehrling.

Flirte mit dem Chef des Chefs. Oder dem CEO. Sei hartnäckig.

Nimm dir regelmässig die Stifte des Kollegen und kaue darauf herum.

Lass die Post-It Blöcke der Kollegen verschwinden, damit sie im nötigen Moment sicher nie was zum notieren haben.

Stelle eine Schüssel voller Süssigkeiten an Orte, wo jede/r daran vorbeiläuft. Damit ruinierst du ihre schlanke Linie. Sehr beliebt bei Kollegen / Kolleginnen auf Diät.

Plane deine Ferientage frühzeitig so, dass sie möglichst vielen Kolleginnen / Kollegen mit Familie in die Quere kommen. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Klaue Toilettenpapier, Druckerpapier, allgemeines Büromaterial und Haushaltsartikel. Erwähne, wie viel Geld "man" damit für die Altersvorsorge sparen könnte. Darauf angesprochen, beschuldige eine Kollegin / einen Kollegen.

Downloade Filme übers Firmennetzwerk auf deinen privaten Laptop.

Höre während der Arbeit Musik. Auch wenn kaum einer reklamiert, die meisten kotzt es an.

Gestalte dir auf MOO.com gepimpte Visitenkarten und verteile stolz die statt die öden, die du bei Stellenantritt erhalten hast. Am besten so, dass es dein Chef / deine Chefin sieht. Schreibe ggf. eine bessere Funktion hin, als die, die du wirklich bekleidest.



Viel Spaaahaass! ;-)

Montag, 26. Juni 2017

Woran man eine gute Frau erkennt

Mein erfolgreichster Blogpost war der, wie man einen guten Mann erkennt. Fairerweise sollte ich wohl auch einmal beschreiben, woran man eine gute Frau erkennt.


Da ich eine Frau bin, erkenne ich eine "gute" Frau wahrscheinlich an anderen Qualitäten, als ein Mann. Darum werde ich mich auch hier, wie auch im andern Artikel über gute Männer, nicht mit Äusserlichkeiten aufhalten. Innere Werte sind langfristig mehr wert. Finde ich jedenfalls.



Eine gute Frau erkennt man heutzutage an folgenden Kriterien:

  1. Sie ist alleinstehend.
     
  2. Sie steht auf eigenen Beinen (= sie hat ihre Finanzen im Griff).
     
  3. Sie ist emotional stabil. Der Punkt ist bei einer Frau eigentlich der wichtigste, darum komme ich später im "Psycho-Test" nochmals darauf zurück.
     
  4. Sie ist ungefähr in deinem Alter, plusminus 3-5 Jahre. Wenn du Kinder möchtest, und älter als 45 bist, dann hast du dir meiner Meinung nach einfach etwas zu viel Zeit gelassen. Sorry.
     
  5. Sie könnte und würde mit dir jetzt sofort Volleyball spielen gehen. Was ist das für ein Kriterium, wirst du fragen, aber auch auf das gehe ich weiter unten im "Tussi-Test" noch genauer ein.
     
  6. Sie schafft es, ein Abendessen lang ihr Smartphone in der Handtasche zu lassen. Je länger sie ohne durchhält, desto besser. Handysüchtige Frauen sind etwa so sexy wie Raucherinnen.

  7. Sie ist viel zu selbstbewusst, um vorzugeben, anders zu sein, als sie ist. Heisst insbesondere: Sie lügt nie.

  8. Sie hat Kinderstube. Das äussert sich (wie bei Männern) nicht nur in den Tischmanieren, sondern auch in der Art, wie sie zuhört, wie sie ihre Antworten formuliert (nicht verletzend) und wie sie über andere spricht (sachlich).

  9. Sie mag Kinder. Kann man jetzt sagen, sei unwichtig, wenn man keine Kinder (zusammen) möchte, andererseits könnte Kinderliebe als grundsätzliche Qualität gewertet werden. Kinderhassende Frauen sind oft verbitterte, egoistische, wertende Wesen. Manche Frauen tun so, als wollten sie Kinder, meinen es aber nicht so. Dafür gibt es den "Mutti-Test" (siehe unten).

  10. Sie ist nicht untergewichtig. Und Untergewicht beginnt ab dem 30. Altersjahr bei Kleidergrösse 36. Untergewicht ist immer ein Zeichen eines "troubled minds". Vor allem, wenn die Dame sich ganz offensichtlich bei jeder Speise, jedem Getränk überlegt, ob sie es sich kalorientechnisch leisten kann. Oder exzessiv Sport treibt, um schlank zu bleiben. Auch hier hilft der "Psycho-Test".

Tussi-Test

Den Tussi-Test empfehle ich jedem Mann, denn mit ihr lässt es sich auf Dauer schwer aushalten. Tussis sind meistens auch "anal fixiert", muss aber nicht immer so sein. Tussis sind im echten Leben, wenn es hart auf hart kommt (und das tut es immer irgendwann), unbrauchbar. Nicht nur, weil ihre Kunstnägel zu schnell abbrechen, sondern vor allem, weil sie sich selber viel zu wichtig nehmen und Wesentliches nicht von Unwesentlichem unterscheiden können.


Wie erkennt man eine Tussi schnell und zuverlässig?

Stufe 1 - Verbring eine Nacht mit ihr
(ich muss lachen, aber so merkst du es wirklich am schnellsten... )

Tussis sind komplett rasiert. Häufig sogar komplett gewaxt. Sie haben dermassen Gräuel vor ihrer Körperbehaarung (und -funktionen), dass sie nichts dem Zufall überlassen. Beim Sex liegen sie am liebsten unten, weil sie dann einen schön flachen Bauch und ein faltenfreies Gesicht haben. Gut, es gibt auch normale Frauen, die sich (ausnahmsweise) mal komplett rasieren, wenn sie einen neuen Mann treffen, aber die machen folgendes eher nicht: Eine Tussi schminkt sich vor dem Zubettgehen ab, auch wenn es halb drei Uhr morgens ist. Sie hat IMMER ihr Necessaire mit dabei mit der high-end Feuchtigkeits- und Anti-Ageing-Pflege sowie dem kompletten Schminkset für den nächsten Morgen. 

Eine normale Frau benutzt wahrscheinlich die Zahnbürste des Mannes (hey, die Flüssigkeiten wurden ja schon ausgetauscht, who cares?) und "leiht" sich eine Boxershort aus. Sie schminkt sich nicht ab und es ist ihr egal, dass sie am nächsten Morgen suboptimal aussehen wird. Das ist eine QUALITÄT!


Stufe 2 - Frühstücke mit ihr (nachdem ihr die Nacht zusammen verbracht habt)



Ein Tussi wird höchstwahrscheinlich schon einmal aufgestanden sein, bevor du erwachst. Sie hat im Bad das "Gröbste" gerichtet. Heisst: Zähne geputzt, Gesicht gewaschen, ggf. geduscht, sich eingecremet und ein "Mini-Makeup" aufgelegt (Augenring-Concealer, Kajal, Brauen, Wimperntusche). Wahrscheinlich trägt sie auch irgendeinen betörenden Duft.

Eine normale Frau hätte sich höchstens die Zähne geputzt und freut sich jetzt auf einen Kaffee von dir ans Bett. Du denkst vielleicht, Version Tussi wäre dir lieber, aber mit ihr wird später auch wirklich alles "High Maintenance".

Mutti-Test



Du möchtest wissen, ob du mit der Angebeteten eine Familie gründen kannst? Sehr gute Frage. An diesen Indizien erkennst du Frauen mit Mutterqualitäten:

  1. Sie hat bereits ein Kind oder mehrere. Ja, das ist das sicherste Zeichen, dass sie eine potenzielle Mutti sein könnte. ;-) Die Frage ist jetzt nur noch, ob sie noch weitere Kinder (mit dir) möchte. Ich verstehe nicht, wie viele Männer Mütter gar nicht auf dem Radar haben, sogar eher als B-Ware betrachten. Dabei wissen Mütter nicht nur, wie man Kinder kriegt, sondern auch, wie man sie am Leben hält. (Beides nicht so einfach, wie ein Kind zu machen, bye the way.)
     
  2. Sie investiert mehr Geld und Mühe in ihre Wohnung(-seinrichtung) als in ihre Erscheinung. Heisst, sie ist häuslich, und das ist eine Grundvoraussetzung für eine gute Mutter.
     
  3. Sie ist jünger als 40. Klingt jetzt fies, aber wenn eine mit 40 noch kein Kind hat, dann stellt sie irgendetwas anderes definitiv über den Kinderwunsch. (Gilt auch für Männer über 40!)
     
  4. Sie hat einen Hund (oder eine Katze). Viele jüngere Frauen ohne Kind und Partner tun sich ein Haustier als Ersatzkind zu. Manchmal ist ihnen das bewusst, oft auch nicht. Darum sei es gesagt: Solche Frauen kümmern sich gern um andere.
     
  5. Sie hütet das Kind ihrer Schwester. Gewiss, dazu muss frau erst eine Schwester haben. Ich beobachte dieses Szenario einfach sehr oft und halte das für ein untrügliches Zeichen von Mutterqualität. Leider kommt es selten vor, dass ledige, kinderlose Frauen die Kinder ihrer Schwägerinnen hüten. Liegt manchmal vermutlich auch an überbehütenden Müttern, die ihr Baby nicht abgeben wollen. :)

Psycho-Test

 

Soooo oft hab ich von Männern gehört, ihre Ex sei nicht ganz dicht. Manche sagten das, um die Enttäuschung oder einen Korb zu verarbeiten. Andere führten handfeste Argumente an: Die Frau nimmt Medikamente (und gemeint sind Psychopharmaka), die Frau ist in psychologischer Behandlung, die Frau ist Missbrauchsopfer oder sonstwie traumatisiert, die Frau ist magersüchtig, eifersüchtig, kontrollsüchtig oder schlägt zu, wenn ihr etwas nicht passt. 

Der gemeinsame Nenner? Diese Frauen ruhen nicht in sich selbst.

Ich hab keine Ahnung, wie es ist, traumatisiert zu sein, in der Vergangenheit fest zu stecken und alle gegenwärtigen und zukünftigen Erfahrungen an einem Masstab zu messen, der unheilvoll verschoben und verbogen ist. Ich habe immer das Gefühl, die Wahl zu haben, ob ich einer Situation oder Person eine Chance gebe, oder nicht. Aber wenn man ein psychisches Problem hat, dann scheint vieles einfach plötzlich sehr schwer zu werden, was andern leicht fällt.



In diesem Artikel geht es aber nicht um die armen Frauen, die psychische Probleme haben, sondern, wie man eine normale, gesunde Frau und potenzielle Mutter seiner Kinder identifiziert. 

Achte auf folgende Zeichen und sortiere gestörte Frauen aus:
 

  1. Auch hier ein untrügliches Zeichen: Magersucht. Oder ebenso schlimm: Krasses Übergewicht. Beides zeugt von psychischen Defiziten und mangelnder Selbstliebe. Wie soll sie da ein Kind lieben können?
     
  2. Unehrlichkeit. Lügen ist immer ein klares Indiz für eine unsichere Person. Wer zu sich steht, zu dem, was er / sie tut, hat niemals einen Grund, zu lügen. Die Wahrheit sagen können bedeutet, mit Konflikten und anderen Meinungen umgehen können. Standhaft bleiben können. Die eigene Identität pflegen. Im Optimalfall: Sich und andere wertschätzen.
     
  3. Eifersucht. Sie zeugt auch von Unsicherheit. Die Frau hat Angst, dich zu verlieren. Manchmal schliesst sie von vergangenen Erfahrungen auf dich, manchmal sogar von sich selbst. Oft ist es auch nur Kontrollwahn. So oder so: Eifersucht ist ein no-go und führt früher oder später zu argen Beziehungsproblemen. Immer. Übrigens, Männer, die eifersüchtige Freundinnen bevorzugen, haben auch Defizite. Sie möchten die Frau kontrollieren. Sehr manipulativ und schädlich.
     
  4. Klammern. Glaub mir, lieber ärgerst du dich über eine Freundin, die oft mit Kollegen aus ist, als dass du eine hast, die alles mit dir zusammen erleben will. Menschen müssen eigenständig funktionieren können. Du kannst ihr auch nicht garantieren, bis zu ihrem Tod für sie da zu sein, oder?
     
  5. Selbsthass. Manche Frauen lehnen sich selbst aus irgendeinem Grund ab. Das merkt man an Subtilem, z.B. unvorteilhafter Kleidung, langweiliger Frisur, immer dieselben Klamotten (v.a. privat) oder wie sie über sich selbst sprechen. Diese Frauen ertragen Aufmerksamkeit schlecht, vor allem in Gruppen. Unsichere Frauen wie diese können sich zwar noch entwickeln, aber das dauert unter Umständen lange. Sie sind oft launisch und unberechenbar. Besser suchst du dir jemanden, der mit sich selbst bereits im Reinen, etwas reifer ist und sich nicht bewusst oder unbewusst für irgendwas bestraft.
     
  6. Sie hat Humor. Das beste Zeichen für einen gesunden Geist.
Viel Glück!


Mittwoch, 21. Juni 2017

Teilzeitstrategien - für berufstätige, angestellte Mütter

Vor einer Weile habe ich einen Post zum Thema Teilzeitarbeit finden veröffentlicht. Heute geht es darum, wie man die ganz spezifischen Herausforderungen von Teilzeit-Jobs (als Angestellte) am besten angeht. Ich spreche aus Erfahrung.

Seit einigen Jahren arbeite ich 60-70% Teilzeit und ziehe daneben ein Kind (Jahrgang 2014) gross. Ich begegnete in dieser Zeit Müttern, die seit dem ersten Kind nicht mehr berufstätig waren, Müttern, die Teilzeit arbeiteten (und zwar in Varianten von 20 bis 80%) und ich lernte sogar eine Mutter kennen, die trotz zwei Kindern immer Vollzeit gearbeitet hat. Letztere blieb aber ein Einzelfall und war von allen die beruflich erfolgreichste. Eigentlich logisch.



Nun unter den Müttern, die trotz (Klein-)Kind noch berufstätig sind, habe ich bald deutliche Unterschiede erkannt, aber eins hatten alle gemein: Sie wirkten oft ausgelaugt, gestresst und unzufrieden. Die einzigen entspannten Mütter, die ich kenne, sind die Hausfrauen. (Und eine, die 80% als Lehrerin arbeitet und ihr Kind jede Woche von Sonntag bis Montag ihrer Mutter abgibt).

Es gibt Mütter, die arbeiten müssen, weil sie sonst nicht über die Runden kämen (allen voran die Unverheirateten, die erst ab 2017 Unterhaltszahlungen gelten machen können) oder diejenigen, die arbeiten wollten oder diejenigen, die müssen und wollen. :) Die Höhe des Pensums hat einen riesengrossen Einfluss auf die Belastung der Mutter. Auch, ob sie eins oder mehrere Kinder hat, ob sie alleinerziehend ist oder der (Ex-)Partner mithilft, ob genug Geld da ist, etwa für Babysitter, Putzfrau, Spielgruppe oder andere externe Betreuungsmöglichkeiten.

Aber egal, wie die private Situation einer Arbeitnehmerin aussieht, folgende Gleichung spielt immer im Berufsleben:

Je tiefer das Pensum, desto kleiner die übertragene Verantwortung, desto kleiner die Erwartungen an die Arbeitnehmerin, desto tiefer das Gehalt. Je höher das Pensum, desto verantwortungsvoller der Posten, desto grösser die Erwartungen, desto höher das Gehalt.


Mütter im 20-40% Pensum

Ich habe festgetellt, dass Mütter im 20-40% Pensum in operativer Arbeit, für die sie praktisch immer überqualifiziert sind, versaufen. Man lädt sie grundsätzlich selten zu Meetings ein, weil man sie nicht vom "arbeiten" abhalten will. Weiterbildungen bezahlt man ihnen schon gar nicht und an Teamevents tauchen sie in der Regel auch nicht auf. Sie sind zu bedauern, wie ich finde. Sehr sogar. Die Arbeit bleibt während der Tage, die sie nicht arbeiten, für sie liegen. Meistens haben sie keine Stellvertretung, weil ihre Tasks a) niemand will und b) ja warten können. Typischerweise kümmern sie sich z.B. um die Werbeartikel (in der Marketingabteilung) oder das verbuchen von Kreditorenrechnungen (in der Buchhaltung).

Strategie:  Die gute Nachricht: Es werden keine Glanzleistungen erwartet. Man ist die Bürokraft, die den Scheiss erledigt. Für diese Mutter sind viele dankbar, denn sonst kümmert sich niemand (so zuverlässig und gut) um den Scheiss. Höchstes Gebot: Nicht hetzen! Nicht hetzen! Nicht hetzen!
Wenn Du mehr leistest, als normal oder üblich wäre - nimm als Massstab die Kollegen, die Vollzeit arbeiten - löst Du einen Teufelskreis aus. Man wird immer mehr auf Deinen Tisch knallen. Mach Pausen, wie die Kollegen, ja keine Überstunden und for f§¬°s sake nimm Dich nicht ernster als die andern es tun. Noch ein Tipp: Überleg dir, was Du Dir von diesem Job genau versprichst und wie lange Du ihn noch machen möchtest. Prüfe auch, ob Du als Freelancer nicht mehr Geld mit weniger Mühe und mehr Flexibilität verdienen könntest.

Mütter im 60-70% Pensum

Diese Arbeitnehmerinnen haben es auch nicht leicht. Sie haben mit Glück einen Job ergattert, der ihrer Qualifikation von vor fünf oder acht Jahren entspricht und vielleicht, vielleicht, noch anständig bezahlt wird. Der Arbeitgeber profitiert noch so gern von ihrem überdurchschnittlichen Erfahrungsschatz, zahlt ihr dafür aber verhältnismässig wenig, fördert sie in der Regel aber (aus Prinzip) nicht, da Teilzeitkraft. Sie könnte ja wieder schwanger werden und aufhören - die Investition wäre für die Katz.

Von diesen Müttern wird erwartet, dass sie wichtige Meetings (oft wiederkehrende an einem bestimmten Tag des Monats / Quartals) auch ausserhalb ihrer üblichen Arbeitszeit wahrnehmen. Theoretisch könnten sie die Zeit dann kompensieren, tun es aber faktisch nicht, weil sie a) ebenfalls in Arbeit versaufen und b) ein schlechtes Gewissen haben. Auch ihre Arbeit bleibt während der regelmässigen Abwesenheit liegen (als ob das ok wäre), kann aber häufig nicht wirklich warten. Dies führt dazu, dass diese Mutter a) auch an ihren freien Tagen E-Mails checkt und beantwortet und b) trotzdem immer wieder an den überstellten Erwartungen ihrer Chefs aufläuft.

Strategie:

1.) Besorge Dir Unterstützung. Schön wäre auch eine Stellvertretung.
Die meisten Teilzeitstellen hätten gar nie als Teilzeit ausgeschrieben werden dürfen. Man wollte
einfach Kosten sparen. Dein Arbeitgeber kalkulierte von Anfang an, dass Du 100% Leistung für den Teilzeitlohn erbringst. Deine oberste Priorität muss daher sein, Unterstützung zu erhalten. Gerade Tasks, die Deiner Qualifikation nicht entsprechen, solltest Du dringendst delegieren. Arbeite so oft es geht mit externen Dienstleistern (Grafikern, Textern, Konzeptern, Übersetzern...), spanne Unterbeschäftigte ein (z.B. ledige Sekretärinnen) oder Praktikanten, Lehrlingen oder ältere Mitarbeiter, die eine ruhige Kugel schieben. Nur so kannst Du Dich dann auf die Arbeiten konzentrieren, an denen man Dich wirklich messen wird (siehe 3.).

2.) Akzeptiere keinen Kadervertrag, bei dem Du Überstunden nicht kompensieren kannst
Warum denn das, Kader ist doch geil, fragst Du? Für Vollzeitarbeiter JA!
Teilzeitverarschten, wie ich die hochprozentig arbeitenden Mütter auch nenne, verkauft man ihre Position gerne als "Kaderstelle", obschon so gut wie nie eine Führungsfunktion besteht. Warum? Aus Prinzip. Was ist also eine Kaderstelle ohne Führungsfunktion? Eine Stabsstelle, eine Fachverantwortung - okay... vor allem aber eine Mogelpackung. Du kriegst ein paar Benefits mehr - ein Handy, eine zusätzliche Woche Ferien, Parkplatz - aber im Gegenzug kannst Du Überstunden nicht mehr kompensieren. Ich würde in so einem Fall von Anfang an auf einen normalen Arbeitsvertrag bestehen. Die Rechnung geht nämlich nicht auf.

3.) Konzentriere Dich auf Deine Jahresziele, und wie Du Deine Leistungen ins beste Licht rückst.
In den meisten Firmen werden Jahresziele eher detailliert formuliert. Wenn man Dir im Lauf des Jahres dann Projekte übertragen will (und das passiert immer), die in den Jahreszielen nicht widerspiegelt werden, versuche entweder, sie sofort zu delegieren, oder lass Deine Jahresziele ergänzen / ändern. Wenn absehbar ist, dass Du das Projekt nicht zusätzlich stemmen kannst (= ohne Überstunden), sorge dafür, dass Du ein anderes Projekt abgeben kannst.

Das klingt nun alles klar und leicht, ist es in der Tat natürlich nie. Eine Frau und insbesondere eine Teilzeitarbeitende Mutter braucht Feingefühl, Diplomatie aber vor allem Durchsetzungskraft.

Mütter im 80% Pensum

Du verbringst nur einen Tag der Arbeitswoche mit Deinem Kind. Dein Job muss Dir viel bedeuten, oder zumindest das Geld oder die Perspektive, die sich ergeben. Von allen teilzeitarbeitenden Müttern hast Du es im Büro am leichtesten. Den einen Tag, den man fehlt, kann man als durchschnittlich begabte Fachkraft in der Regel leicht kompensieren. In all den Jahren, in denen ich Vollzeit beschäftigt war, war ich praktisch nie voll ausgelastet. Heute, nach Reorgs die überall stattgefunden haben, sieht das sicher ein wenig anders aus. Je weiter weg von Zürich man aber arbeitet, desto entspannter soll es sein (hab ich gehört).

Strategie: Setze viel daran, dass man Dich gleich behandelt, wie einen Vollzeitangestellten. Du leistest wahrscheinlich gleich viel, also wäre das nur fair. Ausserdem solltest Du Zeit darauf verwenden, Deine Leistung zu präsentieren. Bei mir war das das erste, das ich vernachlässigt habe, um mehr erledigt zu bekommen, und das war ein Fehler. Priorisiere deine Arbeiten nach dringend/wichtig und nicht dringend/unwichtig. Dich regelmässig profilieren gehört zu den dringenden und wichtigen Aufgaben.

Allgemeine Tipps


Babypause: Als Mutter würde ich nie nach dem in Schweiz gültigen Mutterschaftsurlaub von 14 Wochen (mit 80% Lohnfortzahlung) wieder arbeiten. Ein halbes Jahr ist das Mindeste, was man seinem Neugeborenen an uneingeschränkter Mutterliebe schenken sollte. Natürlich ist das aber häufig eine Frage des Geldes.

Pensumshöhe in der magischen Phase: Sei Dir bewusst, dass dein Kind nur wenige Jahre klein, magisch und abhängig ist. Diese Zeit kommt nicht zurück, verpasse sie also nicht. Das richte ich auch an die Väter, die einen Papitag pro Woche schon als grosses Opfer ansehen.

Pensumsform:
Es ist logisch, braucht aber wieder Durchsetzungskraft: Verteile Deine Präsenzzeit auf so wenig Tage wie möglich. Arbeitest Du 50%, lass Dich nicht dazu bringen, an fünf Tagen den Vormittag zu arbeiten. Allein der Arbeitsweg, aber auch der Aufwand, das Kind zu holen und zu bringen, lohnt sich nicht. Ich habe viele solche Jobinserate gesehen, und mich nie beworben. Sie zeugen von wenig Familienfreundlichkeit.

Sorgerecht vs Betreuungspflicht:
Seit 2014 gilt das gemeinsame Sorgerecht, dies ist aber nicht zu verwechseln mit geteilter Betreuungspflicht. Das Sorgerecht sagt nur, dass die Eltern gemeinsam Entscheidungen über das Wohlergehen und die Entwicklung des Kindes treffen, nicht eine Partei allein. Etwa, wo das Kind zur Schule geht. Im Hinblick auf eine gute Lösung der Arbeitstätigkeit (beider Eltern), muss man klar festhalten, dass auch beide für die Sicherstellung, Organisation und Finanzierung der Betreuung des Kindes verantwortlich sind. Auch wenn sie getrennt haben.

Fremdbetreuung:
Oft wird gejammert, wie teuer Kita-Plätze in der Schweiz seien, dabei ist die Kita immer noch günstiger, als wenn Papi oder Mami nicht arbeiten würden. Die Kosten der Kita orientieren sich (Kt. ZH) am Einkommen der Eltern. Wer wenig verdient, zahlt auch weniger.
Ich persönlich finde daneben, dass die Kita nur eine Form der vielen Betreuungslösungen darstellt. Eine Tagesmutter kostet zum Beispiel weniger (ca. 8.- pro Betreuungsstunde = 80-100.- pro Tag plus Windeln und Verpflegung), ist flexibler und über die Jahre auch stabiler als wechselndes Personal in einer Kita. Ausserdem wird Dein Kind dort seltener krank, da es weniger kranken Kindern ausgesetzt wird = Du fehlst weniger am Arbeitsplatz.
Toll ist, wenn man Grosseltern einbeziehen kann. Klar ist, dass es die Beziehung zu den eigenen Eltern stärkt, wenn sie auf Enkel aufpassen dürfen. Ob sie wollen und wie oft, muss man genau erfragen (und das immer wieder). Es sollten die Grosseltern beider Eltern in die Pflicht genommen werden, da dies sonst die Paarbeziehung belastet.
Auch nützlich sind andere Mütter. Diese sind oft froh, wenn sie ihr Kind - auch nur für Stunden - abgeben können. Du lernst sie in der Nachbarschaft, im Muki-Treff oder in der Badi kennen. :) Wenn Du schüchtern bist, denk daran, sie brauchen Dich genauso, wie Du sie!

Geld 1: Wenn es Dein erstes Kind ist, profitierst Du am meisten, wenn Du vor der Schwangerschaft / Geburt Vollzeit gearbeitet hast. Da sind u.U. freiwillige Zusatzleistungen Deines Arbeitgebers (bei mir waren das 18 Wochen Urlaub statt 14 und 100 statt 80% Lohnfortzahlung). Wenn sie Dir nach der Geburt nicht entgegenkommen können oder wollen (unbezahlte Abwesenheit, Pensumsreduktion) und Dir kündigen, kannst Du (ohne schlechtes Gewissen!!!) Arbeitslosengeld beantragen. Es fallen keine Einstelltage an. In dem Falle, bleib ein Jahr zuhause und nimm Dir Zeit, etwas zu finden, das zu Dir passt. Niemand erwartet von einer Mutter, dass früher wieder arbeiten geht. In der Schweiz wird vom Gesetzgeber sogar davon ausgegangen, dass Mütter erst ab dem 10. Altersjahr des jüngsten Kindes wieder Teilzeit arbeiten können.

Geld 2: Ledige getrennte Mütter: Mit dem neuen Betreuungsunterhalt, den ab 2017 auch unverheiratete Mütter erhalten, kann eine längere Babypause ebenfalls mitfinanziert werden. Wie die genauen Zahlungen aussehen, ist noch unklar, und hängt davon ab, wie viel % eine Mutter arbeitet. Je mehr sie betreut, desto mehr Geld erhält sie vom Vater des Kindes. Dabei ist unerheblich, ob die beiden einmal im Konkubinat lebten oder wie lange.

Geld 3: Auch Du darfst Gehaltserhöhungen verlangen. Mindestens so hoch, wie die Teuerung in diesem Jahr war. Mach es Dir zur Gewohnheit, beim Jahresendgespräch (oder einfach im November) das Thema auf die Agenda zu bringen. Wenn man Dir keine Gehaltserhöhung anbietet, frag nach der Begründung und wie Du Dich im nächsten Jahr dafür qualifizieren kannst. Teilzeitverarschte werden auch bei Lohnerhöhungen übergangen, und das obwohl sie sich häufig am meisten abrackern.


Absenzen 1: Teilzeitmütter stehen im Ruf, häufig aufgrund von Krankheiten ihrer Sprösslinge (oder sich selbst) am Arbeitsplatz zu fehlen. Das rührt meiner Meinung nach vor allem daher, dass viele Mütter nicht zulassen, dass der Vater auch Verantwortung für ein krankes Kind übernimmt. Väter können das aber. Darum schau, dass der Vater die Hälfte der krankheitsbedingten Absenzen übernimmt. Du übernimmst schliesslich immer, wenn das Kind dann krank ist, wenn Du nicht arbeitest, das ist auch ein Opfer. Sei Dir dessen bewusst.

Absenzen 2: Obwohl die Mutter / der Vater von Gesetzes wegen pro Krankheitsfall drei Tage vom Arbeitsplatz fern bleiben kann, um ein krankes Kind zu betreuen, kommt es beim Arbeitgeber natürlich schlecht an. Darum sollte man, wenn es geht, zumindest erreichbar sein (telefonisch) und seine E-Mails checken und beantworten. Selbstverständlich hat man dafür zu sorgen, dass man wichtige Tasks & Sitzungen verschiebt oder eine Stv. organisiert.

Absenzen 3: Vollzeitangestellte nehmen ihre Arzttermine während der Arbeitszeit wahr. Die meisten Arbeitgeber sind da kulant und rechnen das als Arbeitszeit, die nicht nachgeholt werden muss. Bei Teilzeitverarschten sieht es ein wenig anders aus. Von uns wird erwartet, dass wir Arzttermine in den andern Tagen wahrnehmen. Das ist nicht fair (wie so vieles anderes). Mein Rat wäre, dass man die Zeit, die andere "geschenkt" erhalten, auf das eigene Pensum umrechnet. Das ist dann die Zeit, die man fairerweise selber zu gute hätte. Nimm sie in Form von Pausen oder geh einmal früher. Betone dann aber, dass Du Arzttermine in Deine Freizeit legst (profilieren).



Firmenapéros, Firmenessen, Firmenausflüge:
Meine Meinung ist da (als Mutter) klar: So selten wie möglich, so oft wie unbedingt nötig. Apéros sind was für Leute ohne Familie, die massenweise Freizeit haben. Firmenessen sind eine Tortur. Mittelmässiges Essen, mittelmässiger Wein, öde Gespräche, schlimmstenfalls noch eine Ansprache der GL und ein langer, nüchterner Heimweg, auf dem man sich fragt, was man heute sonst alles hätte erleben können. Firmenausflüge sind dann der Gipfel der lieblosen Belegschaftsabfertigung zwecks Teambildung mit minimalem Budget. Nein danke. Sage aber nie, dass Du nicht teilnehmen möchtest. Erfinde IMMER eine Ausrede, wieso Du nicht kannst. (Zu kurzfristig, Kind krank, Mutter krank, Du krank...)

Letzter Tipp an Teilzeitarbeitende Mütter: Nimm Dir frei und schau zu Dir selber. Mit frei nehmen meine ich, ohne Dein Kind. Du brauchst das. Heute mehr denn je. :-) Viel Erholung!


Mittwoch, 7. Juni 2017

Mach dich glücklich, nicht die andern

Ein Votum für die Selbstbestimmung. Für weniger Schuldgefühle. Mehr Egoismus. Mehr vom Leben. Denn Du lebst nur einmal.

Sündige beim Essen
Eine schöne Figur ist etwas unbezahlbares. Definitiv. Aber ein gutes Essen, ohne Schuldgefühle, mit einem feinen Wein und in guter Gesellschaft eben auch. Muss drin liegen.

Sündige mit Männern
Für die meisten Männer ist klar: Wenn sie in der Partnerschaft zu kurz kommen, oder es nur schon denken, dann gehen sie fremd. Frauen hingegen welken und leiden still vor sich hin. Warum?

Mach die Reisen, die du möchtest. Auch allein.

Schliesse neue Freundschaften. Fortlaufend.
Denn es wird so sein, dass du alte Bande lösen musst. Sei bei neuen Freundschaften nicht zu kritisch. Du bist auch nicht einfach, du bist auch einzigartig. Sei tolerant. Sei offen.

Probier Hobbies aus, die dich reizen.
Egal, was andere davon halten. Vielleicht findest du so auch neue Freunde.

Bleib nicht, wenn du dich nicht mehr wohl fühlst.
Sei es ein Job, eine Beziehung, eine Freundschaft oder eine Stadt - wenn du dich da nicht mehr wohl fühlst, wenn du dich dir selbst entfremdet hast, ziehe einen Strich. Zieh weiter.

Hänge nicht an Traditionen.
Weihnachten mit der Familie, die einem schlechte Laune macht? Immer dasselbe Essen, das man gar nicht mag? Muttertag, obwohl man mit der Mutter sonst nie Kontakt pflegt? Lass es bleiben. Es bringt niemandem wirklich etwas.

Sei mutig.
Wenn dir jemand oder etwas gefällt, versuche, es zu kriegen. Wenn du es nicht versuchst, hast du es schon verloren.

Lass dich von Rückschlägen nie entmutigen.
Das Leben ist zu kurz und die Möglichkeiten zu vielzählig. Wenn eine Tür zu geht, dann hat es da buchstäblich noch Millionen andere!

Zelebriere die Liebe.
Nichts ist so schön, wie die Liebe. Die Liebe zum eigenen Kind, die Liebe zu einem Partner, die Liebe für einen wunderschönen Ort, zu einem Haustier... schenk dir diese Momente der Liebe und zwar so oft, wie du nur kannst.