Sonntag, 18. April 2021

kununu - warum es gut fürs Karma ist, die Arbeitgeberin zu bewerten

Eigentlich sollte es heutzutage ein No-Brainer sein, dass man seinen Arbeitgeber bewertet. Spätestens, wenn man die Firma verlässt. In meinem Umfeld im Büro und privat habe ich einmal herumgefragt, wieso es viele trotzdem nicht tun, und stiess auf einige Vorurteile. Heute will ich damit aufräumen und erläutern, wieso eine kununu-Bewertung nicht nur wichtig, sondern der Anfang einer faireren Arbeitswelt ist.

Warum ist die Arbeitgeberbewertung so wichtig?

  1. Für Bewerberinnen und Bewerber, damit diese auch die Sicht und Meinung der Menschen haben, die dort arbeiten oder gearbeitet haben. Wenn eine Firma viele schlechte Bewertungen kriegt, dann hat das Gründe! Wenn eine Firma viele gute Bewertungen kriegt, dann zieht sie andererseits umso mehr Talente an. Es gibt Firmen, die verkaufen sich im Rekrutierungsprozess viel zu gut - etwa was die Familienfreundlichkeit angeht. Wenn dann aber alle jungen Mütter direkt nach der Babypause geschmissen werden und auch Väter nicht Teilzeit arbeiten können, sollte das die Öffentlichkeit einfach wissen.

  2. Um den Spiegel vorzuhalten. In den meisten (Schweizer) Firmen werden nach wie vor nur die Mitarbeitenden beurteilt, im so genannten "Jahresgespräch" oder im "Mbo". Diese Beurteilung hat natürlich immer Konsequenzen - auf das Gehalt, den Bonus, auf die Bezahlung von Weiterbildungen, auf Beförderungen usw. Umgekehrt findet eine Arbeitgeberbewertung durch die Belegschaft so gut wie nie statt. Wenn, dann unregelmässig als Mitarbeiterbefragung und so gut wie nie ändert sich dann was, selbst an Dingen, die wirklich als Problematisch herausstechen. Ich spreche aus Erfahrung.

  3. Um den Verwaltungsrat zu informieren. Der Systemfehler - weltweit - besteht darin, dass die Geschäftsleitung IMMER am längeren Hebel sitzt und faktisch niemand kontrolliert, ob sie ihren Job richtig macht. Theoretisch wäre einerseits der Verwaltungsrat dafür zuständig, andererseits hätten auch die Aktionäre ein gewisses Mitspracherecht. Gerade bei KMUs funktioniert dieses System hinten und vorne nicht (übrigens auch bei Grossfirmen, aber darauf gehe ich heute nicht ein). Es funktioniert deshalb nicht, weil oftmals die GL eines KMUs direkt auch den Verwaltungsrat stellt. Und dort, wo das ausnahmsweise nicht der Fall ist, fungieren Brudis der GL im VR. Und selbst wenn es keine direkten Brudis sind (sind es immer...) nehmen die Verwaltungsräte so gut wie nie Einfluss auf "operative Angelegenheiten". Sprich, sie nehmen überhaupt keine Aufsichts- oder Kontrollfunktion der GL vor. Ergo kann die GL machen, was sie will. Indem Arbeitnehmende Misstände also auf kununu posten, informieren sie wenigstens andere Leute (Kandidatinnen und Kandidaten, siehe 1) und der VR kann nicht mehr behaupten, er hätte von den Problemen nichts wissen können.

Wann sollte man den Arbeitgeber auf kununu bewerten?

  • Wenn man Vorstellungstermine hatte und eine Absage erhält oder selbst absagt. Es gibt unter "Bewertungen" einen Tab "Bewerber". Dort sollte man vor allem hinschreiben, wenn man ewig keine Antworten erhalten hat, wenn man zu zig Vorstellungsgesprächen eingeladen wurde und schliesslich die Absage aufgrund eines Kriteriums erhalten hat, das bereits beim 1. Gespräch hätte klar sein müssen (z.B. Gehaltsvorstellungen). Natürlich soll man auch positive Erfahrungen dokumentieren.

  • Nach der Probezeit oder nach 6 Monaten. In der so genannten "Honeymoon-Phase" wird man tendenziell eine gute Bewertung abgeben. Immerhin stimmt (hoffentlich) zu Anfang noch das Gehalt, die Arbeit entspricht (hoffentlich) dem, was man vereinbart hat und es zeigen sich (hoffentlich) noch keine all zu grossen Probleme in der Zusammenarbeit.

  • Nach dem Austritt. Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, einen möglichst objektiven Rückblick zu machen und die Zeit bei diesem Arbeitgeber zu bewerten. Dabei, finde ich, gehört der Kündigungsgrund unbedingt auch in die Bewertung. Ist man gegangen, weil man woanders eine bessere Stelle erhalten hat? Oder weil man es nicht mehr ausgehalten hat? Oder wurde einem gar gekündigt? Wie wurde mit der Kündigung und mir umgegangen? Gab es ein Austrittsgespräch? Wurde der Bonus anteilsmässig ausbezahlt? Ging alles fair und respektvoll vonstatten oder wollte man mich auf den letzten Metern noch verarschen? Das ist doch alles sehr aussagekräftig und wichtig für zukünftige Arbeitnehmer dieser Firma.

kununu Vorurteile und Mythen

  • Mythos: Der Arbeitgeber kann rausfinden, dass ich die Bewertung geschrieben habe.
    Wahrheit: Falsch. Kununu hätte den Laden längst dichtmachen können, wenn sie die Namen der Bewertungsschreiber/innen weitergeben würde. Natürlich sollte man keine Informationen nennen, von denen nur eine Handvoll Leute im Betrieb Kenntnis haben, und man kann etwas auf die Art und Weise achten, wie man schreibt.

  • Mythos: Nur unzufriedene (Ex-)Angestellte hinterlassen kununu-Bewertungen.
    Wahrheit: Falsch. Ich beobachte eigentlich öfter, dass Firmen, die schlechte Bewertungen kriegen, intern herumhypern und ihre Kaderleute dazu anhalten, mit (viel zu) positiven Bewertungen dagegenzuhalten. Besser wäre, man würde die ganze Belegschaft regelmässig bitten, Bewertungen abzugeben, ob positiv oder negativ.

  • Mythos: Wenn ich einmal eine Bewertung hinterlassen habe, kann ich sie nie mehr ändern oder löschen.
    Wahrheit: Falsch. Man kann eine Bewertung jederzeit anpassen oder gar zurückziehen. Nötig dafür ist eine E-Mail Adresse und das setzen eines Passwortes (man kann auch eine E-Mail Adresse mit Fake-Namen verwenden, Hauptsache, man behält den Zugriff auf die Inbox...). Wenn man also eine positive Bewertung geschrieben hat, dann kann man sie später auch revidieren, wenn sich die Umstände verändern. So wie es im echten Leben halt häufig der Fall ist.

  • Mythos: kununu will für negative Bewertungen immer einen Nachweis meiner Beschäftigung dort, z.B. den Arbeitsvertrag.
    Wahrheit: In manchen Fällen, wenn eine Firma z.B. viele schlechte Bewertungen erhält und anwaltlich gegen kununu vorgeht, muss kununu sich versichern, dass die Bewertungen echt sind. In diesen Fällen bittet sie die Bewertungsschreiber/innen um einen so genannten Beschäftigungsnachweis. Das kann aber auch das Arbeitszeugnis sein. Die Identität der Person wird aber auch in diesem Fall nicht publik gemacht, auch nicht, wenn es zum Gerichtsfall würde.
Es kann also sein, dass eine (schlechte) Bewertung nicht publiziert wird. Positive werden leider aber immer publiziert, wie ich gelesen habe, was eigentlich nicht minder problematisch ist. Das sollte einen aber nicht davon abhalten, eine (auch schlechte) Bewertung abzugeben.

Wie können und sollten Arbeitgeber eigentlich mit kununu Bewertungen umgehen?

Zunächst muss gesagt sein, dass Arbeitgeber weit mehr Ressourcen zur Verfügung stehen, ihr Image aufzupolieren, als uns Arbeitnehmern. Sie haben Personalabteilungen, Marketingabteilungen, Teams für die interne Kommunikation oder spannen gar externe PR-Agenturen ein. Diese kümmern sich sehr oft (auch gemeinsam) um das so genannte "Employer Branding" - die Imagepflege als Arbeitgeber.

Einigermassen "woke" Arbeitgeber nehmen schlechte kununu Bewertungen  wenigstens öffentich zur Kenntnis. Das kann man daran sehen, dass sie auf diese reagieren. Obwohl es an sich ein gutes Zeichen ist, wenn eine Firma auf kununu diese Funktion "Open Company" nutzt, und wenigstens eine Floskel "Danke, wir schauen das an" bei schlechten Bewertungen hinterlässt, heisst das leider noch lange nicht, dass sie gute Arbeitgeber sind. Es heisst einfach, dass sie pro Monat CHF 400.- bis 500.- ausgeben, um ihr Firmenprofil zu pflegen. Davon lebt kununu nämlich - von den Geldern der Arbeitgeber.

Reagiert eine Firma auf kununu auf schlechte Bewertungen (eben "Open Company" = proaktiver Umgang auf kununu) aber hagelt es trotzdem immer weiter schlechte Bewertungen, kann man getrost davon ausgehen, dass sie intern rein gar nichts an den Ursachen der schlechten Kommentare ändern.

kununu ist eine echte Chance - aber nur im Zusammenspiel mit einem professionellen HR und einer willigen Geschäftsleitung.

Schritt 1: Probleme zur Kenntnis / ernst nehmen

Daran scheitern schon sehr viele Firmen, vor allem, scheint es, KMUs in der Schweiz mit ergrauten, über 50jährigen CEOs und sehr männlichen Geschäftsleitungen. Oftmals hat die HR-Abteilung in diesen Firmen sehr wenig zu melden.

Haben wir es aber mit einer GL zu tun, die erkannt hat, dass eine glückliche Belegschaft zu besseren Ergebnissen, besseren Ideen und tieferen (Rekrutierungs-)Kosten (und somit weniger Know-How Verlust) führt, dann ist die Chance intakt, dass man schlechte Bewertungen als CHANCE sieht, ein Problem zu beheben, bevor sich eine Schneise der Verwüstung (= der Abgänge und des Imageschadens) auftut.

Schritt 2: Problem öffentlich zugeben

Hat man negative Kommentare auf kununu, löst man sich als Arbeitgeber ein Abo und stellt öffentlich, DIREKT unter der Bewertung, klar, dass man die Kritik gehört hat, ernst nimmt und intern weiter verfolgt. Guter Stil ist auch, dass man anbietet / dazu auffordert, die Sache in einem persönlichen Gespräch weiter zu erörtern. Bei ehemaligern Mitarbeitenden würde ich mir diesen Aufruf sparen, da hat die HR Abteilungen einfach ihren Job nicht gemacht, als noch Gelegenheit dafür gewesen wäre.

Schritt 3: Problem analysieren

Ich bin jetzt mal progressiv, denn ich sehe das einfach unvoreingenommen als Person, die nie im HR gearbeitet hat, aus Sicht einer Fachspezialistin und (ehemaliger) Führungskraft. In einer perfekten Welt würde das HR und/oder die GL jetzt hingehen, und in mit dem/der Leiter/in der Abteilung sprechen, die in der Bewertung negativ beurteilt wurde. Gibt die Person zu, dass sie einen Fehler gemacht hat, sucht man nach Wegen, es zukünftig besser zu machen. Kein Fingerpointing. Oftmals liegt es an der Führungsart, wenn Leute sauer werden und die Firma verlassen. Oftmals sind es auch strukturelle Probleme - etwa fehlende Prozesse. Und sehr oft sind es kulturelle Probleme, wie etwa einfach fehlende Wertschätzung. Kann man alles angehen! Muss man angehen, sonst hört die Kritikwelle nicht auf.

Gibt die Person es nicht zu oder will von nichts wissen, macht man eine anonymisierte (und wirklich anonymisierte!!) Umfrage in der Firma. Und nicht den Schwachsinn, dass man auf Teams runterbrechen kann - die GL soll eben nicht herausfinden können, wer welche Bewertung abgegeben hat, sonst ist die Umfrage für die Katz. Ich persönlich würde sogar so weit gehen, die Umfrage in Papierform zu machen, denn online Umfragen haben dank gepanschter "Anonymisierungen" das Vertrauen vollends verloren.

In diesen echt anonymisierten Umfragen, die am besten halbjährlich stattfinden sollten, erkennt man haargenau, wo der Hase im Pfeffer liegt.

Schritt 4: Problem beheben

Als - nochmal - Aussenstehende habe oftmals Mühe, nachzuvollziehen, warum man gewisse Probleme nicht einfach beseitigt. Nehmen wir einmal den Klassiker Gehaltserhöhung oder ungleiche Löhne für gleiche Arbeit: Wieso kann man das nicht standardisieren? Es gibt doch Modelle, gerade beim Staat, die mit Lohnbändern arbeiten? Oder wieso kann man die Gehälter nicht einfach öffentlich machen? Und wieso kann man nicht fix definieren, wann man eine Lohnerhöhung kriegt? Man macht doch ein MBO für den Bonus - wenn man Ziele X, Y und Z erreicht hat, gibt es den vollen Bonus. Sonst anteilsmässig. Was ist das Problem, das auch für eine Gehaltserhöhung zu machen? Es gibt ja nachweislich auch eine Teuerung und die Firma erwirtschaftet, DANK DER BELEGSCHAFT, nachweislich jedes Jahr ein Wachstum. Warum sollen die Leute davon nicht auch profitieren? Tja.

Bei anderen Problemen dünkt mich die Lösung noch einfacher. Etwa schlechte Chefs, schlechte Chefinnen - wieso entscheidet eigentlich die GL oder die nächsthöhere Person ganz allein über die Wahl einer neuen Teamleitung? Warum wird das bestehende Team nicht miteinbezogen? Ich hab es oft erlebt, dass ganze Teams gekündigt haben, weil eine Person als Chef/in eingesetzt wurde, die niemand ernst nehmen konnte. Rechnet sich das irgendwie? Ich bezweifle es.

Und dann finde ich halt schon, dass es nicht nur eine Mitarbeiterbeurteilung von oben nach unten sondern auch von unten nach oben geben sollte - Bonusrelevant. Natürlich mit Konsequenzen. Die Mitarbeitenden sollten auch Ziele setzen dürfen, wie in einem MBO, die der Chef/die Chefin zu erreichen haben. Klar macht das den Job für mittlere Kader nicht einfacher, aber voilà, fair wäre es alleweil. Und sonst kann man ja auch die Hierarchien verflachen. Ich muss sagen, ich hab auch oft erlebt, dass ein/e Abteilungsleiter/in völlig überflüssig war.

Schritt 5: Regelmässig zur Bewertung aufrufen

Eine Firma, die der Meinung ist, sie hätte ein gutes Betriebsklima und die Belegschaft sei zufrieden (siehe oben, kann man mit MA-Umfragen verifizieren) sollte unbedingt regelmässig dazu aufrufen, auf kununu eine Bewertung zu hinterlassen. Damit lässt sich sicher vermeiden, dass nur unzufriedene Ex-Angestellte oder Kader mit Interessenskonflikt bewerten.


Fazit

Wie man merkt - es hängt halt alles zusammen. kununu ist nur ein Abbild dessen, was in einer Firma falsch läuft. Will man sein kununu Profil verbessern, muss man die Probleme im Kern angehen.

kununu spiegelt einfach den Zustand einer Firma, ob gross oder klein, ob mit professionellem Employer Branding oder nicht. Natürlich kann man kununu auch ignorieren, dann kriegt man das eine oder andere Talent halt vielleicht nicht. Man kann auch ausrechnen, was es einen kostet, ein guter Arbeitgeber zu sein, und was es einen kostet, nicht die besten Leute zu kriegen oder eine hohe Fluktuation zu haben (siehe Mobilezone).

Als Arbeitnehmer/in lohnt es sich aber auf jeden Fall, eine Bewertung abzugeben. Und sei es nur eine Katharsis.




Freitag, 1. Januar 2021

Der Break-Even einer Tiefkühltruhe

Dieser Beitrag richtet sich sowohl an Leute, die einfach erklärt bekommen möchten, was ein Break-Even ist, als auch an solche, die sich fragen, ob sich eine Tiefkühltruhe / ein Gefrierschrank lohnt.

Ich hab jahrelang darauf verzichten können, einen separaten Gefrierer anzuschaffen, weil die Tiefkühlfächer in den Kühlschränken meiner Mietwohnungen immer genug gross waren für meine Bedürfnisse. Als ich Mutter wurde, wurden die Anforderungen an die Grösse ebendieses Faches aber schlagartig höher. Jetzt wohne ich seit einigen Jahren in einer Wohnung, welche mit einem insgesamt einfach lächerlichen Kühlschrank ausgestattet worden ist - vor allem das winzige Gefrierfach ist einfach nur ein Witz.


Trotzdem, ich hatte keine Lust auf ein separates Gerät. Also kaufte ich halt öfter weniger ein und verwertete Reste schnell oder - tja - halt gar nicht. Mit Corona kam jedoch das Homeoffice. Den grössten Teil des gerade vergangenen 2020 verbrachten wir plötzlich zuhause. Die Restaurantbesuche, vor allem über Mittag, tendierten gegen null, einkaufen ging man seltener, da einem ja empfohlen wurde und wird, möglichst nicht unter Leute zu gehen, und man kaufte pro Einkauf mehr ein.

Wer kochen konnte, war 2020 mit Sicherheit besser dran, und die andern haben ihre Koch-Skills in dem Jahr bestimmt freiwillig aufgerüstet. Man hatte ja auch Zeit. Betty Bossi veröffentlichte im Frühjahr 2020 netterweise auch alle Rezeptbücher kostenlos auf ihrer Website (hammer Aktion gewesen, danke Betty).

So oder so - ich spielte 2020 oft mit dem Gedanken, mir ein externes Gefriergerät anzuschaffen. Nach reiflicher Überlegung hab ich dann am Black Friday zugeschlagen. Nach welchen Kriterien hab ich das Gerät ausgesucht?

Kriterien für ein Gefriergerät

  • Grösse: Gut überlegen, wo man das Ding hinstellen kann und wie gross es wirklich sein muss.
  • Truhe vs Schrank: Je nach Standort eignet sich das eine oder andere. Schränke haben praktischerweise Schubladen, welche die Ordnung vereinfachen. Truhen sind sicherer vor Kleinkindern, da sie sie nicht öffnen können.
  • Stromverbrauch / Energie-Effizienz: Ich würde nichts unter A++ kaufen, da diese Dinger das ganze Jahr Strom verbrauchen. Hersteller geben den Jahresverbrauch der Geräte an (dazu unten in der Break-Even Berechnung mehr). Das kann man online in effektive Kosten umrechnen.
  • Beleuchtung: Je nach Standort ist eine Innenbeleuchtung evt. wichtig.
  • No-Frost: Manche Geräte kommen mit einer Funktion, bei der sich kein Eis bildet. Erhöht jedoch den Preis. Ohne No-Frost sollte man das Gerät alle zwei Jahre mal abtauen und reinigen.
  • Räder / Rollen: Mir war wichtig, das Teil ohne fremde Hilfe bewegen zu können, daher nahm ich eins mit Rollen. Nachteil: Es kann u.U. auch etwas davonrollen, wenn man die Tür öffnet.
  • Gewicht: Je leichter es ist, desto einfacher wird ein Umzug oder eine Umplatzierung. Ein zu schweres Gerät wäre für mich nicht in Frage gekommen.
  • Preis: Hat direkten Einfluss auf den Break-Even (siehe unten)
  • Verfügbarkeit: Je eher du das Ding hast, desto eher sparst du Geld. Trotzdem lohnt es sich ggf., auf ein Schnäppchen zu warten.
  • Lieferkonditionen: Abholen willst du sowas eher nicht. ;-)
  • Warnsignal offene Tür / Störung: Hilft, wenn das Ding in Hörweite steht. Im Keller eher überflüssig.
  • Geräuschentwicklung: Wird vom Hersteller angegeben. Je tiefer, desto besser.

Break-Even Berechnung Beispiel Kühltruhe "Kibernetik 316L", freistehend



Stromverbrauch 

Ob man's glaubt oder nicht, das teuerste an einem Gefriergerät ist der Stromverbrauch. Dieser lässt sich relativ leicht ermitteln. Zuerst benötigen wir den Verbrauch des Geräts, in diesem Fall ist das 219 kWh pro Jahr gemäss Herstellerangaben. Dann brauchen wir natürlich die aktuellen Stromtarife des lokalen Anbieters, in meinem Fall das EKZ (Rp pro kWh):









Das Gerät wird permanent laufen. Den Anteil des Stromverbrauchs im Hoch- respektive Niedertarif-Bereich bestimmt man, indem man die vom Anbieter definierten Stunden pro Tarifzone pro Tag notiert und den prozentualen Anteil berechnet:




 



Von den 219 kWh pro Jahr entfallen also 42% / 91.98 kwH auf den Hochtarif à CHF 0.1898 und 58% / 127.02 kWh auf den Niedertarif à CHF 0.1348 = 17.12 + 17.46 = CHF 34.60

Dazu kommt noch der so genannte Grundtarif pro Jahr (siehe oben). Dieser wird für die ganze Wohnung pauschal abgerechnet. Da sehr viele Geräte in einer Wohnung am Strom hängen (z.T. auch der zur Wohnung gehörende Parkplatz mit einem eAuto), verzichte ich einfachheitshalber darauf, den Anteil des Gefrierers genau zu bestimmen und rechne pauschal CHF 15.- pro Jahr zu den jährlichen Betriebskosten: 34.60 + 15.00 = 49.60

Gerätekosten

Die Gefriertruhe an sich kostet in unserem Fall CHF 350.- inkl. MwSt. und Lieferung.

Gesamtkosten

Zusammen mit dem Stromverbrauch kostet uns diese Truhe im ersten Jahr also CHF 400.-

Einsparungen

Um den Break-Event zu berechnen respektive überhaupt einen erreichen zu können, gehen wir davon aus, dass wir natürlich Geld durch den Einsatz eines solchen Gerätes sparen. Wie kommen Einsparungen damit überhaupt zustande? Bei mir so:

  • Vermeidung von Food-Waste im Umfang von ca. CHF 30.- pro Monat (Reste einfrieren, nur das aus dem Gefrierer nehmen, was man wirklich braucht)
  • Einsparung von Strom und Zeit (!) beim neu Kochen vs Aufwärmen bereits gekochter, eingefrorener Speisen: CHF 30.- pro Monat (ich verrechne meine Arbeitszeit bewusst zu einem sehr tiefen Stundensatz in diesem Beispiel, in Wirklichkeit ist die eingesparte Lebenszeit natürlich unbezahlbar ;-))
  • Taktisch vorteilhaftes Einkaufen und Einfrieren preislich reduzierter Lebensmittel (etwa kurz vor Ladenschluss vor Feiertagen oder in Engros-Märkten): CHF 50.-/Monat
Total: CHF 110.- pro Monat * 12 Monate = CHF 1'320.-

Break-Even Resultat Kühltruhe

Der Break-Even der Tiefkühltruhe ist dann erreicht, wenn die Anschaffungs- und Betriebskosten gleich hoch sind, wie die Einsparungen. Dies ist bereits im ersten Monat der Fall, denn runtergerechnet auf den Monat kostet die Truhe CHF 33.-, spart aber CHF 110.- ein. Selbst wenn man alle Kosten im ersten Monat "aktiviert" (sorry für den Buchhalter-Slang), hat sich die Truhe bereits nach 3.6 Monaten gerechnet (400/110 = 3.63).

NACH diesen 3.6 Monaten spart man jeden Monat NETTO 110.-, konkret CHF 920.- im ersten und CHF 1'270.- in jedem darauffolgenden Jahr. Und so eine Truhe hält sicher mindestens 12 Jahre durch, wenn nicht länger = 15'240.- gespart! Da kann man sich vorstellen, dass es sich vielmehr lohnt, eine Gefriertruhe zu leisten, als immer ultrabillige Lebensmittel im Denner, Aldi oder Lidl zu kaufen. (Bio-Fleisch ist übrigens gerade nach Weihnachten ebenfalls um 25-50% reduziert und eignet sich perfekt zum Einfrieren.)

Fazit

Die Anschaffung eines Gefrierers lohnt sich nicht nur für Vielnutzer (Familien, Homeoffice-Arbeiter, Hobbyköche, Gärtner, Hundehalter...), sondern auch für Gelegenheitsnutzer. Selbst Leute, die nur Pizzas und Glacé darin aufbewahren, dürften weniger Food-Waste produzieren und Kosten beim Pizzalieferdienst einsparen.

Einziger Nachteil eines Gefriergerätes ist der Platzbedarf und manchmal auch die Geräuschkulisse. Ich persönlich würde daher nie eine Gefriertruhe in Hörweite (sprich in die Wohnung) stellen, weil mich zuweilen bereits die Geräusche des unvermeidbaren Kühlschranks stören. Im Keller steht so ein Gerät aber gut (sofern ein Stromanschluss zur Verfügung steht) und der regelmässige Gang dahin (mit Treppe statt Lift) führt auch zu etwas mehr Bewegung.

Übrigens: Der Grund, weshalb ich mich für eine Kühltruhe entschieden habe und nicht für einen hübschen Gefrierschrank mit praktischen Schubladen ist der: Sollte der unwahrscheinliche (?) Fall eintreten, dass das Gerät einen Totalausfall erleidet und der Inhalt zwangsläufig auftaut, wird die Kühltruhe nicht auslaufen. Ein Schrank schon. Und auf die Sauerei kann ich wirklich verzichten.

Und nun noch von mir: Happy new year und viel Spass beim Frosten!

Sonntag, 27. September 2020

Nie um Erlaubnis fragen

So, ich muss diesen Post hier einfach einmal schreiben, denn ich nerve mich immer wieder über den Umstand, dass manche Menschen sich durch ihre Korrektheit und Regeltreue selbst im Weg stehen - auch ich - während andere auf Anstandsregeln und Nächstenliebe pfeifen und damit super fahren. Darum heute meine Tipps an alle Menschen, die im Leben mehr erreichen wollen, als andere ihnen "erlauben" würden.

Fünf Grundregeln:

  1. Frag nie (wieder) um Erlaubnis. Wenn es nicht verboten ist, von wem bräuchtest du überhaupt eine Erlaubnis?? Falls sich jemand an deiner Handlung stört, entschuldige dich lieber im Nachhinein.

  2. Warte nicht darauf, dass andere für dich schauen. Du willst eine Weiterbildung machen, aber deine Firma will sie nicht finanzieren? Zahl sie halt selbst! Mach sie! Such danach eine neue Firma und handle mit ihnen aus, dass sie einen Teil der Kosten - nachträglich - übernehmen. Deine Chancen stehen gut!

  3. Schau nicht für andere. Ein Arbeitskollege braucht immer wieder deine Hilfe, weil er zu inkompetent, langsam oder faul ist? Säg ihn ab. Sag ihm freundlich, dass du leider keine Zeit mehr hast. Einmal helfen ist ok, aber du bist nicht für unfähige Leute verantwortlich, die andere Leute eingestellt haben.

  4. Schau für dich. Es gibt spannendere Projekte, als die, die du gekriegt hast? Formuliere konkret, dass du dieses Projekt möchtest und womit du dich dafür qualifizierst. Wiederhole dich, bleib dran. Das nennt man Ausdauer, Fokus und Hartnäckigkeit - auf jeden Fall gute Eigenschaften!
    Dazu gehört auch, Aufgaben abzugeben, die du nicht willst. Jedes mal, wenn du eine neue Aufgabe übernommen hast, sorg dafür, dass eine lästige zu jemand anderem geht! Das gehört zusammen!

  5. Du vermutest, dass man dich nicht berücksichtigt, weil du weiblich bist? Thematisiere es. Selbst wenn du es dir kaum vorstellen kannst, es muss erlaubt sein, die Frage zu stellen. Gerade dann, wenn du für eine Aufgaben besser qualifiziert wärst, als der Mann, der sie an deiner Stelle kriegen soll. Bleib aber sachlich und unemotional! Wenn der Zug bereits abgefahren ist, frag, wie du dich nächstes mal für die Aufgabe ins Spiel bringen kannst. Zwing sie dazu, verbindlich zu werden.


Warte nicht auf Förderung. Fördere dich selbst.

Im Job ist es ja leider meistens so, dass dir dein Aufgabenbereich vorgeschrieben wird. Meistens hast du wenig bis keinen Einfluss darauf, was deine tägliche Arbeit ist. MEINST DU ZUMINDEST. Fakt ist, wenn du denkst, dass irgendwer deine überaus gute Leistung als Anlass sieht, dich dort wegzubefördern, wo du bist, irrst du dich gewaltig. Warum sollte dich dein Chef wegbefördern? Dann müsste er ja jemand anderes finden, der deine Arbeit so gut und schnell erledigt, wie du? Die Gefahr für ihn ist, dass er keinen findet, der es so gut kann, und sich am Ende selber drum kümmern muss. Voilà!

Fakt ist aber auch, dass du sehr viel mehr Einfluss auf dein daily Business hast, als du denkst. Merk dir einfach: Mitarbeiterförderung war einmal. Wenn du dich weiterentwickeln willst, musst du das ganz allein hinkriegen und häufig GEGEN den Plan deines direkten Vorgesetzten. Dank der Globalisierung stellt die Firma lieber eine perfekt passende Person für den Posten ein, den du möchtest, als dich dorthin zu entwickeln. Ich nenne das globalisierungs-induzierte Stagnation der Personalentwicklung. Gerade KMUs besitzen häufig nicht mal eine Strategie, wie sie ihren Mitarbeitendenbestand entwickeln wollen. Das ist alarmierend, an sich. Nicht jeder will aber bei einem Grosskonzern arbeiten, wo es solche Konzepte meistens gibt, und nicht jede Person im Grosskonzern schafft es, sich zu entwickeln - trotz vorhandener Möglichkeiten.

Also was tun?

Im Prinzip ist es relativ einfach, die Kernkriterien einer vielversprechenden Karriere sind:

  1. Chance: Wo keine Chance, sprich freie Stelle, dort keine Karriere. Ob man zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ist, kann man selten beeinflussen, aber wenn man die Augen bewusst offen hält, entgeht einem eine Chance auch weniger. Registriere dich also bei Job-Portalen und/oder direkt beim Job-Newsletter der Firma, die dich interessiert. Bewirb dich auch spontan und lass dich benachrichtigen, wenn eine entsprechende Stelle frei wird.

  2. Verfügbar sein: Wer weiterkommen will, muss (leider) bereit sein, mindestens im 80%-Pensum zu arbeiten. Wer Vollzeit verfügbar ist, wird noch ernster genommen. Ich empfehle, wenn möglich einen Vollzeit-Vertrag abzuschliessen, aber fixe Homeoffice-Tage auszuhandeln, dann lässt sich etwas bessere Work-Life-Balance herstellen bei gleichbleibenden Karriere-Chancen.

  3. Die richtigen Skills besitzen: Vor allem auf dem Papier. Wer einen Master in irgendwas hat, der hat schon einmal hundertfach bessere Chancen, den Job zu kriegen. Jede und jeder muss heute studiert haben, um echte Karriere zu machen. Egal, was die Leute sagen. Berufslehre reicht nie, egal wie gut du bist.

  4. Mit allen gut auskommen: Es ist kein Geheimnis, wer mit jedem gut auskommt, wird eher befördert. Alternativ: Mit den relevanten Leuten gut auskommen. Ich rate dringend, zu lernen, wann man besser die Fresse hält und wie man seine Agressionen ausserhalb des Büros abbaut. Man muss immer sachlich, konstruktiv und freundschaftlich sein. Freundlich allein reicht nicht. Freundschaftlich. Deine Kolleginnen und Kollegen müssen denken, sie wären dir wichtig. Aber übertreib es nicht.

  5. Profiliere dich regelmässig. Ich mache den Fehler immer wieder, dass ich entscheide, mehr erledigt zu bekommen, als Zeit dafür abzuzweigen, meine Leistung zu präsentieren. Das ist dumm von mir. Das ist falscher Diensteifer. Das rechnet sich in dieser Gesellschaft leider nicht. Warum? Weil mein Chef nicht sieht, was ich alles leiste, wenn ich es nicht in eine Mail an Alle oder einer schicken Powerpoint-Präsentation am nächsten Team-Meeting präsentiere. Das braucht alles Zeit, die muss ich mir aber nehmen, sonst ist meine Arbeit für die Katz! Was sie nicht sehen, existiert nicht!

  6. Last but not least: Sei attraktiv. Ich weiss, klingt unlogisch, ist aber auch einer der Gründe, wieso Leute Karriere machen. Wenn du gut aussiehst, gepflegt bist, gut gekleidet bist, gute Umgangsformen und - wenn du kannst - das richtige Netzwerk hast, stehen deine Chancen gut, weiter zu kommen. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass attraktive Menschen bessere Jobs kriegen, unabhängig von ihrer fachlichen Eignung oder ihrer effektiven Leistung. Beobachtet man auch immer wieder im nächsten Umfeld, oder? Also investiere Zeit in dein Erscheinungsbild.


Also los! Und nochmal: Frag nie wieder nach Erlaubnis! Entschuldige dich lieber im Nachhinein!!


Schmerzlos Sparen - oder wie man sein Geld nicht zum Fenster rauswirft

Wie viel Geld hast Du in Deinem Leben schon verdient? Ich hab es einmal zusammen gezählt. Das war leicht, denn ich weiss meine Jahresgehälter allesamt noch auswendig. Als ich die Zahl mit meinem Kontostand verglich, fragte ich mich schon, wo das alles hingekommen ist.

Antwort: Kleiderschrank, Auto, Reisen, Hobbies, Restaurantbesuche... was haben wir die zwanziger nicht genossen. :) Ganz befriedigend ist das dann natürlich aber nicht, wenn man über dreissig ist und sich langsam mit Fragen der Langfristigkeit auseinandersetzt. Noch drängender wird die Finanzplanung, wenn frau Mutter geworden ist und wegen Teilzeitarbeit merklich weniger Geld verdient.

In der Mitte des Lebens gibt man halt auch gern Geld aus, man verdient ja auch mehr als früher. Aber wir haben heute auch viel mehr Lebensjahre vor uns, als vorherige Generationen - und dabei werden wir auf dem Arbeitsmarkt tendentiell unattraktiver (ältere Mitarbeiter sind teurere Mitarbeiter). Auch die Globalisierung erschwert die Karriere. Darum: In den fetten Jahren sparen und investieren, dann hast du in den mageren.

Heute meine Tipps für schmerzloses (also relativ schnelles, leichtes) Sparen. In einem andern Post schrieb ich bereits über Kapitalvermehrung, sprich Investieren.

1.) Ein Auto nie neu kaufen

Der Abschreiber auf einem neuen Auto kann einfach durch nichts gerechtfertigt werden. Besser einen Mehrjährigen kaufen, der noch gut im Schuss ist (schön, wenn der Wagen erst einen Vorbesitzer hatte). Noch günstiger wäre natürlich KEIN Auto, aber so weit würde ich nicht gern gehen. ;-)

2.) Preise vergleichen bei Service, Reparaturen und Ersatzteilen vom Auto

Es lohnt sich, im nahen Ausland bei einer Garage nachzufragen. Gerade planbare Arbeiten wie Service, Bremsen-Ersatz oder Zahnriemen-Ersatz (nach 10 Jahren fällig) sowie Karrosseriearbeiten (Beulen, Kratzer) lohnen sich ganz schnell. Ich persönlich zahle regelmässig nur die Hälfte von dem, was ich in der Schweiz zahlen müsste, inklusive Ersatzwagen. Auch beim Reifenkauf lässt sich Geld sparen, wenn man die überteuerten Pneuhäuser in der Schweiz meidet (z.B. bei reifen.de Deutschland). Sowohl auf die Arbeiten als auch auf die Teile lässt sich die Deutsche MwSt übrigens zurückfordern.

3.) Versicherungen: Jedes Jahr vergleichen und ggf. wechseln


Jedes Jahr steigen die Krankenkassenprämien um 2-5%. Das BAG hat sogar eine Hotline für besorgte Bürger eingerichtet. Es lohnt sich also jedes Jahr, die Prämien und auch Leistungen zu vergleichen. 

Was viele nicht wissen: Krankenversicherungen sind per Gesetzt verpflichtet, jede/n Gesuchssteller in die Grundversorgung aufzunehmen. OHNE Gesundheitsprüfung, OHNE Vorbehalte. Genau darum lohnt es sich, jedes Jahr die Kosten für die Grundversicherung zu vergleichen. Es lohnt sich selbstredend auch, ab und zu die Hausrat-, Haftpflicht- und Autoversicherung zu vergleichen - am einfachsten auf comparis.ch

4.) Kleider und Schuhe bewusst kaufen

Bei der persönlichen Ausstattung sollte man, wie ich im Artikel "Dressed for Success" schon betont habe, grundsätzlich nicht an der Qualität sparen, wohl aber an der Menge (siehe Artikel "Kleiderschrank Strategien"). Von den mittlerweile leider zahlreichen Deutschen Arbeitskolleginnen und -kollegen in der Schweiz (ich mag sie als Person, aber sie führen dazu, das InländerInnen weniger Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben), erfuhr ich vor einigen Jahren, dass wir SchweizerInnen leider viel  zu viel für Markenkleider zahlen. Deutsche gehen darum in Deutschland einkaufen. Keinem von denen (die gleich viel verdienen, wie wir Schweizer) käme es in den Sinn, in der Schweiz teilweise mehr als doppelt soviel fürs exakt gleiche Kleidungsstück auszugeben.

Wem der Weg in die Outlets (z.B. Menzingen) zu weit ist, der kann auch bequem an ein Paketfach an die Grenze liefern lassen (z.B. mit Grenzpaket) und zahl oft nur die Hälfte des Schweizer Preises. Nimmt man sich für einen Ausflug ins Outlet Zeit, kann man auf der Rückreise am Zoll auch gleich den Ausfuhrstempel holen und sich später die Deutsche Mehrwertsteuer zurückerstatten lassen.

5.) Dinge reparieren lassen

Wir tendieren dazu, gerade Elektronik und Haushaltgeräte wie Staubsauger viel zu schnell zu entsorgen. Es ist auch mühsam, die Dinger in den Laden zurück zu schleppen. Warum kann es sich dennoch lohnen? Auf vielen Geräten lässt sich bereits beim Kauf eine Garantieverlängerung abschliessen. Weiss man nun, dass ein Staubsauger oder die Schallzahnbürste im Schnitt nach drei Jahren kaputtgeht, kann man sich das Sparpotenzial ausrechnen. Die Hersteller tauschen defekte Artikel häufig einfach gegen neue aus, statt sie zu reparieren.

Dabei sind Staubsauger noch die kleinsten Investitionen - denken wir weiter: Tumbler, Geschirrwaschmaschine, Waschmaschine, Rasenmäher, Surround-Anlage, Luftbefeuchter, TV, Laptop... da kommt schnell was zusammen.

Übrigens kann man auch Schuhe reparieren lassen. Die guten Italienischen sehen danach fast wie neu aus.

6.) Cut the crap - Starbucks und andere überteuerte Restaurants

Nichts gegen ein bisschen Joie de Vivre im Alltag - aber wie viel man in den Schweizer Städten (allen voran Genf und Zürich) für ein Steak zahlt, ist eine Frechheit. Auch dass man bei Starbucks für einen Kaffee "Tall" (3,5dl zu 90% aus Milch) CHF 6.90 abdrücken muss. Bei einer fünftage Woche mal ca. 47 Arbeitswochen im Jahr spart man also CHF 1621.50 pro Jahr.

Alternativen:

Kaffee auf jeden Fall SELBER MACHEN. Wem das Starbucks Logo wichtig ist, kauft sich einen Thermo-Mug (oder einen Sticker und klebt ihn auf eine Thermotasse).

GUTES Fleisch lieber selber kaufen, Freunde einladen und zusammen kochen / grillieren. Hier zwei ultra coole Links für feines Fleisch: kuhteilen.ch und luma-delikatessen.ch


7.) Kreditkarten vermeiden

Warum verschleudern so viele Leute jährlich Millionen und Abermillionen an Kreditkartenfirmen? Kreditkarten kann und soll man am besten gänzlich vermeiden.

Wer nur einen Teil der Rechnung bezahlt, muss mit Schuldzinsen und teilweise auch Mahngebühren rechnen. Verzinst wird dabei übrigens mehr als nur der effektiv fehlende Restbetrag. Wie man hier abgezockt wird, hat Kassensturz erklärt.

Wir tendieren dazu, mehr Geld auszugeben, wenn die traurige Wahrheit über unsere Ausgaben erst verzögert eintrifft. Wird jede Ausgabe direkt vom Konto abgebucht, hat man ein besseres Gefühl dafür, wo man finanziell steht, und hält sich zurück.

Ich empfehle, im In- und Ausland die Maestro Karte einzusetzen. Dieses so genannte Debit-Produkt belastet den Betrag direkt dem Konto. Man kann nicht mehr ausgeben, als man hat. Für online Shopping ist die brandneue Mastercard Debit erhältlich (z.B. bei der Credit Suisse). Sie ersetzt in den nächsten Jahren die Maestro und kann wie eine Visa oder Mastercard Kreditkarte - online oder offline - eingesetzt werden, ist dabei aber bei weitem günstiger. Einziger Nachteil: Debit-Produkte haben im Moment noch keine Mobile-Payment Funktion, man kann sie also im Handy nicht für kontaktloses Zahlen hinterlegen. Wem das wichtig ist, empfehle ich Revolut als Prepaid-lösung fürs Telefon und fürs Internet.


8.) Impulskäufe vermeiden

Eigentlich gehört der Punkt auf Platz eins, aber nicht alle sind gleich anfällig für so genannte "Schnäppchen". Eine gute Regel ist: Kaufe nichts, was du nicht auf der Einkaufsliste hattest. Gute App für Einkäufe: Bring

Gerade in Corona-Zeiten solltest Du sowieso nur einmal pro Woche einzukaufen (und nie hungrig). Bei grösseren Posten wie Einrichtungsgegenstände oder Sport-Equipment solltest du immer eine oder zwei Nächte darüber schlafen.

Ich persönlich hab angefangen, meinen online Warenkorb jeweils 24 Stunden "stehen" zu lassen. Bei den meisten online Shops geht das heutzutage problemlos. Dann gehe ich die Teile nochmals durch und frage mich bei jedem einzelnen: "Brauch ich das wirklich?" "Hab ich nicht schon sowas?" "Ist es den Preis wert?" und (bei Kleidern): "Kann ich es überhaupt mit anderen Sachen kombinieren? Wann will ich das konkret anziehen?"


9.) Und zu guter letzt: Sich immer die SPARMOTIVATION VOR AUGEN HALTEN

Im / auf Portemonnaie ein Foto des Ziels kleben, auf das man hinspart. Wirkt wunder. :)













Sonntag, 5. April 2020

Der Coronavirus Graben

Die ganze Welt ist von der Coronavirus Pandemie betroffen. Fast die alle Länder reagieren früher oder später mit einem "Lockdown". Abgesehen von den für einen Virologen und Epidemiologen an sich wenig beeindruckenden Zahlen (man google "Spanische Grippe" zum Vergleich) zeigen sich unter der aktuellen Ausnahmesituation erstaunliche, mitunter faszinierende gesellschaftliche Phänomene - oder Gräben. Korrekt muss nämlich im Plural gesprochen werden, denn es ist nicht nur ein Graben, der durch Corona zutage gefördert wird, es sind deren viele.

1. Der Generationen-Graben

...hat sich sehr schnell gezeigt und die Forderung danach, anstatt die ganze Schweizer Bevölkerung zum Daheimbleiben zu zwingen, nur die Risikogruppen zu isolieren, wird lauter und lauter. Und man muss sachlich zugeben: Jemand sollte irgendwann wieder arbeiten gehen und die Wirtschaft am laufen halten. Die Pensionäre sind das ja per se nicht. Meiner Meinung nach ist dieser Generationenkonflikt, der mit dem unsäglich dysfunktionalen Rentensystem schon lange brodelt, ein veritables Pulverfass.

2. Der Bünzli-Notbünzli-Graben

Manifestiert sich leider bereits im #staythefuckhome Hasthag. Ernsthaft: Selbst von meiner besten Freundin würde ich mir in dem Ton nichts sagen lassen. Die Schweiz kotzt jetzt an jeder Ecke ihre Hilfssheriffs aus. Jene, die wie es scheint ihr Leben lang darauf gewartet haben, es irgendwem heimzuzahlen. Das sind jetzt nicht mal nur die mit dem perfektesten Altpapierbündeli. Mir fallen vor allem die furchtbar gehässigen Hausfrauen auf. Jessesmaria. Jetzt keifen sich Spaziergänger an, Nachbarn rufen die Polizei um private (!) Gartenparties aufzulösen und in der Schlange vor dem Supermarkt töten sich Wildfremde mit Blicken oder schütteln laut den Kopf über Astandnichteinhalter. #getalife #forfuckssake #ilovesweden

3. Der nationalistische Graben

Es könnte ja sein, dass irgendwann diese 2000 oder was Intensivpflege-Betten mit Beatmungsgeräten besetzt sein werden. Gott bewahre, von Italienern, Franzosen oder sonstwelchen fremden Fötzeln - und Schweizern das Leben kosten!! Darum lasst diese Scheissgrenze zu, richtig? Das offenbart irgendwie die traurige Kehrseite der Globalisierungs-Medaille. Zur Erinnerung: 50% der Verstorbenen (in der Schweiz) waren über 80 Jahre alt, 45% über 65 und fast alle (97%) davon hatten eine Vorerkrankung (Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauferkrankung). Es trifft nur einen sehr kleinen Teil überhaupt, und vermutlich nicht dich. Also chills mal.
Zudem: Bis jetzt haben wir so viele freie Intensivbetten, dass der Bundesrat aktiv Patienten aus dem Elass einfliegt. Weil man weiss ja: sonst wird es dann später etwas peinlich, zu erklären, wieso Feldlazarette gebaut und 8000 Soldaten einberufen werden mussten, wenn nur ein Drittel der möglichen Beatmungsgeräte gebraucht wurden. Aber - Grenzen zu! Auf jeden Fall.

4. Der Graben zwischen gesund und ungesund

Die einen bashen die Jogger ("sie prusten das Virus aus!") die andern die Couchpotatoes ("verfettet doch zuhause!"). Tendenziell finde ich, die Unsportlichen und Raucher (die statistisch in der Tat öfter Diabetes und Bluthochdruck kriegen) sollten jetzt einfach kurz die Fresse halten. Lasst die Jogger joggen und geht woanders eine Schnute ziehen. Natürlich ist es verständlich, dass sich diese Risikogruppe (und dafür halten sich erstaunlich viele) bedroht fühlt. Fragt sich eher, ob sie wissen, dass ihre Vorerkrankungen zu einem signifikant höheren Sterblichkeitsrisiko führen, als eine Covid-19-Erkrankung. Just asking...

5. Der Graben zwischen White- und Blue-Collars

Ja, alle klatschen für die Ärzte, das Pflegepersonal, die Rettungssanitäter etc. und sofort werden auch Stimmen laut wie "Nehmt den Homeoffice-Schöggelern den Lohn weg und gebt ihn den Pflegerinnen". Well. Wer, genau, bezahlt eigentlich die Krankenkassenprämien und die Franchise? Die Steuern? Wer sind eigentlich Eure Kunden / Patienten? Und wer jammert jetzt plötzlich, wenn 30-50% weniger Notfallpatienten auftauchen? Wie viele von uns "Nichthelden" haben gerade ihren Job verloren, müssen Kurzarbeit anmelden oder verlieren ihr Geschäft, das sie über Jahre aufgebaut haben? Weil man das Gesundheitssystem nicht überlasten will? Etwas Demut und Bescheidenheit wären nicht fehl am Platz. Von den Lehrern hört man jetzt mit gutem Grund kein Gejammer mehr. Das von den Bauarbeitern wurde im Keim erstickt. Es ist ein System, ihr seid Leistungserbringer, wir auch. Wir sind Teil des ganzen. Ich sehe weit und breit keine Helden. Sicher auch dort nicht, wo man als Gesunder trotz Grippewelle noch arbeiten geht. Wenn ihr Euren Beruf gewählt habt, um Held zu werden, dann habt ihr was falsch verstanden.

6. Der Graben zwischen Gebildet und Ignorant

Die Schweiz liebt Daniel Koch (BAG). Kaum einer hat verstanden, warum ihn das Coronavirus überhaupt nicht beeindruckt. Er ist nämlich - wer hat's gewusst? - Arzt. Als solcher weiss er haargenau, der Lockdown verhindert keine einzige Infektion, er verschiebt sie höchstens. Früher oder später werden bis zu 70% der Bevölkerung durchseucht sein. Der einzige Grund für den Lockdown ist, man will die Spitäler nicht über ihre Kapazitätsgrenzen bringen. Unter dem Aspekt muss man die Sabotage der Wirtschaft wirklich betrachten und beurteilen, und unter keinem anderen. Übrigens vesteht man dann auch, wieso Schweden keinen Lockdown hat: Sie gehen davon aus, dass ihre Spitäler die Kapazität für eine "schnelle Welle" einfach haben.
Mich dünkt nun, es gibt einen Riiiiesengraben zwischen jenen, die diesen Zusammenhang verstanden haben, und jenen, die sich einbilden, sich einer Infektion auf Dauer entziehen zu können.

7. Der Graben in unserem Bett

Manche sagen, Weihnachten sei für Scheidungsanwälte das Sylvester der Handchirurginnen. Das Corona-Lockdown wird beides zusammen und mehr für für Tinder, Parship, Youporn & Co.
Wir wissen alle, es gibt soooooooo viele Leute, die eine Beziehung führen, die schon lange zu Ende ist. Corona dürfte bei so manchem dazu führen, diesen Zustand zu beenden. Und zwar, hoffentlich, ohne Handgreiflichkeiten und Beleidigungen, auch wenn es manchen vielleicht schwer fällt. Trennungen sind, wie berufliche Stellenwechsel, auch die Chance, dass Leute zusammenkommen, die sich wirklich zu schätzen wissen, und sich nicht nur gegenseitig dulden.

Alles Gute.

Sonntag, 8. März 2020

Dealbreaker - wann frau abbrechen sollte

Dealbreaker - der Grund, wieso wir Freundschaften beenden, Arbeitsstellen verlassen oder Marken meiden. Dealbreaker erkennen wir eigentlich, wenn wir ihnen begegnen, aber manchaml fehlt uns der Mut, auch konsequent zu sein. Hier eine Auswahl aus meinen schon erlebten Dealbreakern und wie ich mit ihnen umgehe.


Vulgarität & Sexismus

Vulgäre Sprüche, sexistische Witze oder anzügliche Doppeldeutigkeiten habe ich früher weggelächelt. Dies natürlich, weil ich a) nicht wusste, was ich darauf antworten sollte (muss ich?), b) Angst hatte, jemanden vor den Kopf zu stossen oder c) nicht als die Humorlose gelten mochte. Letzteres sehr, sehr häufig in Männerrunden, die scheinbar keinen anderen Humor als diesen kannten.

Ich glaube, das Problem sind unsere weiblichen Rollenvorbilder. Wenn deine Mutter oder deine Chefin in ihrem reiferen Alter immer noch keine bessere Strategie als Lächeln gefunden hat, was soll uns da denn noch einfallen? Sie wird schon wissen, was am besten ist. Nicht? Nö. Auch sie kopiert irgendwelche Vorbilder, die es nicht besser wissen.

Dabei ist es wirklich wichtig, dass man in so einer Situation klar macht, dass es einfach nicht okay ist und wir uns fremdschämen. Wir müssen das unbedingt abstellen. Tun wir es nicht, denken die (v.a. Männer), es wäre okay. Oder schlimmer: Wir fänden es lustig (wir lächeln ja). Vulgäre, dumme Sprüche sind so etwas von öde, vor allem, wenn sie von hässlichen, abstossenden Männern vorgetragen werden, die wissen, dass sie uns sexuell niemals näherkommen werden, als mit diesen verbalen Entgleisungen.

Vulgarität muss man nicht akzeptieren, weder im Büro noch im Privatleben. Im Privaten halte ich es heute so, dass ich Leute meide und ihre Nummer blockiere, wenn sie vulgär geworden sind. Mit Frauen halte ich es genauso. Sofern ich kann. Wenn ich ihnen nicht aus dem Weg gehen kann - etwa im Büro - werde ich sie unter vier Augen drauf ansprechen. Am besten sofort. Riskiere ich damit, spiessig (zickig, verkrampft) zu sein, dann bin ich lieber spiessig, als eine, die sich alles sagen lässt. (Siehe auch: Mein Blogbeitrag zu Sexueller Belästigung.) Man sollte im ersten Gespräch sehr sachlich bleiben und bei sich bleiben, keine Vorwürfe machen. Etwa so: "Peter, mich hat der Witz gestört, den du vorhin in der Caféteria gemacht hast. Ich empfand ihn als sexistisch und unangemessen. Ich wünsche mir, dass du in Zukunft keine solchen Äusserungen mehr in meiner Gegenwart machst. Kannst du das nachvollziehen?"

Viele Männer merken es ja nicht (oder behaupten es zumindest), wenn sie zu weit gehen. Sie haben sich manchmal noch nicht daran gewöhnt, dass sie mit Frauen zusammen arbeiten und dass man diese Art von Witzen einfach nicht mehr bringen kann. Erst, wenn keine Einsicht kommt, sollte man statt eines zweiten Gesprächs besser direkt zum HR gehen. Heute ist man in den meisten Firmen sensibilisiert auf das Thema.

Indiskretion / Verbreiten von Unwahrheiten / Lästern



Seien wir ehrlich - Indiskretionen anderer stören einen dann, wenn man zunächst selbst indiskret gewesen ist. Nicht? Man ärgert sich, dass man dieser Person überhaupt etwas anvertraut hat. Die logische Konsequenz ist, dass man ihr nichts mehr anvertraut, oder nichts mehr von Bedeutung, und das ist der Dealbreaker im Bezug auf Offenheit und Wahrheit. Stelle ich heute fest, jemand ist nicht verschwiegen, lästert oder verdreht gar die Tatsachen, schraube ich an Form und Fülle der mit ihr ausgetauschten Informationen. Ich kenne auch viele, die gerade im Büro niemals lästern, weil der potenzielle Schaden, der damit angerichtet werden kann, den Nutzen (Unterhaltung) selten aufwiegt. Man sollte privat lästern, und nur mit Leuten, die vertrauenswürdig sind.



Unzuverlässigkeit

Zu spät zu einer Verabredung erscheinen finde ich nicht unzuverlässig, nur unpünktlich. :) Gar nicht erscheinen oder sehr kurzfristig absagen (eine Stunde vorher etwa) ist hingegen ein Dealbreaker. Leute, die mit meiner Zeit so ignorant umgehen, haben sie auch nicht verdient. Adieu.

Übrigens gibt es ja auch unzuverlässige Arbeitskollegen/innen und Arbeitgebende. Wer sich wiederholt nicht an Deadlines und Abmachungen hält, der hat meine Zeit und Sympathie verspielt - ganz gleich, ob es aus Dummheit oder Bösartigkeit heraus passiert ist.

Schulden

Ein ganz heikles Thema. Beginnt beim Punkt: Wem leihe ich überhaupt Geld? Normalerweise nur Freunden und Familienmitgliedern. Wenn die dann über längere Zeit nicht zurückzahlen, sich vor Tilgung ihrer Schulden etwa noch Unnötiges leisten (sprich mit meinem Geld) oder sich woanders auch noch Geld leihen, dann leidet die Freundschaft.

Ich halte es heute so, dass ich erstens nur noch Geld leihe, das ich der Person auch schenken würde (dann schmerzt es nicht so, wenn es nicht mehr zurück kommt) und zweitens jedes Darlehen schriftlich mache. Nehmen wir einmal an, die Person zahlt nicht zurück und ich merke, ich würde es ihr doch nicht schenken wollen, dann kann man es immerhin noch eintreiben. Ein Dealbreaker wäre das dann aber allemal. 

Arbeitgebersünden: Konditionen in Eigenregie ändern


Stellenprofile wandeln sich, keine Frage. Sollen sie ja auch, wenn es bedeutet, dass sich die Arbeitnehmer entwickeln und gefördert werden. Dealbreaker sind für mich aber Situationen, in denen die Konditionen sich zum Nachsehen der Arbeitnehmer ändern. Meistens passiert das, wenn es der Firma schlecht geht. Es werden Stellen gestrichen und die früher dort erledigte Arbeit auf die verbliebenen Köpfe verteilt. Geht es der Firma noch schlechter, reduziert sie Arbeitspensen (so eine Art Kurzarbeit aber auf Kosten der Arbeitnehmenden) oder kürzt gar die Löhne. Leider alles schon selbst erlebt.

Was tun? Erstens nein sagen, nicht einfach akzeptieren. Es gibt Arbeitnehmerrechte. Will der Arbeitgeber die Konditionen verschlechtern, und man selber kann damit nicht leben, muss der Arbeitgeber eine so genannte Änderungskündigung (oder eine reguläre) aussprechen und sich an die Kündigungsfristen halten. Ist einem die zu kurz, sollte man die schlechteren Bedingungen allenfalls temporär akzeptieren und sofort eine neue Stelle suchen. Keinesfalls empfiehlt es sich, zu warten und zu hoffen, dass es besser wird. Wird es in der Regel nämlich nicht, denn wenn die Krise überstanden ist, kommt das Management meistens auf die seltsame Idee, dass man den kostengünstigen Modus beibehalten könnte zwecks Gewinnmaximierung.

Übrigens ist das Problem in solchen Situationen ist, neben dem erhöhten Stress (auch psychisch) bei der Arbeit, die Zeit und Energie aufzubringen, überhaupt etwas Neues zu suchen. Es ist wichtig, dass man sich seiner Energiebilanz immer sehr bewusst bleibt. Diese Firma kann nicht von einem erwarten, dass man die Arbeit von dreien erledigt. Schlimmstenfalls sollte man kündigen, ohne etwas neues zu haben. Man kriegt vom RAV zwar Einstelltage, aber man rettet seine eigene Gesundheit und erhält oft seinen Seelenfrieden zurück. Denn seien wir ehrlich: Diese Schrottfirma interessiert sich nicht für dein Wohlergehen, das ist klar.

Arbeitgebersünden: Mitarbeitende ausnutzen und versauern lassen

Etwas, was oft passiert, vor allem mit Frauen, wie ich finde: Sie werden hochqualifiziert eingestellt, kriegen einen monströsen Berg an Arbeit (der auch nie kleiner wird) und werden dann genau dort stehen gelassen. Meist allein. Ein Arbeitgeber hat sich um seine Angestellten zu kümmern und sie zu fördern, auch wenn sie nicht auf die Hinterbeine stehen. 


Ich rate allen (vor allem den sanftmütigen Frauen), spätestens nach einem Jahr zu überprüfen, welche Arbeiten einem entsprechen, welche man abgeben möchte und welche neuen (auch Projekte) man gerne übernehmen würde und dies dann mit dem Chef zu thematisieren. Man kann vielleicht nicht erwarten, dass man nach "nur" einem Jahr bereits seinen Aufgabenbreich modifizieren kann, aber spätestens nach zwei. Denn wer, dafuq, langweilt sich denn nicht, wenn er jahrelang denselben Mist abarbeiten muss? Und eine neue Stelle suchen ist auf Dauer auch mühsam. Machen wir es, wie die Männer: Lasst uns einen Karriereplan erstellen und unsere Forderungen äussern. Wenn nötig immer wieder. Auch nach mehr Gehalt.

Fremdgehen / Affären mit anderweitig liierten Menschen

Sollte ich zwar nicht erwähnen müssen, tue ich jetzt aber trotzdem. Ich habe viele Frauen kennen gelernt, die ihre Männer trotz Untreue nicht verlassen haben. Manche Paare hatten dann eine "offene Beziehung" (in allerlei Formen), trennten sich dann früher oder später trotzdem. Vor allem Geld / Lebensstandard oder gemeinsame Kinder scheinen Gründe zu sein, weiterhin als Paar aufzutreten, obwohl man sich längst fremd geworden ist. Meine Haltung zu Untreue ist: Bullshit.

Geld und Luxus ist weniger wert, als deine seelische Gesundheit. Und Kinder leiden meiner Meinung nach mehr unter der Atmosphäre von Enttäuschung und Schmerz als darunter, dass die Eltern in getrennten Haushalten leben. Würden sich alle desillusionierten, unglücklichen Paare trennen, gäbe es auch wieder mehr Herzen auf dem Singlemarkt. Es wäre allen geholfen. :)

Änlich sehe ich es bei Affären - ich werde jedes Jahr x mal von verheirateten Familienvätern angegraben. "Zum Glück" hab ich diese Dummheit bereits mit 19 hinter mich gebracht. Es ist es nicht wert. Sobald einer auch nur behauptet, er lebe getrennt mit seiner "Ex" unter einem Dach, suche ich das Weite. Entweder, jemand ist frei und zu haben, oder nicht.

Messiness, Ungepflegtheit und mangelnde Klasse


Erkennt man leider oftmals erst, wenn man die Wohnung des/der Betreffenden sieht. Es gibt tatsächlich Leute, die stapeln in ihrer Wohnung dreissig Pizzaschachteln, haben auf jeder horizontalen Oberfläche Krimskams (und Staub) und putzen ihr Klo alle paar Wochen mal. Hm. Zum Glück sieht man es manchen aber schon auch an, selbst wenn sie Anzug tragen.

Man beachte die Gerüche (ich hab eine sensible Nase!), die speckigen Säume an den Ärmeln oder - sehr offensichtlich - den Zustand des Laptops. Wie eklig sind doch diese Bildschirme mit den Fingerabdrücken, die fettigen Tastaturen, die unsauberen Plastikgehäuse. Wäh. So einem geb ich nicht mal gern die Hand. Leider kann man bei diesen Leuten generell davon ausgehen, dass ihr Elternhaus nicht viel hergab. Legt man selber wert auf Kinderstube und Hygiene, hält man sich besser fern.

Geiz

Ja, zu guter letzt fiel mir noch der ein - Geiz. Ich weiss nicht, wieso der heute genau ein Dealbreaker ist. Wahrscheinlich, weil Geiz für mich ein Gegenpol von Lebensfreude ist. Wir müssen nicht verschwenderisch sein, um das Leben zu geniessen. Geiz ist eine permanente Beschäftigung des Geistes. Ein Habitus, der immer im Raum steht wie das Rhinozeros auf dem Zehnernötli. Ich hab keine Lust mehr auf Leute, die den Rappen spalten. Jeder darf sparen - es gibt gute Arten wie das geht - und wer mag, kann es zu seinem Hobby machen.

Aber wie bei den Veganern - bitte verschont mich. Ich hab nicht unbedingt Lust, in deine rigide Budgetplanung einbezogen zu werden, schon gar nicht, wenn ich weiss, dass du genau so gut verdienst, wie ich. Das ist lächerlich. Ich erwarte auchnicht, dass jemand meine Rechnung zahlt (ausser beim ersten Date...), aber lasst uns doch dieses kurze Leben geniessen, wenigstens, wenn wir zusammen ausgehen. For f*ç% sake.

Freitag, 7. Februar 2020

Karriere Survival Guide

Oder: Wie man die eigene Karriere unbeschadet übersteht.

Überall werden einem Tipps gegeben, wie man seine Zeit optimiert, sich gut verkauft, ideal kleidet, perfekt benimmt, das hilfreichste Netzwerk aufbaut, die beste Weiterbildung kriegt etc. Ergebnis, wenn's gut läuft: Karriere, Macht, Geld. Wenn's nicht so gut läuft: Burnout, Deppressionen, Dissoziation, Einsamkeit you name it. Hier also mal meine Tipps, wie du dich von deiner Karriere nicht unterkriegen lässt.

1.) Nimm deinen Job nicht zu ernst.

Ja, manche werden jetzt sagen, das ist der beste Weg zur Mittelmässigkeit und der schnellste ins RAV. Nicht unbedingt. Natürlich soll man seine Aufgaben gut und zuverlässig erledigen, proaktiv Vorschläge bringen, teamfähig und diplomatisch sein und so weiter.


ABER man soll nie dem Irrglauben verfallen, man wäre niemand ohne den/einen Job. Oder man wäre unersetzlich. Du bist für deinen Arbeitgeber genauso austauschbar, wie dein Arbeitgeber für dich. Punkt. Es bricht weder eine Welt zusammen, wenn du nicht mehr hier arbeitest, noch, wenn du den Aufgabenbereich komplett verlässt = dich beruflich neu orientierst. Diese Einstellung finde ich überhaupt elementar, damit man sich weiterentwickeln kann (dazu weiter unten mehr).

2.) Pflege ein internes Netzwerk, investiere ins Socializing

Ich erlebte es immer wieder, dass Leute (vor allem Männer), die eine ausgeprägte Nonchalance (genauer: Faulheit, Schlampigkeit, Gleichgültigkeit, Ignoranz) an den Tag legen, trotzdem häufiger be- und gefördert werden, als ihre (meist weiblichen) Kolleginnen, die sich abrackern. Das ist im Endeffekt natürlich schädlich für das jeweilige Unternehmen, aber solange die Chefetagen von (ebenfalls eher homo ökonomicus-) Männern besetzt bleiben, wird es sicher so bleiben. Will man - ob Frau oder Mann - also ein bisschen einfacher Karriere machen, hilft es, viel Zeit mit den Mitarbeitenden zu verbringen (Mittagessen, Apéros, Kaffee-Päuschen) und Meetings eben doch nicht nur nach dem Aspekt der "unbedingten Notwendigkeit, um Sachfragen zu klären" einberufen, sondern auch, um die Schlüsselpersonen wiedermal von Angesicht zu Angesicht getroffen zu haben. Es ist unbezahlbar! Natürlich machst du dich lächerlich, wenn du ein Meeting organisierst, wenn es ein Email getan hätte, aber dann arbeite halt an der Agenda und bezieh die Leute stark ein.

Warum? Beziehungen und "Kollegen-Kuscheln" lohnen sich enorm (rein platonisch!!). Es wertet dich als Mitarbeiter in deiner aktuellen Abteilung auf und sie wird nützlich sein, wenn du dich intern irgendwann auf eine andere Stelle bewirbst oder eine Beförderung möchtest.

3.) Nimm nichts persönlich, das nicht persönlich zu nehmen ist.

So, das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt. Damit du es besser verstehst, gebe ich dir konkrete Beispiele.

a) Kündigung durch den Arbeitgeber

Die meisten Menschen nehmen gerade eine Kündigung extrem persönlich. Aus meiner langen Karriere weiss ich aber, dass viele (wenn nicht die meisten) Kündigen mehr mit den Umständen der Firma zu tun haben, als mit der Persönlichkeit oder Leistung des Mitarbeitenden. Und selbst WENN der Chef / die Chefin dir kündigt, weil er/sie deine Fresse nicht mehr sehen kann: Fuck them. Nicht deine Schuld.

Meiner Meinung nach passieren die meisten Fehler, die später zur Kündigung führen, bereits im Einstellungsprozess. Wenn man übrigens per se von einem Fehler ausgehen will. Man kann Kündigungen auch einfach als Teil des Spiels sehen - denn wir alle sterben ja auch irgendwann. Den Tod sieht aber niemand als "Systemfehler" an, sondern eher als die Lösung für sehr viele Probleme, die wir ohne ihn hätten.

Trotzdem, manche Kündigungen, vor allem in den ersten drei Jahren einer Anstellung, wären zu vermeiden: Die Stellenbeschreibung entspricht nämlich oft nicht dem effektivem Aufgabenbereich. Warum? Weil sich viele Firmen attraktiver darstellen, als sie sind, um an Fachkräfte zu kommen, die sie sonst nicht kriegen würden. Das hat zur Folge, dass der Mitarbeiter schnell demotiviert ist und sein Potenzial nicht ausschöpfen kann. Kündigt er nicht, muss es (aus Scham und Frust) früher oder später der/die Vorgesetzte tun.

Oder die Firma hat - auch basierend auf der zu attraktiven Stellenbeschreibung - ein zu hohes Gehalt gesprochen und stellt im Nachhinein fest, dass sie sich das doch nicht leisten will oder kann und es ein weniger gut ausgebildeter Angestellter auch tun würde.

Oder die eingestellte Person wurde nicht auf die Fähigkeiten geprüft, die sie benötigt, um die Aufgaben zu bewältigen, die man ihr später gibt - vor allem wenn es dann eben nicht die aus der Stellenbeschreibung sind. Dann heisst es, die Person sei ungeeignet oder zu wenig kompetent oder "nicht genug belastbar". Auch oft gehört: Unkooperativ, weil sie sich - berechtigt - geweigert hat, Arbeiten auszuführen, für die sie nicht angestellt worden ist. Vielleicht gibt es sogar mehrere Tadelgespräche, aber unterm Strich ist das immer noch nicht der Fehler des Mitarbeiters.

Vermeiden kann man obige Situationen übrigens nur mit viel Erfahrung und geschicktem Nachfragen in den Vorstellungsgesprächen. Und auch dann hat man keine Garantie, dass man ehrliche Antworten erhält. Auf keinen Fall sollte man sich aber von so einer Kündigung runterziehen lassen.

Übrigens: Kündigungen aufgrund schlechten Geschäftsganges werden häufig verschleiert. 
Kein Witz! Gerade KMUs kündigen in problematischen Phasen Mitarbeitenden unter Angabe falscher Gründe, weil nicht riskiert werden will, dass bekannt wird, dass es der Firma schlecht geht. Das ist sehr unfair dem Mitarbeiter gegenüber, aber leider gängige Praxis. Zuerst entledigen sich Firmen den teuren Mitarbeitenden (Kader), den Neuen (da noch nicht viel Know-How gesammelt), den leicht Ersetzbaren und denen, die keinen direkten Umsatz bringen / nicht am Kunden arbeiten. Das eigene Image ist ihnen also wichtiger, als die Psychohygiene der Gekündigten. Bezeichnend! Rächt sich aber heutzutage auf kununu.ch. Die Leute sind ja nicht blöd.

b) Übertriebene Kritik

Wird man für eine Kleinigkeit, ein Versehen, einen Flüchtigkeitsfehler oder gar für eine marginale "Unterlassungshandlung" übertrieben kritisiert, hat das meistens etwas mit mangelnder Führungsqualität der Vorgesetzten zu tun. Man merkt es auch daran, dass man auf der andern Seite von dieser Person auch kaum Anerkennung für gute Leistung erhält.

Fehler passieren und wenn sie sich nicht dauernd wiederholen, wenn der Mitarbeiter daraus lernt und man sieht, dass er Fehler zu vermeiden sucht, dann sollte es okay sein. Als Vorgesetzter sollte man viel eher dafür sorgen, dass Prozesse etabliert werden, mit denen sich Fehler vermeiden lassen (vier-Augen-Prinzip, Qualitätssicherung, regelmässige Reviews, ausreichend Ressourcen, Stellvertreterregelungen etc.) und Fehler grundsätzlich als normal deklarieren ("positive Fehlerkultur"). Hat man es mit so einem/einer Chef/in zu tun, lohnt es sich unter Umständen, selber für die Prozesse zu sorgen, die er/sie nicht hinkriegt. Man erweist damit nicht nur sich selbst einen Gefallen.

c) Anfeindungen aus Neid und Missgunst

Ich hab es lange nicht verstanden, wieso mich gewisse Leute (Frauen wie Männer) ohne ersichtlichen Grund praktisch von Anfang an anfeindeten, dumme Sprüche klopften oder über mich lästerten. Dass sie neidisch waren, ist mir lange nicht in den Sinn gekommen. Ich neige selber nicht dazu, mich mit andern zu vergleichen. Viele Leute tun das aber. Entgegenwirken kannst du mit Socializing (siehe oben). Versuche aber nicht, sie gefällig zu stimmen, indem du ihnen eine Vorzugsbehandlung zukommen lässt. Das würde nämlich bedeuten, dass ihr inakzeptables Verhalten auch noch belohnt wird, sprich funktioniert. Damit werden sie darin nur noch bestärkt. Ich rate, allen Kolleginnen und Kollegen regelmässig "Strokes" auszuteilen, und zwar am wirksamsten in Teammeetings. Ein klassischer Stroke ist zum Beispiel: "Ich sehe das gleich wie XY." Oder: "XY hat recht mit..." Oder: "Ich finde XYs Vorschlag gut, weil..." Das geht runter wie Öl und kostet dich überhaupt nichts.

Wenn du ihre Anfeindungen hingegen persönlich nimmst, bewegt ihr euch alle in der Abwärtsspirale aus falschen Vorstellungen, antizipierten Enttäuschungen und Frust. Muss aber auch gesagt sein: Bei manchen Leuten ist einfach Hopfen und Malz verloren. Die sind unzufrieden mit sich selber, ihrem Leben, und hassen einfach alles und jeden. Halte dich von denen nach Möglichkeit fern, sie sind toxisch.


4.) Pflege ein externes Netzwerk

Eine Kündigung kann auch aus heiterem Himmel kommen. Gerade, weil viele Firmen es laaaange verschleiern, dass es ihnen schlecht geht, aus Angst, ihnen würden sonst die guten Leute abspringen (alles schon erlebt, auch aus der Perspektive der frühzeitig Eingeweihten und zu Stillschweigen verdammten). In diesem Moment wirst du einfach froh sein, wenn du ein Netzwerk ausserhalb der Firma hast. Sei das nun zu Headhuntern, zu Leuten, die ähnliche Jobs wie du in andern Firmen haben etc. Ich habe bei solchen Leuten oft beobachtet, dass sie dann ganz offen mit ihrem Jobwechsel umgegangen sind und über LinkedIN oder XING oder Facebook publik gemacht haben, dass sie etwas neues suchen. Braucht aber Eier. Nicht jeder geht so offen mit einem Jobverlust um, und das ist verständlich, da er immer noch stark stigmatisiert.

5.) Pflege dein Privatleben

Dein Job ist nicht alles. Deine Gesundheit und dein privates Glück sind wichtiger. Pflege dich. Früher war es so, dass man sich mit "seiner" Firma identifizierte. Manche Leute arbeiteten 20, 30 Jahre oder länger dort - von der Lehre bis zur Pensionierung - aber in der heutigen Arbeitswelt muss man darauf achten, dem Job nicht zuviel Bedeutung zuzumessen. Zumindest nicht als unselbständig Erwerbender. Meiner Meinung nach könnte darum auch die "Gig Economy" Chancen bergen für uns alle - die Arbeitgeber, weil sie dazu gezwungen werden, Leistung statt Sitzleder zu honorieren - und für Arbeitnehmer, weil häufige "Jobwechsel" entstigmatisiert werden. Unterm Strich könnten wir alle - wenn wir es richtig angehen - sehr viel mehr Zeit für uns und unsere Liebsten gewinnen.

Solange man wie die meisten noch seine acht, neun, zehn... Stunden pro Tag "absitzen" muss, dann noch einen mehr oder weniger weiten Arbeitsweg zu bewältigen hat, und so nur minim Einfluss auf seine Zeit behält, so lange sollte man sehr bewusst mit seiner Freizeit und seinem Privatleben umgehen. Irgendwann wird es besser, bin ich sicher. Wir haben die Technologie, jetzt fehlt nur noch die richtige Arbeitskultur.


6.) Entwickle Dich weiter

Du tust niemandem einen Gefallen, wenn du nicht kritisch hinterfragst, ob dir deine Arbeit, dein Team, deine Firma noch gefällt und ob du nicht gerne eine Veränderung oder eine Weiter-/Ausbildung machen möchtest. Andere mögliche Entwicklungen, die der Balance förderlich sind, können mehr privater Natur sein: Vereinsarbeit, politische Arbeit, Lehrtätigkeit, Mentorship etc.


Vermeide es einfach, stehen zu bleiben. Das hat, ob es dir bewusst wird oder nicht, meistens einen sehr negativen Einfluss auf deine Arbeit, denn du wirst unflexibler und begegnest Änderung, die von aussen kommt, skeptisch oder gar negativ, satt sie freudig als Chance zu betrachten.

7.) Versuch wenigstens einmal in deinem Leben ein Standbein in der Selbständigkeit 

Was die Arbeitgeber von gestern noch nicht hinkriegen, schaffst du vielleicht als Selbständige/r von heute / morgen? In einem anderen Post werde ich einen Guide publizieren, wie man sich neben einem (Teilzeit-)Job selbständig machen kann oder wie man nicht mehr nur von einem Arbeitgeber abhängig ist, sondern mehrere "Gigs" zugleich hat (siehe auch "Sharing Economy", Wikpedia, Englisch). In der Zwischenzeit lies doch den Klassiker zu diesem Thema, "Die vier Stunden Arbeitswoche" von Tim Ferris.


Viel Erfolg.