Samstag, 23. Juni 2018

Sommer-Outfits fürs Büro

Der Sommer in Zürich zeigt sich von der warmen, bald heissen Seite. Zeit, ein paar Tipps fürs Sommer-Styling zu geben - zumindest für die, die zum arbeiten nicht in Flipflops und Strandkleid auftauchen können.

Anders als die Männer stehen uns Frauen gerade im Sommer angenehmere Alternativen als Anzug und Bluse zur Verfügung. Dennoch gibt es einige Regeln zu beachten.

1. Zehen bedecken

Ein No-Go sind offene Schuhe wie etwa Sandalen, Peeptoes oder Sabots. Wer das Gegenteil behauptet, entscheidet sich eben dazu, sich nicht an die Regeln zu halten. Denn es gilt nach wie vor - egal wie schön die Pediküre, deine Zehen will im Büro niemand sehen. Wem geschlossene normale Schuhe im Sommer zu viel sind, dem stehen folgende Sommer-Varianten zur Verfügung:


Slingback Pump / Slings


By Nero Giardini @ Walder Schuhe
Der Slingback Pump ist hinten offen und bedeckt die Zehen vollständig. Anders als ein Sabot haben Slingbacks eben einen "Sling" um die Ferse, womit sie nicht "schlacken" beim gehen, und einen Absatz - am elegantesten in schmal. Schön ist eine relativ spitze Schuhkuppe, genannt "pointed" auf Englisch. Es gibt ihn auch mit Luftlöchern, etwa von Nero Giardini (Bild rechts).


Mokassins


Anders als steife, feste Halbschuhe sind Mokassins vergleichsweise atmungsaktiv und durch die grössere Weite bequem. Büro-tauglich sind z.B. die von Geox in Glattleder mit Metall-Details.


Geox @ Zalando

2. Oberarme bedecken


Ja, manche Frau kann stolz auf ihre schlanken, trainierten Arme sein. Dennoch kein Grund, im Büro ärmellos aufzutauchen. Erstens gehören ärmellose Outfits ins Privatleben, zweitens zwingen sie dem Gegenüber all zu oft den direkten Einblick in die Achselhöhle auf - oder noch tiefer. Oberteile haben mindestens das erste Drittel des Oberarms zu bedecken. Männer tauchen schliesslich auch nicht in Muskelshirts zur Arbeit auf.

Selbstverständlich trägt man darum weder Tank-Tops, Spaghetti-Tops, bauch- oder rückefrei. Und nochmal: Wenn du in einer Werbeagentur oder einem Logistikzentrum arbeitest, kannst du diesen ganzen Artikel komplett ignorieren. ;-)







3. Ausschnitt-Falle


Keine Ahnung, warum, aber manche sommerlichen Oberteile sind zu tief geschnitten. Sie sehen auf den ersten Blick büro-tauglich aus, hat man sie aber an, ist Starren vorprogrammiert. Ausserdem wireken Frauen mit tiefem Ausschnitt einfach weniger intelligent. Darum: Immer im Laden ausprobieren, schlimmstenfalls ein Spaghetti-top drunter tragen, das den Ausschnitt kompensiert. Leider können Unterleibchen zu Hitzestau führen und machen den luftigen Effekt guter Blusen zunichte. Ich würde daher eher ein perfekt sitzendes Oberteil als ein Kompromiss-Unterleibchen tragen.

4. Sei nicht zu transparent


Lady Diana, 1980
Ganz normal aussehende Blusen (und Hosen, und Röcke!) sehen online tiptop aus, man bestellt sie, denkt sich nichts böses und zack - man sieht den Bauchnabel durchschimmern. Es geht hier nicht darum, dass der BH sichtbar wird (dafür hat man hautfarbene BHs), sondern die simple Tatsache, dass man sich mit transparenten Kleidern einfach nicht wohl fühlt im Büro. Darum lassen wir die lieber im Laden - es sei denn, man hat es auf einen Lady-Di-Moment angelegt.








5. Wähle den richtigen Stoff


Hose von Mango aus 75% Polyester,
20% Viskose, 5% Elasthan
Jeden Sommer kommt wieder Leinen in die Läden. Meiner Meinung nach fühlt sich Leinen wunderbar an, ist aber leider viel zu knitterig und überhaupt nicht pflegeleicht. Ich empfehle jeder und jedem Leinenbettwäsche für den Sommer, aber bei der Kleidung sollte man wenn überhaupt nur Mischgewebe mit Leinen wählen. Am besten sind Baumwolle, Viskose oder Seide. Wenn Leinen, dann nur für Röcke oder weite Hosen. Blazer werden sofort unförmig, ebenso Blusen.

Verzichten sollte man auf Plastikmaterialien wie Acryl und Polyester - vor allem bei Oberteilen. Sie können keine Feuchtigkeit aufnehmen und das führt gerade im Sommer zu vermehrtem Schwitzen und schneller Geruchsbildung. Da man das Zeug nur mit 30° oder 40° waschen kann, bringt man die Bakterien auch nicht richtig raus - das Kleidungsstück stinkt schon vor dem Tragen. Polyester sollte man höchstens für (weite) Hosen oder Röcke in Betracht ziehen und auch nur im Sommer, da sich Kleidungsstücke aus Polyester im Winter bei trockener Luft schnell elektrostatisch aufladen und dann am Bein "kleben".

6. Wähle den richtigen Schnitt


Das wichtigste zum Schluss: Auch eine Baumwoll-Viskose Chino wird bei 30°C im Schatten unerträglich, wenn sie eng anliegt. Ich verstehe persönlich nicht, wie Frauen auch im Hochsommer Leggings oder knallenge Stretch-Jeans tragen können. Die Luft zirkuliert damit nicht und somit staut sich die Hitze, man schwitzt in der Kniekehle, es juckt und stört. Diese Frauen sollen sich einmal fragen, ob es wirklich nötig ist, im Büro die gleiche superschlanke Silhouette zu demonstrieren, wie im Ausgang. Eigentlich interessiert sich bei der Arbeit niemanden für deinen Knackarsch - und wenn doch, wäre das schlecht für deine Karriere. Echt jetzt.

Leinen-Unterrock von Deerberg
Darum empfehle ich vor allem jungen Frauen, es einmal mit weiten Hosen und lockeren Oberteilen zu probieren. Wenn Frau schlank ist, sieht man das auch dann. Auch sollten Rock-Gegnerinnen im Sommer überlegen, einmal eine Ausnahme zu machen - ihrer Gesundheit zuliebe. Geheimtipp übrigens noch zu weiten Röcken (A-Linien-Form): Trage einen lockeren Unterrock aus Leinen oder Baumwolle, um zu vermeiden, dass dein (Über-)Rock deine Po-Spalte abzeichnet. So ein Unterrock hilft absurderweise auch gegen das Schwitzen, da er die Feuchtigkeit schnell abtransportiert - dank der kühlen Leine / Baumwolle gibt es auch keinen Hitzestau.





Ich wünsche dir einen schönen, luftigen Sommer! :)


Samstag, 17. März 2018

Pink Tax vermeiden

Für die gleichen Produkte zahlen Frauen jährlich 1300.- mehr als Männer. Gleichzeitig erhalten wir 20% weniger für dieselbe Arbeit. WTF? Selbst die ignorantesten Damen dürften nach diesem Werbespot von Digitec wenigstens ein kleines Fragezeichen gehabt haben:



Über Lohnungleichheit, und was frau dagegen machen kann, schreibe ich ein andermal - das ist ein mühsames Thema. Die "Pink Tax" kannst du aber jetzt und einfach vermeiden.

Der Industrie verbieten, an Frauen gerichtete Produkte teurer zu verkaufen, kann und sollte man nicht. Es ist ein freier Markt und soll es bleiben. Sprich, solange die Konsumentin bereit ist, für ein gewisses Merkmal (meistens einfach eine rosarote Verpackung) mehr zu bezahlen, soll sie. Eine Ausnahme fände ich höchsten dort angebracht, wo Frauen keine Alternative haben.

Wie umgeht frau also die Pink Tax?

1. Eigene Einstellung ändern


Wieso in aller Welt sollte man dem Gottimeitli eine rosarote Kamera kaufen, wenn es dieselbe in hellblau zwanzig Franken günstiger gibt? (Siehe Spot oben) Verabschieden wir uns doch von diesem Hellblau-für-Jungen und Rosa-für-Mädchen Bullshit. Man nennt das Gender-Limitation. Mein Sohn trägt oft rosarot und findet das nicht schwul. Wieso sollte er, er weiss noch gar nicht, was schwul ist. Dieser Gender Bullshit fängt bei der Erziehung unserer Kinder an und genau dort gehört er auch abgestellt.


2. Preise vergleichen, konsequent das günstigere Produkt kaufen




Klingt einfach, tun aber viele nicht. Nehmen wir mal das bekannte Beispiel Rasierer. Kassensturz hat den Qualité et Prix (Coop) 5-Klingen Rasierer "His Way" (für Männer haha) mit der Bestnote 5.5 ausgezeichnet. Kostet CHF 7.- Der absolut vergleichbare ABER ROSAROTE Rasierer "Wel" (für Frauen lol) kostet CHF 9.- Das sind 28.5% Preisunterschied! Man zahlt fast einen Drittel mehr für ROSAROT. Geschenkt!! (Quelle Coop Website).

Es gibt auch Produkte, die sich nicht exakt vergleichen lassen und bei denen wir tendenziell nicht zugreifen würden, weil sie wirklich für Männer gemacht zu sein scheinen. Beispiel Shampoo: Sie unterscheiden sich vor allem durch den Duft. Das jeweilige Marketing der Kosmetikfirmen macht uns zudem weis, das Produkt würde Nachfetten verzögern, mehr Volumen oder Glanz geben etc etc. Dafür zahlen wir einen hohen Preis (wie auch für Makeup...). Ich empfehle, einmal die geschlechtsneutralen Produkte auszuprobieren. Zum Beispiel den Amazon Renner "ArtNaturals" Argan Oil Shampoo.

3. Crossdressen




Was hab ich gelacht, als die "Boyfriend Jeans" aufgekommen sind! X-D Abgesehen davon, dass ich nie so hässliche Hosen tragen würde - aus Marketingsicht genial! Da nimmt man die stinknormalen Männermodelle, verdoppelt den Preis und verkauft es an die Damen. Toll.

Bei Basics wie Pullover, T-Shirts, Trainerhosen und Turnschuhen (!!) lohnt es sich, bei der Männer-Abteilung (online oder offline) rein zu schauen. Gerade wenn man den "Oversized" Look mag. Ich hab fest gestellt, dass mir die Feinstrickpullis der Männer in Grösse S sogar besser passen, als die Frauenmodelle - die Ärmel sind endlich genug lang und die Leibhöhe ist grosszügig. So friere ich auch nie an die Nieren.


4. (Schmerz-)Medikamente, Vitamine und Tampons im Ausland kaufen


In Holland zahlt man 15% des Schweizer Preises für Medikamente (Quelle Preisüberwacher CH):


Was hat das mit Pink Tax zu tun? Direkt nichts, indirekt geben aber viele Frauen sehr viel Geld für die Anti-Baby-Pille, Schmerzmittel (Regelschmerzen), Nahrungsergänzung (z.B. Vitamin D3- und Eisenmangel) sowie natürliche Heilmittel gegen Stimmungsschwankungen aus. Das hat nichts mehr mit Eitelkeiten wie bei der Kosmetik oder Mode zu tun, das sind einfach notwendige Produkte für Frauen, die verdammt ins Geld gehen. :(

Wer kann, soll darum gerade nicht kassenpflichtige Medikamente und Vitamine im Ausland kaufen / via Versand (an ein Paketfach) liefern lassen. Hier finden sich (ganz unten) Preisvergleichs-Listen der Medikamente je Land (offizielle Website des Preisüberwachers). Bei den kassenpflichtigen Medikamenten (also verschreibungspflichtige) rechnet man allgemein damit, dass die Krankenkassen in Zukunft auch die im Ausland gekauften vergüten dürfen (NZZ Artikel Juli 2017). Im Moment sind die Pharmalobbies noch zu stark für diese Änderung...

5. Verhandeln


Nehmen wir mal an, beim Coiffeursalon würden sie dir für denselben Kurzhaarschnitt doppelt so viel verrechnen, wie einem Mann. In diesem Falle würde ich behaupten, ich sei ein Mann. Kommt mir die Person dann blöd, behaupte ich, ich sei transgender. Ich behaupte, in 99% der Fälle kommt dann kein Argument mehr. Es gibt ja auch keinen logischen Grund, für dieselbe Arbeit mehr zu verlangen, bloss weil ich ein Mädchen bin. Eh? Oder? In den USA hat sich übrigens ein Geschäft etabliert, das NUR Waschen/Legen/Föhnen anbietet - The drybar. Dies, weil die Gründerin fand, dass sie viel zu viel fürs Haare stylen bezahlte. Leider noch nicht in der Schweiz angekommen, aber es wäre auch hier ein Erfolg.

Rachel McAdems mit perfekter Frisur in "Red Eye"

Auch wird oft behauptet, in der Chemischen Reinigung würden Frauen mehr bezahlen. Ich gehe selten zur chemischen Reinigung, habe also die Preislisten nicht im Kopf. Tendenziell kann ich aber kein Vergehen dabei finden, wenn für eine Damenseidenbluse mehr verrechnet wird, als für ein Baumwollherrenhemd. Sind die Stücke aber praktisch nicht unterscheidbar, würde ich mit der Chefin / dem Chef der Reinigung das Gespräch suchen. Lenkt sie / er nicht ein, würde ich drohen, den Laden in Social Media anzuschwärzen. Dabei dann aber bitte sachlich bleiben (Google Bewertungen sind recht beliebt).

Auch empfehle ich, ausschliesslich mit UBER Taxi zu fahren. Mir ist es schon oft passiert, dass ich von Taxifahrern beim Preis verarscht wurde. Sicher, kann auch Männern passieren, ich schätze aber, dass Frauen davon häufiger betroffen sind. Bei UBER sind die Preise für Männer und Frauen soweit ich weiss gleich. ;-)

6. Verzichten


Anstatt Pink Tax zu zahlen, verzichte ich doch lieber ganz. Etwa bei der chemischen Reinigung. Kleidungsstücke, die angeblich in die Reinigung gehören, kann frau meistens auch zuhause reinigen. Let's not kid ourselves.


Also liebe Frauen, viel Spass beim sparen!

Sonntag, 11. März 2018

Tapezieren - DIY Projekt für Anfängerinnen

Kaum jemand rührt die Wände seiner Mietwohnung an. Meistens aus falschem Geiz, Bequemlichkeit oder mangelnder Kreativität. Mit Tapeten - genauer mit Wandbildern - kann man heute aber wahnsinnig einfach und effektvoll Farbe ins Zuhause zu bringen!



Vier Gründe, wieso du es einfach mal ausprobieren solltest:
  1. Weil es einfach saugut aussieht!!! Schau dir die Möbelkataloge an. Sieht man da auf einem EINZIGEN FOTO weisse Wände? Eben!
     
  2. Weil es viel günstiger ist, als du jemals gedacht hättest.
      
  3. Weil es viel einfacher ist, als du bis jetzt gedacht hast! Und es macht Spass!
     
  4. Weil sich gerade Tapete extrem einfach wieder entfernen lässt.

Tapete oder Farbe?

  • Farbe eignet sich überall dort, wo du eine einheitliche Fläche möchtest. 
  • Will man eine Wand streichen, muss man alles abdecken - Decke, Fenster, Möbel, Böden - beim Tapezieren nicht.
  • Tapeten eignen sich für überall, wo ein Muster oder Wandbild etwas Pepp hinein bringen soll.
  • Streichen kann man unebene Flächen wie runde Kamine etc. Tapeten kann man nur auf ebenen, geraden Flächen verarbeiten.
  • Dunkle Wände muss man später mehrmals weiss streichen, damit es richtig deckt. Dunkle Tapeten lassen sich genau so einfach entfernen, wie helle.
  • Es gibt Spezialtapeten, die wasserabweisend sind, auf die Kinder malen können, die magnetisch sind oder die vor Elektrosmog schützen.
  • Es gibt Spezialfarbe gegen Nikotinablagerungen.
Du siehst - es gibt für beides Pros und Kontras.

Ich habe kürzlich meine Liebe für Tapeten entdeckt. Der Grund: Es gibt jetzt online Shops, da kann man sich sein Wandbild selber gestalten. Man erhält dann exakt auf die zu tapezierende Wand abgemessene, bedruckte Vliestapeten per Post. Für wenig Geld (ich hab es mit üblichen Tapetenpreisen verglichen!) erhält man innerhalb einer Woche eine kompakte Rolle samt einem Päckchen Kleisterpulver. Den Rest erklär ich dir im Tutorial.

Online Tapete vs vom Baumarkt / von der Rolle

Natürlich kann man sich die Tapete auch im Baumarkt oder bei einem Tapetenladen in der Nähe holen, trotzdem würde ich das heute nicht mehr empfehlen. Hauptgrund: Kaufst du dir eine Meterware-Tapete, wiederholt sich das Muster ("Rapport") mindestens alle 45 bis 53cm. So breit ist nämlich die durchschnittliche Tapetenbahn. Ich finde solche Muster für ein Landhaus durchaus passend, ansonsten aber eher altmodisch. Beim Wandbild gibt es keinen erkennbaren Rapport, denn jede Tapete wird exakt auf deine Wandgrösse geplottet. Darum kannst du auch dein Lieblingsfoto auf eine Wand von 5 x 8m drucken lassen. Kannst du dir die Möglichkeiten vorstellen? :-)

Ich wollte Farbtupfer fürs Wohnzimmer und entschied mich für diese Tapete:




Und jetzt geht's los...

Tapeten-Tutorial

Was du brauchst



  • Etwa vier Stunden Tageslicht. Besser fünf.
  • Eine Leiter
  • Die Tapete (Rolle)
  • Gummibänder ("Gümmeli")
  • Eine Schere
  • Ein Pack Kleister
  • Einen Schwingbesen
  • Ein Rakel (das ist das Teil, mit dem man die Tapete glatt streicht), am besten mit weissem Gummi oder Filz (nicht wie meines mit schwarzem Gummi...)
  • Eine Farbrolle zum Auftragen des Kleisters
  • Einen Cutter (scharf)
  • Ein Gefäss mit Wasser
  • Ein (heller, nicht abfärbender) Schwamm
  • Ein Lot (ich hab ein Bleiband vom Vorhang genommen)
  • Saubere Lappen und Tücher (perfekt sind "Nuschelis")
  • Ein ziemlich grosses Gefäss zum Kleister anrühren (im Bild nicht zu sehen, ich dachte, die silbrige Schüssel würde reichen...)
  • Einen Farbeimer (im Bild schwarz)
  • Akkuschrauber oder Schraubenzieher
  • Maler-Kreppband (optional)

1. Rolle zuschneiden

Meine Tapete kam in einer einzigen Rolle und musste mit der Schere an den entsprechend markierten Stellen zerteilt werden.




Die einzelnen Bahnen rollte ich anschliessend mit der bedruckten Fläche nach innen wieder auf, fixierte sie mit einem Gummiband und legte sie in der richtigen Reihenfolge bereit.


3. Kleister anrühren


Für für die vier Liter Flüssigkeit braucht man einen Eimer. Für meine Wand hätte es zwar auch ein Drittel der Menge getan. Nächstes Mal würde ich mit einem elektrischen Mixer mixen, denn ich hatte doch einige Klümpchen drin. Den Kleister muss man 15 Minuten quellen lassen. In der Zeit kümmert man sich am besten um die Wand.

4. Wand vorbereiten



Möbel, Teppiche und Vorhänge wegstellen. Die Wand sollte sauber und staubfrei sein. Wenn da Spinnweben oder dergleichen sind: Kurz mit dem Staubsauger drüber oder mit einer Bürste / Besen.

Die Sockelleisten mit dem Akkuschrauber lösen und irgendwo zwischenlagern, wo sie nicht im Weg sind.
Steckdosen-Abdeckungen sollten abgenommen und mit Malerkrepp verklebt werden, so kommt kein Kleister rein.


    


Mit dem Lot (aka Bleiband) zeichnete ich mir an der Wand mit Bleistift eine Linie. Daran richtete ich später die erste Bahn aus. So wird die Tapete / das Wandbild auch gerade, wenn die Decke / der Boden irgendwie schief sein sollten.

   


Nach 15 Minuten den Kleister nochmal rühren. Bei mir hatte es, wie man sieht, diese kleinen Bröckchen drin. Ich hab die nachher von Hand herausgeklaubt. War nicht so lustig.

5. Kleistern und Bahnen anbringen (=tapezieren)





Wie auch beim malen beginne ich immer mit dem Pinsel in den Ecken und Kanten und benutze die Rolle für die Flächen. Da Kleister farblos austrocknet, braucht man nichts abzukleben (Decke, Boden), jedoch empfiehlt es sich, Kleisterkleckse am Boden gleich mit einem feuchten Lappen weg zu wischen. Ist einfacher, als wenn er erstmal angetrocknet ist.



Man beginnt logischerweise mit der ersten Rolle (im Bild Nr. 1 von 10). Auf der Leiter hält man sie einfach an die Decke und lässt sie nach unten ausrollen. Dann an der Linie und / oder an der Wandkante / Deckenkante ausrichten. Die erste Bahn ist hierbei die wichtigste. Je genauer die erste Bahn hängt, desto gerader werden natürlich auch die andern.

Ich hatte damit überhaupt keine Probleme. Mein Haus scheint gerade gebaut worden zu sein. Da die Tapeten aus einer ziemlich stabilen Vliesfaser gemacht sind, liessen sie sich auch sehr einfach aufeinander ausrichten. Trotzdem brauchte ich pro Bahn ca. 10 Minuten - ausrichten, glattstreichen, mit Lappen allfälligen Kleister abwischen, mit dem Cutter oben abschneiden. Unten passte es perfekt.



Dort, wo die Bahnen aufeinander treffen, war bei mir jeweils der Kleister schon etwas eingetrocknet. Das korrigiert sich aber, wenn man den feuchten Schwamm ein paar Sekunden drauf drückt (sanft) und anschliessend mit dem Lappen antupft. Der Kleister zieht das Wasser dabei durch die Tapete auf, wird wieder klebrig und somit haftet die Tapete wieder an der Wand.


Ein wenig Feingefühl braucht es vor allem mit dem "Ausschneiden" der Steckdosen und (bei mir) Heizungsregler.


Man kann die Tapete nicht gerade aufhängen, wenn sie auf einem Schalter aufsteht. Ausschneiden kann man aber erst, wenn die Tapete halb an der Wand klebt. Jedenfalls verfährt man einfach so mit allen Bahnen. Die letzte wird etwas über den Rand der Wand abstehen. Mit einem Metall-Lineal oder (bei mir) einem Plastikrührstab und dem Cutter abschneiden:



Zuletzt noch die Bohrlöcher der Sockelleiste aufschneiden und die Sockelleiste wieder befestigen.




Fertisch!

Ich kann Tapeten also jedem Anfänger und jeder Anfängerin empfehlen. Viel Spass mit der neuen Wand! :)













Freitag, 2. Februar 2018

Typen, von denen du dich fernhalten solltest

Je älter frau wird, desto schneller erkennt sie, was für ein Typus Mensch einem gegenüber steht. Als ich jünger war, dachte ich, alle wären nett, hilfsbereit und selbstlos. Wurde ich Zeugin des Gegenteils, ging ich von einer Ausnahme aus. Heute bin ich realistischer, weil erfahrener, manchmal vielleicht auch etwas zynisch. Als halte dich fern von diesen Typen:

Abgebrühter (m)


Diesem Mann möchte man am liebsten nie begegnen, denn er ist auf den ersten, zweiten, dritten Blick und Schwatz wahnsinnig charmant und interessant. Macht frau jedoch den Fehler, die FAKTEN nicht zu prüfen, passiert folgendes, und zwar in dieser Reihenfolge und oft in Wiederholung: Sie wird  belogen, ausgenutzt und hintergangen. Je länger man mit dem Abgebrühten verbandelt ist, desto schwerer wird es, sich emotional von ihm zu lösen. Er ist nämlich ein Routinier. Oft ist er verheiratet oder geschieden. Er ging und geht aus Prinzip fremd, weil er es halt einfach KANN. Die Frauen in seinem Leben können dafür was anderes sehr gut: Die Realität ausblenden. Verdrängen.
Wenn du also einen Typen triffst (er kann 28 oder 48 sein, spielt keine Rolle!), dann prüf immer erst, ob er noch eine Partnerin hat und wenn (angeblich) nicht, was seine Exfreundin über ihn sagt. Lohnt sich eigentlich immer. Echt.

Neiderin / Intrigantin (w)


Auch dieser Person willst du nicht begegnen, aber wie bei allen anderen wird es sich nicht vermeiden lassen. Selbst wenn du gerade eine üble Scheidung hinter dir hast, zwanzig Kilo Übergewicht, dein Teenagerkind nicht mit dir spricht / zu Papa gezogen ist und man bei dir einen Bandscheibenvorfall diagnostiziert hat: Sie findet immer noch was, für das sie dich beneidet. Und dann macht sie dich nieder. Perfide: Sie merkt es oft selber nicht, ja hält sich für eine liebe Person, die anderen hilft. Sie hat Probleme. Schlimmere als deine (ein kleiner Trost). Beruflich steckt sie meist in der Sackgasse, ein Privatleben hat sie eigentlich auch nicht (= keine Freunde). Geh ihr aus dem Weg. Wenn du sie doch antriffst, erzähle ihr (unter Tränen!!) wie schlecht es dir geht (erfinde sonst irgendwas, Geldprobleme oder so, dann pumpt dich niemand mehr an...). Mach sie ja nie runter und meide alle Arten der Zusammenarbeit.


Leistungsverweigerer (m/w)


Erkennst du daran, dass sie sich grundsätzlich immer vor neuen Aufgaben drücken: "Hab zu viel zu tun" oder "Das kann ich nicht" oder "Dafür ist jemand anders zuständig". Selbst wenn sein / ihr Chef dich mit der Aufgabe zu ihm / ihr geschickt hat, werden Leistungsverweigerer dich austricksen, bis du die Arbeit selber machst. Wie? Sie stellen sich dumm. So richtig. Zunächst weden sie sich alles gaaaanz genau und im Detail erklären lassen. Dann zwei, drei Tage warten (oder länger - man hat ja sooo viel zu tun), dann wieder zu dir kommen und so tun, als hätte man deine Erklärungen vergessen oder verstehe es immer noch nicht. Sogar beim simpelsten aller simplen Aufgaben (Tabelle erstellen oder so). Ich hasse Leistungsverweigerer. Sie gehören gefeuert. Unterm Strich verschwendest du nur deine Zeit mit diesen Leuten, denn bis du ihnen (dreimal) erklärt hast, was sie für dich machen sollen, hast du es längst (und besser) selbst erledigt. Leistungsverweigerer findest du übrigens immer direkt bei den beschissensten Chefs (die sie eingestellt und noch nicht gefeuert haben). Immerhin: In Kaderpositionen schaffen sie es zum Glück nie.


Micromanager (m/w)



Wie in meinem Post zum Thema Micromanager aka Kontrollfreaks (ich hatte das Vergnügen, leider) beschrieben, kannst du bei so einem eigentlich nur das Handtuch werfen. Weil - faktisch werden die sich eh nie ändern. Wenn du ganz grosses Pech hast und so ein richtig ausgebufften Micromanager-Persönchen hast, dann wird sich arbeiten anfühlen, wie im Schlamm zu waten. Und dabei Dreck zu fressen. Micromanager unterstehen ihrerseits auch miserablen Chefs, denn diesen ist es entweder noch nicht aufgefallen, dass der Micromanager nichts taugt, oder sie sind selber Micromanager. Oder sie haben die Eier nicht, den Micromanager zu feuern. Weil eigentlich kann ein Micromanager gar nicht rentabel arbeiten. Geht nicht. Ist immer ein Verlustgeschäft für die Unternehmung. Wenn du also einen Micromanager-Arsch von Chef / Chefin hast, fang an, einen neuen Job zu suchen. Sofort.


Sozialfall (m/w)

Umgebe dich mit erfolgreichen Leuten, dann wirst auch du erfolgreich sein. Umgibst du dich mit Verlierern, wirst auch du zum Verlierer. Das hat etwas mit Gruppendynamik zu tun. Wer nämlich den Vergleich mit erfolgreiche(re)n Leuten nicht scheut, wird inspiriert von ihnen, ja lernt vielleicht was dazu und nicht selten ergeben sich Opportunitäten (Jobs, Geschäftspartnerschaften, Projekte). Begibst du dich jedoch in eine Gruppe von sich selber bemitleidenden, immer jammernden Sozialfällen, karrieretechnisch Gestrandeten oder gesundheitlichen Wracks wirst du dich (auch unbewusst) mit ihnen vergleichen und zum logischen aber leider kontraproduktiven Schluss kommen: "Verglichen mit denen hab ich's ja voll gepackt." Jep. Ehrgeiz klingt anders.

Jammerlappen / Nörgler


Diese Leute trifft man oft und selbst in Kaderpositionen. Im letzteren Fall sind sie bereits fünfzehn, zwanzig Jahre im Betrieb, was ihren Aufstieg erklärt; Sitzleder zahlt sich halt immer noch aus. CEOs werden sie zwar nie, denn dafür denken sie zu negativ, aber sie vegetieren häufig in der Buchhaltung dahin (CFO, Abteilungsleiter, Gruppenleiter). Bei den Personalern gibt es auch Jammerlappen, aber die sind so professionell, sich nur ausserhalb des Büros auszulassen (z.B. beim Therapeuten). So leid sie einem tun können - es gibt nämlich gute Gründe, wieso sie so desillusioniert sind - halte dich von ihnen fern. Du willst nicht erfahren, was sie wissen, denn sonst ziehen sie deine Laune auch in den Keller. Echt. Manchmal ist "ignorance bliss".



Sexisten / Chauvinisten (m)


Ich weiss nicht, ob ich mich glücklich schätzen kann, anzahlmässig mehr Sexisten als Abgebrühte getroffen zu haben. Während die Abgebrühten zwar einen Totalschaden im persönlichen Liebesleben und lebenslanges Misstrauen allen Männern gegenüber verursachen können, zerstören Sexisten regelmässig die Karrieren vielversprechender Frauen. Selbst mit der #metoo Beweung ist es nämlich noch nicht so richtig salonfähig geworden, sexuelle Belästigung anzuprangern. Als Frau sollte man sich darum immer gut absichern (siehe mein Artikel) und sich trotzdem auf den Verlust des Jobs einstellen. In den Teppichetagen wirft nämlich selten ein Chauvi den andern wegen "irgendeiner Tussi" raus. Es gibt zwar noch eine andere Art, mit Sexisten und Chauvis um zu gehen, aber die belastet das Karma.


Das Sexmanko (m)


Er hat keinen, also spricht er dauernd darüber. 

Das wandelnde Sexmanko - in 99.9% der Fälle männlich - merkt leider nicht, dass er nervt. Ist er sehr ignorant, merkt er nicht mal, dass er die Grenze zur sexuellen Belästigung überschreitet. Leider nerven schon die harmlosen Sexmankos, die zwar nicht andauernd von Sex reden, aber dich anstarren (nicht nur in der Sauna), deine Nähe / deinen Anblick suchen oder - die dreisten - sich beim Lunch zu dir setzen und dir dann erzählen, wie wenig  in ihrer Ehe "läuft". Ähm, ja. Und wieso erzählst du mir das g.e.n.a.u.? An sich ist mir der mit dem Sexmanko lieber, als der Abgebrühte, aber ich will eigentlich von beiden nichts sehen. Wenn du dem Sexmankomann einen Gefallen erweisen willst, versichere ihm, dass nichts schlimmes am Puff-Besuch dran ist.


Die Knausrigen (m/w)


Ähnlich wie Sexmanko einfach Geldmanko: Sie verderben denen, die Geld haben (oder es auf jeden Fall gern ausgeben) die ganze Freude. Immer sind sie am schmörzeln, am rechnen am Schnäppchen jagen. Interessanterweise erzählen diese Leute NIE wenn sie für etwas einmal VIEL Zaster haben liegen lassen (ausnahmsweise) sondern immer nur, wo sie wie etwas gespart haben. Ich finde es total okay, wenn jemand sparsam ist. Ich finde es auch toll, wenn Leute, die knapp bei Kasse sind, sich untereinander Tipps geben, wie sie am besten sparen können. Am liebsten hätte ich einfach, sie würden mich damit verschonen.


Die hyper Lauten (m/w)


Wenn Kinder miteinander spielen, tun einem schnell mal die Ohren weh - so laut sind sie. Flüstern können sie (noch) nicht, schreien ist auch viel lustiger. Bei Erwachsenen habe ich persönlich aber echt mühe mit denen, die den anderen ins Wort fallen und einfach mit Lautstärke die Konversation an sich reissen respektive so ihre Argumente rüber bringen wollen. Ich gebe zu, dass ich manchmal - vor allem wenn ich gesoffen hab - auch lauter werde, aber in einem nüchternen Gespräch hat es einfach nichts verloren. Ich akzeptiere schreien weder im Büro noch privat. Und wenn der Finger in die Nähe meines Gesichtes kommt, flipp ich wirklich aus.

Die ohne (Tisch-)manieren


Stört natürlich vor allem die, die selber welche haben. Mit offenem Mund kauen oder reden (und dabei sein Essen herumspucken), auf vollen Mund Wein oder sonstwas trinken und so das Essen herunterspülen - das sind dieselben Leute, die sich nach der Toilette die Hände nie waschen. Eklig. Will man einfach nicht um sich haben weder beim essen noch sonstwo.



...und last but not least...


Tom Cruise (m/w)


Und damit meine ich Leute, die einfach alles besser können, als wir. So "in your face". Auch wenn sie's nicht können (und sich den Fuss brechen), sie halten sich trotzdem für Übermenschen. Tom Cruises gehen ihren Mitmenschen so mega auf die Nerven, dass man sich fast nicht davon abhalten kann, sie zu erwürgen... wie man hier in diesem aktuellen Interview sehr gut sehen kann (man beachte das Gesicht von Henry Cavill - oder überhaupt allen andern auf der Couch):