Freitag, 2. Februar 2018

Typen, von denen du dich fernhalten solltest

Je älter frau wird, desto schneller erkennt sie, was für ein Typus Mensch einem gegenüber steht. Als ich jünger war, dachte ich, alle wären nett, hilfsbereit und selbstlos. Wurde ich Zeugin des Gegenteils, ging ich von einer Ausnahme aus. Heute bin ich realistischer, weil erfahrener, manchmal vielleicht auch etwas zynisch. Als halte dich fern von diesen Typen:

Abgebrühter (m)


Diesem Mann möchte man am liebsten nie begegnen, denn er ist auf den ersten, zweiten, dritten Blick und Schwatz wahnsinnig charmant und interessant. Macht frau jedoch den Fehler, die FAKTEN nicht zu prüfen, passiert folgendes, und zwar in dieser Reihenfolge und oft in Wiederholung: Sie wird  belogen, ausgenutzt und hintergangen. Je länger man mit dem Abgebrühten verbandelt ist, desto schwerer wird es, sich emotional von ihm zu lösen. Er ist nämlich ein Routinier. Oft ist er verheiratet oder geschieden. Er ging und geht aus Prinzip fremd, weil er es halt einfach KANN. Die Frauen in seinem Leben können dafür was anderes sehr gut: Die Realität ausblenden. Verdrängen.
Wenn du also einen Typen triffst (er kann 28 oder 48 sein, spielt keine Rolle!), dann prüf immer erst, ob er noch eine Partnerin hat und wenn (angeblich) nicht, was seine Exfreundin über ihn sagt. Lohnt sich eigentlich immer. Echt.

Neiderin / Intrigantin (w)


Auch dieser Person willst du nicht begegnen, aber wie bei allen anderen wird es sich nicht vermeiden lassen. Selbst wenn du gerade eine üble Scheidung hinter dir hast, zwanzig Kilo Übergewicht, dein Teenagerkind nicht mit dir spricht / zu Papa gezogen ist und man bei dir einen Bandscheibenvorfall diagnostiziert hat: Sie findet immer noch was, für das sie dich beneidet. Und dann macht sie dich nieder. Perfide: Sie merkt es oft selber nicht, ja hält sich für eine liebe Person, die anderen hilft. Sie hat Probleme. Schlimmere als deine (ein kleiner Trost). Beruflich steckt sie meist in der Sackgasse, ein Privatleben hat sie eigentlich auch nicht (= keine Freunde). Geh ihr aus dem Weg. Wenn du sie doch antriffst, erzähle ihr (unter Tränen!!) wie schlecht es dir geht (erfinde sonst irgendwas, Geldprobleme oder so, dann pumpt dich niemand mehr an...). Mach sie ja nie runter und meide alle Arten der Zusammenarbeit.


Leistungsverweigerer (m/w)


Erkennst du daran, dass sie sich grundsätzlich immer vor neuen Aufgaben drücken: "Hab zu viel zu tun" oder "Das kann ich nicht" oder "Dafür ist jemand anders zuständig". Selbst wenn sein / ihr Chef dich mit der Aufgabe zu ihm / ihr geschickt hat, werden Leistungsverweigerer dich austricksen, bis du die Arbeit selber machst. Wie? Sie stellen sich dumm. So richtig. Zunächst weden sie sich alles gaaaanz genau und im Detail erklären lassen. Dann zwei, drei Tage warten (oder länger - man hat ja sooo viel zu tun), dann wieder zu dir kommen und so tun, als hätte man deine Erklärungen vergessen oder verstehe es immer noch nicht. Sogar beim simpelsten aller simplen Aufgaben (Tabelle erstellen oder so). Ich hasse Leistungsverweigerer. Sie gehören gefeuert. Unterm Strich verschwendest du nur deine Zeit mit diesen Leuten, denn bis du ihnen (dreimal) erklärt hast, was sie für dich machen sollen, hast du es längst (und besser) selbst erledigt. Leistungsverweigerer findest du übrigens immer direkt bei den beschissensten Chefs (die sie eingestellt und noch nicht gefeuert haben). Immerhin: In Kaderpositionen schaffen sie es zum Glück nie.


Micromanager (m/w)



Wie in meinem Post zum Thema Micromanager aka Kontrollfreaks (ich hatte das Vergnügen, leider) beschrieben, kannst du bei so einem eigentlich nur das Handtuch werfen. Weil - faktisch werden die sich eh nie ändern. Wenn du ganz grosses Pech hast und so ein richtig ausgebufften Micromanager-Persönchen hast, dann wird sich arbeiten anfühlen, wie im Schlamm zu waten. Und dabei Dreck zu fressen. Micromanager unterstehen ihrerseits auch miserablen Chefs, denn diesen ist es entweder noch nicht aufgefallen, dass der Micromanager nichts taugt, oder sie sind selber Micromanager. Oder sie haben die Eier nicht, den Micromanager zu feuern. Weil eigentlich kann ein Micromanager gar nicht rentabel arbeiten. Geht nicht. Ist immer ein Verlustgeschäft für die Unternehmung. Wenn du also einen Micromanager-Arsch von Chef / Chefin hast, fang an, einen neuen Job zu suchen. Sofort.


Sozialfall (m/w)

Umgebe dich mit erfolgreichen Leuten, dann wirst auch du erfolgreich sein. Umgibst du dich mit Verlierern, wirst auch du zum Verlierer. Das hat etwas mit Gruppendynamik zu tun. Wer nämlich den Vergleich mit erfolgreiche(re)n Leuten nicht scheut, wird inspiriert von ihnen, ja lernt vielleicht was dazu und nicht selten ergeben sich Opportunitäten (Jobs, Geschäftspartnerschaften, Projekte). Begibst du dich jedoch in eine Gruppe von sich selber bemitleidenden, immer jammernden Sozialfällen, karrieretechnisch Gestrandeten oder gesundheitlichen Wracks wirst du dich (auch unbewusst) mit ihnen vergleichen und zum logischen aber leider kontraproduktiven Schluss kommen: "Verglichen mit denen hab ich's ja voll gepackt." Jep. Ehrgeiz klingt anders.

Jammerlappen / Nörgler


Diese Leute trifft man oft und selbst in Kaderpositionen. Im letzteren Fall sind sie bereits fünfzehn, zwanzig Jahre im Betrieb, was ihren Aufstieg erklärt; Sitzleder zahlt sich halt immer noch aus. CEOs werden sie zwar nie, denn dafür denken sie zu negativ, aber sie vegetieren häufig in der Buchhaltung dahin (CFO, Abteilungsleiter, Gruppenleiter). Bei den Personalern gibt es auch Jammerlappen, aber die sind so professionell, sich nur ausserhalb des Büros auszulassen (z.B. beim Therapeuten). So leid sie einem tun können - es gibt nämlich gute Gründe, wieso sie so desillusioniert sind - halte dich von ihnen fern. Du willst nicht erfahren, was sie wissen, denn sonst ziehen sie deine Laune auch in den Keller. Echt. Manchmal ist "ignorance bliss".



Sexisten / Chauvinisten (m)


Ich weiss nicht, ob ich mich glücklich schätzen kann, anzahlmässig mehr Sexisten als Abgebrühte getroffen zu haben. Während die Abgebrühten zwar einen Totalschaden im persönlichen Liebesleben und lebenslanges Misstrauen allen Männern gegenüber verursachen können, zerstören Sexisten regelmässig die Karrieren vielversprechender Frauen. Selbst mit der #metoo Beweung ist es nämlich noch nicht so richtig salonfähig geworden, sexuelle Belästigung anzuprangern. Als Frau sollte man sich darum immer gut absichern (siehe mein Artikel) und sich trotzdem auf den Verlust des Jobs einstellen. In den Teppichetagen wirft nämlich selten ein Chauvi den andern wegen "irgendeiner Tussi" raus. Es gibt zwar noch eine andere Art, mit Sexisten und Chauvis um zu gehen, aber die belastet das Karma.


Das Sexmanko (m)


Er hat keinen, also spricht er dauernd darüber. 

Das wandelnde Sexmanko - in 99.9% der Fälle männlich - merkt leider nicht, dass er nervt. Ist er sehr ignorant, merkt er nicht mal, dass er die Grenze zur sexuellen Belästigung überschreitet. Leider nerven schon die harmlosen Sexmankos, die zwar nicht andauernd von Sex reden, aber dich anstarren (nicht nur in der Sauna), deine Nähe / deinen Anblick suchen oder - die dreisten - sich beim Lunch zu dir setzen und dir dann erzählen, wie wenig  in ihrer Ehe "läuft". Ähm, ja. Und wieso erzählst du mir das g.e.n.a.u.? An sich ist mir der mit dem Sexmanko lieber, als der Abgebrühte, aber ich will eigentlich von beiden nichts sehen. Wenn du dem Sexmankomann einen Gefallen erweisen willst, versichere ihm, dass nichts schlimmes am Puff-Besuch dran ist.


Die Knausrigen (m/w)


Ähnlich wie Sexmanko einfach Geldmanko: Sie verderben denen, die Geld haben (oder es auf jeden Fall gern ausgeben) die ganze Freude. Immer sind sie am schmörzeln, am rechnen am Schnäppchen jagen. Interessanterweise erzählen diese Leute NIE wenn sie für etwas einmal VIEL Zaster haben liegen lassen (ausnahmsweise) sondern immer nur, wo sie wie etwas gespart haben. Ich finde es total okay, wenn jemand sparsam ist. Ich finde es auch toll, wenn Leute, die knapp bei Kasse sind, sich untereinander Tipps geben, wie sie am besten sparen können. Am liebsten hätte ich einfach, sie würden mich damit verschonen.


Die hyper Lauten (m/w)


Wenn Kinder miteinander spielen, tun einem schnell mal die Ohren weh - so laut sind sie. Flüstern können sie (noch) nicht, schreien ist auch viel lustiger. Bei Erwachsenen habe ich persönlich aber echt mühe mit denen, die den anderen ins Wort fallen und einfach mit Lautstärke die Konversation an sich reissen respektive so ihre Argumente rüber bringen wollen. Ich gebe zu, dass ich manchmal - vor allem wenn ich gesoffen hab - auch lauter werde, aber in einem nüchternen Gespräch hat es einfach nichts verloren. Ich akzeptiere schreien weder im Büro noch privat. Und wenn der Finger in die Nähe meines Gesichtes kommt, flipp ich wirklich aus.

Die ohne (Tisch-)manieren


Stört natürlich vor allem die, die selber welche haben. Mit offenem Mund kauen oder reden (und dabei sein Essen herumspucken), auf vollen Mund Wein oder sonstwas trinken und so das Essen herunterspülen - das sind dieselben Leute, die sich nach der Toilette die Hände nie waschen. Eklig. Will man einfach nicht um sich haben weder beim essen noch sonstwo.



...und last but not least...


Tom Cruise (m/w)


Und damit meine ich Leute, die einfach alles besser können, als wir. So "in your face". Auch wenn sie's nicht können (und sich den Fuss brechen), sie halten sich trotzdem für Übermenschen. Tom Cruises gehen ihren Mitmenschen so mega auf die Nerven, dass man sich fast nicht davon abhalten kann, sie zu erwürgen... wie man hier in diesem aktuellen Interview sehr gut sehen kann (man beachte das Gesicht von Henry Cavill - oder überhaupt allen andern auf der Couch):





Montag, 1. Januar 2018

Neujahrsvorsätze - welche sind gut?

Ende Dezember gibt es bei mir immer eine kleine Pflichtübung - der kritische Jahresrückblick und das setzen der Vorsätze fürs neue Jahr. Was man im Büro mit dem Jahresendgespräch macht, hat nämlich auch sonst seine Berechtigung. Dabei ist mir aufgefallen, dass manche Vorsätze sich besser eignen, als andere.

Melde dich öfter bei deinen Eltern


Es ist so - sie werden nicht ewig da sein. Und egal, wie beschäftigt du gerade mit deinem eigenen Leben bist, denke daran, dass sie ihres zu grossen Teilen für deines geopfert haben. Ruf doch einfach mal an, z.b. beim "im Stau stehen" oder statt zum zehnten Mal an einem Tag Twitter zu checken.

Lebe mehr im Moment


Dieser hat es tatsächlich nie auf meine Liste geschafft, bis jetzt. Denn erst seit ich ein Kind habe, weiss ich überhaupt, dass ich fast nie im Moment lebe. Meistens bin ich geistig bei den Dingen, die es noch zu erledigen gilt. Ein Kind hingegen lebt nur im hier und jetzt und kann ganz versonnen spielen. Wir sollten uns ein Beispiel daran nehmen, denn sonst ist das Leben vorbei, ohne dass wir es genossen haben. Was machst du gerne, das dich total ablenkt? Kochen? Puzzles? Eine Wand streichen? Just do it! :)




Greif bewusst weniger zum Handy



Wann bist du das letzte mal in einem Restaurant gesessen oder an der Bushaltestelle gestanden und hast einfach mal die Welt betrachtet? Die Leute um dich? Die Natur? Dich vielleicht mit einer fremden Person unterhalten? Das Handy ist wie die Zigarette - eine Verlegenheitsgeste. Du kannst das besser.

Lerne, öfter Nein zu sagen


Wie in meinem Blog-Post zum Thema, empfehle ich jeder Frau, sich das Neinsagen anzueignen. Und zwar auch bei Kleinigkeiten - jemand ruft an, aber du bist gerade am Aufräumen? Jemand will mit dir ausgehen, aber du hast dir den Abend fix für Sport eingetragen? Sag nein.

Bring wieder mehr Romantik in deine Beziehung



Wo sind sie geblieben, die romantischen Gesten? Gerade bei Eltern gerät die Paarbeziehung schnell ins Hintertreffen, dabei ist es für Eltern umso wichtiger, sich Zeit für einander zu nehmen. Plant Ferien nur zu zweit (oder in einem Hotel mit Kinderbetreuung), ein Wellness-Weekend oder halt nur einen kindfreien Spa-Nachmittag. Aber auch kleine Gefallen wirken Wunder - kauf ihm seine Lieblingsschokolade oder eine neue Krawatte.


Nimm dir mindestens ein grösseres Ziel vor und arbeite kontinuierlich daran



Let's face it - die meisten Neujahrsvorsätze sind im Prinzip einfach zu erreichen. Deshalb setze ich mir persönlich immer mindestens ein grosses, das etwas kniffliger werden wird. Wenn ich es nicht schaffe, kommt es halt auf die Liste vom Jahr darauf. Wichtig ist aber, dass man sich selber immer wieder herausforder - gerade wenn man einen stupiden Job hat, der einen halt echt nicht an die Grenzen bringt. Zum Beispiel lerne Motorboot fahren, surfen, wakeboarden, tauchen oder alles über Wein. Oder erreiche einen Proficiency-Level in Englisch oder Französisch - Hauptsache, du merkst wieder, wie verdammt gut du bist! ;-)

Alles Gute fürs 2018!



Montag, 11. Dezember 2017

Heimwerkern für Anfängerinnen - Du kannst das :-)

Wenn ich etwas nicht ernst nehmen kann, dann Frauen, die meinen, dass nur Männer Lampen an die Decke schrauben können. Oder ein Bett zusammen bauen. Meine Lieben, wir können Kinder gebären, also werden wir auch das bisschen DIY schaffen. Heute meine 10 Tipps für einen leichten Start ins Selbermachen.

1.) Habe die richtige Einstellung



Wie bei so vielem gilt auch hier: Wenn du nicht glaubst, dass du's kannst, dann wird's auch nichts. Die meisten Do-it-yourself (DIY) Projekte schafft man allein, viel mehr noch mit einer Freundin. Und es macht echt Spass, zu sehen, was man mit Fleiss und Geduld hingekriegt hat!

2.) Schaff dir das richtige richtige Werkzeug an


Für absolute Anfängerinnen empfehle ich, gleich einen gefüllten Werkzeugkoffer im Baumarkt zu kaufen. Wer schon seinen Satz an Schraubenziehern, Hämmern, etc. hat, geht zu Nr. 3.
Zum Werkzeug sollte neben einem Set Schraubenziehern und Zangen auch eine Wasserwaage, ein 5m-Massband, ein Hammer, ein Set Inbus-Schlüssel, ein Lot und ein (Teppich-)Cutter gehören.
Tipp: Wird dein Werkzeugkoffer zu klein für deine Sammlung, kauf dir einen grösseren. Ja, die gibt es auch leer.




3.) Kaufe einen Akkuschrauber

Bosch IXO
Nichts ist öder, als ein Möbel von Hand zusammen zu schrauben. Schneller und viiiiiel einfacher geht es z.B. mit der Bosch IXO. Der ergonomische Akkuschrauber ist schön leicht und kommt schon mit den wichtigsten "Bits" (magnetische Einsätze z.b. für Kreuzschrauben).
Tipp: Wenn das "Bit" nach einer Weile des arbeitens immer wieder durchdreht, statt die Schraube einzudrehen, lade den Akku neu auf und / oder verwende ein grösseres Bit-Kaliber.





4.) Kaufe eine starke Schlagbohrmaschine



Mit einer solchen kannst du auch mühelos in harten Beton bohren. Jedenfalls lohnt es sich, nicht das allerbilligste Modell zu kaufen. Ich hab die Bosch Professional GSB 21-2 zweigang Schlagbohrmaschine. Sie kostet weniger als 250.- und wird mit zwei Händen geführt. Das bedeutet, frau bringt mehr Kraft und Präzision hin, auch wenn ihr männchens Muskelkraft fehlt.

Bosch Professional GSB 21-2

Tipp: Um ein Loch zu bohren, muss sowohl die Drehrichtung stimmen als auch der (Schlag-)Bohrmodus gewählt sein. Ja, es spielt eine Rolle.
Tipp 2: Um normale Schrauben in Möbel einzuschrauben, verwende den Akkuschrauber. Ist leichter und handlicher.
Tipp 3: Wenn du Löcher in die Decke bohrst, kauf dir eine Schutzbrille gegen Staub in den Augen (3M hat gute).
Tipp 4: Ein Gehörschutz schadet auch nicht (hast du vielleicht noch vom letzten Konzert...)


JETZT bist du bereits so gut ausgerüstet, dass Du praktisch alle Möbel (schnell) zusammen bauen, Bilder und Lampen gerade aufhängen und Teppiche zuschneiden oder eine Wand tapezieren kannst. Unter vielem anderem!


5.) Finde den Sicherungskasten und schalte IMMER den Strom aus, bevor Du mit Kabeln und Steckern hantierst.


Mag sein, dass der Profi-Elektriker weniger vorsichtig ist, der weiss ja, was er tut, aber Anfängerinnen sollten Lampen immer bei Tageslicht anschliessen und immer den Hauptstrom abknipsen.









6.) Was die drei Kabel an der Decke bedeuten


Aus der Decke moderner Bauten hängen meist drei Farben - Blau (Neutralleiter), Schwarz (Phasenleiter) und Gelbgrün (Erdung / Schutzleiter). Wenn frau Glück hat, entsprechen diese drei Farben denen der aufzuhängenden Lampe. Dann einfach zusammen bringen, was farblich zusammen passt.

Andere Kabel als die? Kein Problem:
  • Das Gelbgrüne Kabel kann fehlen (macht nichts).
  • Bei alten Bauten kann ein gelb-rotes Kabel anstelle eines gelb-grünen auftauchen (Erdung).
  • Es kann ein rotes, braunes oder weisses Kabel da sein, dafür kein schwarzes (Phase). In diesem Falle das rote, braune oder weisse Kabel mit dem schwarzen an der Lampe verbinden.
  • Es kann ein (ganz) gelbes Kabel statt eines blauen vorhanden sein. Wenn das blaue Kabel also fehlt, aber ein kanariengelbes da ist, dann verwende dieses als Neutralleiter (vernetze das gelbe aus der Wand mit dem blauen an der Lampe).
Und dann stellst du einfach den Strom wieder an, und schaust, ob die Lampe leuchtet. Das schlimmste, was passieren kann, ist ein Kurzschluss. Dann hast du halt etwas falsch zusammengesteckt.



7.) Dein allerbester Freund ist YouTube


Die Gebrauchsanleitung einer Bosch Bohrmaschine ist definitiv nicht für Anfängerinnen geschrieben. Man setzt voraus, dass frau etwas unter "Bohrfutter" und dergleichen versteht. Tun wir nicht. Interessiert uns nicht. Wir wollen nicht unseren Schwiegervater mit Fachjargon beeindrucken, sondern ein verdammtes Loch bohren.

Darum: Am einfachsten auf YouTube nach der Fragestellung suchen und sich die Lösung zeigen lassen. Bisschen wie Matrix wenn sie neue Skills in den Schädel laden. :) Einmal gesehen, schon gelernt.

8.) Dein zweitbester Freund ist der Kundenservice


Sei das der von Bosch, vom Baumarkt oder die online Community (wenn du so viel Geduld hast, auf eine Antwort zu warten). Wenn du irgendwo anstehst, kannst du im Zweifelsfall immer beim Hersteller oder beim Baumarkt nachfragen. Männer tun dies übrigens nie, weshalb es bei ihnen viel häufiger zu Unfällen kommt. 



9.) Mach Pausen


Auch etwas, das Männer nie tun. Und es ist auch bitzli frustrierend, unfertige Arbeit liegen zu lassen... aber manchmal kommen wir halt an die Grenze unserer Kräfte oder Geduld. Dann braucht es einfach eine Pause. Wenn du deine Arbeit länger liegen lässt (= über mehrere Stunden), sichere deinen Arbeitsplatz. Räume scharfes Zeug und schweres Material weg. Kinder sind in der Regel sehr neugierig und sehr schnell...
Du wirst sehen, mit einer Nacht Schlaf wirst du schon wieder viel besser vorwärts kommen, als genervt und erschöpft. :) Das Göttliche hat die Welt auch nicht in einem Tag erschaffen.







10.) Mach einen Kurs und / oder tritt einer zwanglosen Werkstatt bei

In vielen Schweizer Gemeinden gibt es öffentliche Werkstätten. Dort kann man mit anderen Handwerksbegeisterten sein Projekt umsetzen. Entweder gemeinsam oder einfach nebeneinander. Man tauscht sich aus, zeigt sich neue Tricks und lernt gehörig was dazu. Eine Mentalität übrigens, die ich in den Schrebergärten hierzulande aus irgendwelchen Gründen nie angetroffen habe... :-)

Viel Vergnügen! Du kannst das!!!


Dienstag, 14. November 2017

Zeig mir dein Auto, ich sag dir, wer du bist

Was dein Auto über dich aussagt. ;-)

Audi 

Sehr konservativer Fahrer, der sich gern einredet, eigentlich progressiv zu sein. Vorsprung durch Technik und so. Audi-Fahrer gehen gern in der Masse unter, weshalb fast jedes Audi-Modell gleich aussieht, wie das andere. Audi-Fahrer setzen kein Design-Statement, sondern profilieren sich höchstens über den stattlichen Preis, den sie bezahlt haben.


Will Smith mit Audi Designstudie in "I, Robot"

BMW

Definitiv cooler als Audi, aber (zumindest in der Schweiz) als Jugo-marke bekannt. Wer trotzdem BMW fährt (und nicht aus dem Balkan stammt), wählt vorzugsweise die neueren, schnittigen Designs mit dem gewissen "Etwas". BMW ist nicht als technischer Vorreiter bekannt. Diese Fahrer setzen auf Bewährtes. Die aus dem Balkan vertrauen ausserdem auf die Qualität deutscher Ingenieurskunst ab Kilometer 200'000.

Jason Statham im Film Transporter 2 mit seinem 8er BMW

Mercedes-Benz

Es gibt drei Arten von Merc-Fahrern:
Erstens - Tamile, die alte Mercedes mit über 200'000km kaufen, weil sie wissen, dieses Auto geht nie kaputt.
Zweitens - Wohlhabende, ältere Schweizer, die gegen den Lebensabend zeigen wollen, was sie haben. Operngänger und Flanellhosenträger. Auf keinen Fall soll ihr Auto ein Design-Statement setzen. Für sie kommt nach dem Mercedes der Rollator.
Drittens - Verkappte Porsche-, Maserati- oder Ferrari-Fahrer die ihren fehlenden Mut zum echten Statement mit einem Mercedes Sportwagen kompensieren.

Ben Afflecks (Batman) Mercedes Funcar in "Justice League" (jetzt im Kino)


Volvo und Toyota


Unaufgeregte Pragmatiker, die ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ebenso schätzen, wie Qualität. Volvo und Toyota sind typische Mittelklasse-Autos, die von Leuten gekauft werden, die sich gerade noch einen Tick zu fein für einen Skoda oder Ford sind. Übrigens aus Marketingsicht interesssant: Obwohl Edward Cullen in Twilight einen Volvo fuhr, hat sich die Beliebtheit dieser Marke nicht verbessert!

Bella und Edward im Volvo XC60

Porsche

Teilweise junge Fahrer, häufig männlich aber zunehmends auch weiblich, mit grossem Ego und kleinem Selbstwertgefühl. Von ihrem ersten grossen Bonus kaufen sie sich den Sportwagen ihrer Jugendträume und sehen darin dann es bitzli doof aus. Vor allem, wenn sie Skifahren gehen.
Ältere (und alte...) Porschefahrer kümmert es hingegen tatsächlich nicht, was andere über sie denken. Sie fahren Porsche aus Überzeugung und weil das Fahren einfach Spass macht, setzen aber nach dem ersten Bandscheibenvorfall lieber auf einen Cayenne. Oder besitzen noch einen praktischeren Zweitwagen. Porsche-Fahrer erkennt man auch an ihren teuren Uhren und den lächerlichen farbigen Hosen.


Porsche als Opfer von Protesten in Paris

Jaguar, Range Rover, Bentley

Extravaganz trifft Eleganz. Diese Fahrer priorisieren das Design-Statement höher als die Wirtschaftlichkeit. Eigentlich wie die Porsche-Fahrer, nur weniger angestrengt. Ausserdem ist ihnen Komfort wichtig. Sie können von andern Autobesitzern schwer eingeschätzt werden, weil sie so selten sind. Mit dem Jaguar XE soll eine jüngere Käuferschicht gewonnen werden - ebenso erfolglos wie Volvo es mit Twilight versucht hat. Image ist eben alles.

Sherlock aka Benedict Cumberbatch im Jaguar XJ

Maserati & Ferrari

Kompromissloses Design-Statement und prätentiöse Sportlichkeit. Diesen Fahrern ist es egal, dass ihr Auto oft in die Garage muss, sei es wegen technischen Problemen oder Lackschäden (aufgrund von Vandalismus). Sie geniessen die Momente, in denen das Teil fährt, und ihnen alle andern hinterherschauen. Also dem Wagen. Diese Fahrer setzen ihr Auto auch kompromisslos zum Frauen-Abschleppen ein (was erstaunlich oft funktioniert). Übrigens: Die Sportlichkeit des Autos verhält sich umgekehrt proportional zu der des Fahrers. Hier besonders.

Erbin Tamara Ecclestone in "ihrem" Ferrari 599

Aston Martin

Die Steigerung des Porsche-Fahrers. Oft kaufen sich diese Männer (ich hab noch nie eine Frau getroffen, die einen besass) einen Aston Martin, bevor sie ihre Rückenprobleme dazu zwingen, auf einen gut gefederten Mercedes oder auf einen Range Rover mit erhöhter Sitzposition umzusteigen. Letzterer bietet auch eine gute Rundumsicht im Falle von Nackenproblemen. Der Aston Martin stellt das letzte Aufbäumen kurz vor der Kapitulatin vor dem eigenen Alter dar, kurz vor dem Prostataeingriff resepektive der Golfclubmitgliedschaft.

Sean Connery aka James Bond mit dem Aston Martin DB5

VW

Sympatische, bodenständige Fahrer, oft Familien oder Sportbegeisterte. Diese Leute definieren sich nicht über ihr Auto, sondern über das, was sie damit machen können. Sichere Werte und so. VW Fahrer haben am meisten Sex von allen.

"Herbie"

Tesla

Überwiegend Männer, die ihr ganzes durchschnittliches Gehalt für Designer-Wohnungen und Elektronik-Gadgets ausgeben. Die nie wählen und abstimmen gehen, denn Politik ist halt nicht so unterhaltsam, wie eine Drohne, Sonos oder eben der überteuerte Tesla. Am liebsten hören sich diese Fahrer über Technik labern, Tiefgründigkeit sucht man hier vergebens. Eine Schande, denn Teslas hätten idealistische, überzeugte Elektro-Fahrer mit Charakter und echten Werten verdient. Mir fällt lustigerweise auch kein Film ein, in dem ein Tesla vorgeführt wurde.


Skoda, Subaru, Kia, Ford

Uneitle Autobesitzer, denen die Pannenstatistik ihres Wagens über alles geht. Oder im Falle von Ford die Wirtschaftlichkeit. Die meisten Skodas werden für Aussendienstler angeschafft, Subarus für (Berg-)Bauern. Deswegen sehen wir diese hässlichen Autos auch so oft.

Mini, Fiat500

Vorwiegend von Frauen gefahren, aber auch von männlichen Yuppies. Minis und Fiat500 sind unpraktisch, worunter diese Frauen spätestens dann leiden, wenn sie Mütter werden. Schweren Herzens wechseln sie danach zu einem VW oder "Rest" Auto mit fünf Türen. Am liebsten mit hands-free Hecktüröffnung. ;-)

Fiat Luigi aus "Cars"

Der Rest (Citroen, Honda, Mitshubishi, Seat, Renault, Peugeot, Opel, Nissan, Mazda...)

Für Leute, die sich nichts besseres leisten können. Sie tun auch oft so, als wäre ihnen das egal, in Wirklichkeit würden sie aber gern zumindest einen VW fahren. Diese Fahrer stehen ganz generell an der Schwelle zum Carsharing / Mobility-Abo, Elektrovelo oder ÖV und gehören zusammen mit den Rentnern und Appenzell Innerrhodnern zur Gruppe der schlechtesten und gefährlichsten Strassenverkehrsteilnehmer.

Und was für einen Wagen fährst du?

Montag, 9. Oktober 2017

Wie man Glück nicht mit Geld verwechselt

Zunächst mal: Das Leben ist zu kurz, um es auf die Erwartungshaltung anderer auszurichten. Wer glücklich werden und bleiben möchte, soll sich daher allein an seinen eigenen Zielen, Interessen, Träumen und Talenten orientieren. Die Kernfrage ist also:


Was ist es, das Du wirklich willst?





Die wesentlichste Verbesserung erreichst Du damit, dass Du Dir darüber klar wirst was Du willst, und vielleicht ebenso wichtig, was nicht, und Denken und Handeln darauf fokussierst. So kannst Du aufhören, Dein Leben mit einer Tätigkeit zu verschwenden, die Du nicht liebst, die Dich nicht erfüllt. Oder umgeben von Menschen, die Dich runterziehen.

Es gibt immer Gründe, etwas nicht zu tun. Es mangelt auch oft an der Motivation, den Weg zu beschreiten, der dorthin führt, wo wir wirklich hinwollen. Dieser Weg ist hürdenreich. Und kaum einer glaubt an Dich. Und natürlich ist die häufigste Ausrede das Geld. 

Statt eines philosophischen Texts liste ich hier heute die kleinen, machbaren Schritte auf, die mir geholfen haben, mich selbst kontinuierlich in die richtige Richtung zu entwickeln - meine Richtung.



1.) Erfasse die IST Situation


Zeit. Ganz ehrlich: Womit verbringst Du Deine Zeit? 
Notier eine Woche lang, womit Du Deine Stunden füllst. Benutze Kategorien. Von wann bis wann schläfst Du? Wie lange liest Du die Zeitung oder surfst herum? Wie viele Stunden bist Du genau im Büro und auf dem Weg dahin? Wie viel Zeit investierst Du in die Kinderbetreuung und den Haushalt? Wie lange ist Deine Mittagspause? Wie viele Stunden siehst Du abends fern? Wie viel Zeit widmest Du Ausgehen, Einkaufen, Freunden? 

Es geht nicht darum, dass Du Dich nachher schlecht oder schuldig fühlst, sondern, dass Du genau siehst, aus was für Stunden Dein Leben heute besteht.

Geld - KostenErfasse ab heute tabellarisch die Ausgaben, die Du hast. Versuche anhand von Kreditkarten- und Bankauszügen die einzelnen Ausgaben in dieselben Kategorien einzuteilen, die Du für die Zeit-Einträge (oben) verwendest (z.B. Wohnen = Miete, TV, Telefon, Essensausgaben, Krankenversicherung. Sozialse = Ausgehen, Restaurants, Geschenke, Fitness. Arbeit = ÖV-Abo / Auto, Parkplatz, Büro-Garderobe, Kantine, Parkgebühren, Lektüre.) Notiere unter "Steuern" die jährlichen Einkommens- und Vermögenssteuern.

Geld - Einnahmen: Setze in einer weiteren Spalte die Einnahmen ein. Gehalt aus Arbeit, Kaptialgewinn aus Vermögen, sonstige Einnahmen (z.B. Nebenjobs, Alimente o.ä.).

Die Differenz - in einer weiteren Spalte errechnest Du die Differenz aus Einnahmen und Ausgaben. Beim Schlafen wird das ergo ein Minusbetrag. :-) 

Ausserdem schaffe zuunterst ein Total aus Zeit, Einnahmen, Ausgaben und der Differenz. Dividiere den Kosten-/Einnahmen-Überschuss durch die Zeit. Der Wert sagt Dir aus, wie viel Du mit einer Stunde Deines Lebens verdienst... oder verlierst. Bei vielen Menschen ist das Ergebnis eine glatte null - sie geben so viel aus, wie sie einnehmen. Aber egal, was bei Dir heute resultiert - ein positiver Betrag oder ein negativer - ein entscheidender Faktor fehlt in dieser Analyse... Glück.


2.) Multipliziere mit Glück


Da Geld Deine Ausrede ist, nicht zu sein, wer Du gern wärst, weisst Du jetzt zumindest exakt, wie viel Zeit Dein Geld kostet und wie viel Geld Deine Zeit kostet. Ganz neutral.



Nun hat das aber noch nicht viel Aussagekraft über die Qualität Deines Lebens. Dazu fehlt noch der entscheidende Faktor: Glück. Wie viel Glück bringt Dir jede dieser Kategorien? Setze zu jeder also einen Glücks-Faktor von null = macht mich unglücklich, eins = ist mir egal oder zwei = macht mich glücklich.

Ein Beispiel:
Nehmen wir an, eine Stunde der Kategorie "Arbeit" bringt Dir 25.- aber 0 Glück... 10 Stunden Zeit mal 25.- mal 0 ist immer noch 0.
Anders: Eine Stunde mit Deinem Kind kostet Dich -10.- aber bringt 3 Glück. Das heisst, netto kostet Dich diese Stunde 30.- 
Unterm Strich hast Du 30.- verloren. Ideal wäre eine Arbeit, die Dir mindestens 2 Glück bringt. Dann hättest Du 20.- gewonnen und wärst ingesamt ZIEMLICH glücklich. :)

3.) Erstelle eine erste SOLL Situation


Warum "eine erste" und nicht "die"? Weil es "die" nicht gibt. Meine Erfahrung ist, dass man sich seinem selbstbestimmten Ich in Schritten nähert, vor allem, wenn man so lange fremdbestimmt war, wie die meisten von uns.

Was die SOLL Situation beschreibt:

  • ...in was Du den Löwenanteil Deiner Zeit investieren würdest, wenn Geld keine Rolle spielen würde.
  • ...wo Du leben würdest,  wenn Geld keine Rolle spielen würde.
  • ...wen oder was Du dabei gerne um Dich hättest, wenn Geld keine Rolle spielen würde.
  • ...was Du noch lernen, sehen, tun würdest, wenn Geld keine Rolle spielen würde.

Check: Jeden Punkt auf Deiner SOLL-Liste würdest Du mit einem Glücksfaktor "2" bewerten. Wenn dem nicht so sein sollte, gehört der Punkt nicht auf diese Liste.

4.) Berechne die Kosten für das Leben, das Du gerne hättest.



Es ist weniger, als Du denkst. Ich kenne Deinen Traum nicht, aber es ist Fakt: Glück ist nicht so teuer, wie man denkt. Glück bringen die kleinen Dinge - im Garten arbeiten, mit den Kindern etwas unternehmen, eine Reise machen, selbständig sein...
Stelle die Kosten für diese Glücks-Tätigkeiten übers Jahr detailliert auf, damit Du ein Gefühl dafür kriegst, wie viel Geld Dein Glück kostet.

5.) Konsolidiere

Was jeder gute Unternehmer immer wieder tut, vernachlässigen wir für uns selbst: Dinge aufgeben, die einem zu wenig einbringen, Dinge anpeilen und aufnehmen, die uns wirklich gut tun. Was für die Unternehmen Geld ist, ist bei uns Glück (siehe oben).

So. Vielleicht ist das hier Jeanne-Logik, aber für mich macht das wenig Sinn. =) Die Frage ist doch: Wie generiere ich Glück aus dem Geld und der Zeit, die ich habe? 

So gesehen wird die Antwort einfach:
Ich verschiebe die Zeit, die ich für Kategorien mit tiefem Glücksfaktor verwende, in solche mit hohem Glücksfaktor. Fange mit den Stunden an, die kein Geld generieren, also allen ausser der eigentlichen, produktiven Arbeitszeit. Du wirst sehen, dass Dir plötzlich sehr viel Zeit zur Verfügung steht.

"Um das zu tun, was ich möchte, und dort zu leben, wo ich möchte, müsste ich meine Arbeitsstelle aber aufgeben."

Ja, das trifft auf die meisten von uns zu und genau an dem Punkt scheitern 99% auf dem Weg zu einer selbstbestimmten, glücklichen Existenz. Tim Ferris rät in seinem Buch "The 4 hour work-week", zunächst nebenbei ein zweites Standbein mit einem Online-Shop aufzubauen und dadurch ein gewisses Grund-Einkommen zu generieren. Die Zeit für den Aufbau des Shops zieht er - wie ich oben auch beschrieben hab - von unnötigen, wenig erfüllenden, unproduktiven Tätigkeiten ab (Stichwort "Low Information Diet" - surfen und Zeitung lesen, Nachrichten schauen, Social Media...). Dann rät er, mit dem Arbeitgeber ein Home-Office Modell auszuhandeln und die Arbeiten, die delegiert werden können, an günstige "virtuelle Assistenten" in Indien auszulagern. Die Umsetzung ist hierbei wohl das Problem, die Idee an sich ist sicherlich genial.

So oder so - man kann in Schritten, im eigenen Tempo vorwärtsmachen. Wer seinen Fernseher weggibt und die Tageszeitungen auslässt, hat im Schnitt zwei bis drei Stunden pro Tag zur Verfügung, die er oder sie in die Umsetzung seines Traums investieren kann. Ein Online-Shop mag ein Zwischenschritt zu dem Leben sein, das man sich wirklich wünscht.

Letztendlich kommt es nur darauf an, wie konsequent man auf ein Glück hinarbeitet und dass man Glück nicht mit Geld verwechselt. Ich hoffe, dieser Beitrag leistet ein wenig Hilfestellung. :) Das Buch von Tim Ferris gibt's hier auf Deutsch und ich empfehle es wärmstens.

Viel Erfolg!

Dienstag, 3. Oktober 2017

Stilvoll Nein sagen

Die meisten Frauen, die ich kenne, haben grosse Mühe damit, Nein zu sagen. Diese Fähigkeit ist aber elementar für jeden Menschen. Wer nicht Nein sagen kann, verliert früher oder später die Balance. Und den Respekt der andern. Leute, die nicht nein sagen können, werden häufig ausgenutzt oder landen in Situationen, in die sie sich nie hätten begeben müssen. Beruflich enden sie häufig in der Sackgasse.

Warum können Frauen oft so schlecht nein sagen?



Meiner Meinung nach hat es damit zu tun, dass wir in unserer Kindheit mit Liebesentzug oder anderen Strafen konfrontiert wurden, wenn wir es wagten, uns zu verwehren. Anstatt den Willen der Kinder zu respektieren und ihren Entscheidungen freundliche Konsequenzen folgen zu lassen (Buchtipp Integrative Erziehung), brachen unsere Eltern unseren Willen und zwangen uns zu unserem "Glück". Das führt einerseits dazu, dass wir "altmodisch" erzogene Kinder Ausweichstrategien entwickelten (mangelnde Konfliktfähigkeit), gänzlich resignierten (Ja-Sager) oder aggressiv / verhaltensauffällig wurden. Wobei letzteres noch die langfristig beste Variante ist, wie ich persönlich finde.

Ausweichstrategien führen im Erwachsenenleben dazu, dass man sich notwendigen Konflikten nicht stellt. Auch denen mit sich selbst. Ja-Sager werden häufiger depressiv, denn sie haben sich irgendwo auf dem Weg selber verloren. Ihnen kann auch kaum jemand helfen. Andere entscheiden zwar nur zu gern für Ja-Sager, wissen aber nicht wirklich, was diese brauchen oder wollen. Das weiss nur jeder selbst.


“I knew that if I allowed fear to overtake me, my journey was doomed. Fear, to a great extent, is born of a story we tell ourselves, and so I chose to tell myself a different story from the one women are told. I decided I was safe. I was strong. I was brave. Nothing could vanquish me.” 

Frauen können speziell schlecht nein sagen, weil sie zu braven, angepassten, harmoniesüchtigen Wesen erzogen werden. Ihnen wird dann auch ein Leben lang gepredigt, dass ihnen Protest und Widerworte arg schlecht stehen. Anders als Männer fühlen sich Frauen um ein vielfaches schlechter (und schuldiger!) wenn sie nein sagen, wenn sie sich für ihre Sache einsetzen, wenn sie Freiraum und Selbstverwirklichung fordern. Sie werden extreeeem schnell als egoistisch, arrogant oder narzisstisch betitelt und ausgegrenzt - auch von andern Frauen!

Rein rational gesehen verlangt die Frau im Einzelnen nicht mehr, als der Mann.

Nicht klein beigeben, stark bleiben

Die meisten Frauen lenken dadurch - vor allem in jungen Jahren - häufig eher einmal ein, anstatt einen Konflikt durchzustehen. Ihnen schlägt einfach so viel Hass und Intoleranz entgegen - viel mehr als männlichen Kollegen in derselben Situation - dass sie halt aufgeben und die Faust im Sack machen. Was sie dann aber noch nicht wissen: Einlenken macht es auch nicht besser.

Wer es versäumt, sich im entscheidenden Moment abzugrenzen, verschiebt den Konflikt nur auf später - oder frisst ihn so lange in sich hinein, bis er implodiert oder depressiv wird. Symptome von unausgetragenen Konflikten und damit einhergehender konstanter Unzufriedenheit sind:
  • Schlaflosigkeit
  • Unruhe
  • Appetitlosigkeit (bei Depression)
  • Übermässiger Appetit (bei Wut)
  • Unsicherheit
  • Konzentrationsstörungen
  • Antriebslosigkeit (bei Depression)

Das Leben, meine Lieben, ist doch verdammt noch mal zu kurz dafür, oder?

Die eigene Kindheit kann man nicht mehr ändern, die Taktik von heute aber schon.


Es ist so - wenn die "Lehre" aus der Kindheit sehr tief sitzt, wenn man es trotz grosser Mühe nicht schafft, offen Nein zu sagen, dann sollte man lernen, stilvoll nein zu sagen. So stilvoll, dass es der andere im ersten Moment gar nicht bemerkt, zumindest aber es nicht als Steilvorlage für einen Streit ansehen kann. Viele schwierige - vor allem all zu emotionale - Konflikte lassen sich so vermeiden.

Nein sagen wie die Engländer

Die Engländer haben das stilvolle Neinsagen wahrlich kultiviert. Ein Volk, das seine Kinder auch ausserordentlich streng erzieht, scheint auch "Coping Strategien" hervorgebracht zu haben. In England gilt das Zeigen von Emotionen - sei es Trauer, Wut oder Aufregung - als Schwäche. Das hilft denjenigen, die Mühe haben mit offenen Konflikten. Denn selbst wenn sich das Gegenüber wahnsinnig aufregt; es darf es, wenn es Haltung wahren will, niemals offen zeigen! Wunderbar! Keine Szenen mehr im Restaurant!

Welche Englischen Floskeln wir zum Neinsagen verwenden können

"Ich höre, was du sagst." Oder "Ich verstehe, was du meinst." Diese Floskel (I hear what you say) bedeutet in England, dass man den Standpunkt des andern zwar akzeptiert, aber seine eigene, abweichende Meinung beibehalten wird. Ein Mittel- oder Südeuropäer, sagst du jetzt vielleicht, versteht den Wink nicht, das ist wahr. Aber dann kannst du ja noch deutlicher werden, ohne ihn zu provozieren:

"Ich werde darüber nachdenken." Das bedeutet: "Ich nehme deinen Wunsch zur Kenntnis, werde dir aber später mitteilen, dass ich ihm nicht nachkommen werde." (Oder nicht.) Damit vermeidet man eine Diskussion zum jetzigen Zeitpunkt, bestenfalls auch später. Wenn man sich entschieden hat, und seine Meinung nicht mehr ändern wird, aber weiss, dass das Gegenüber nicht locker lassen wird (die Diskussion könnte noch Stunden dauern), dann kann man mit diesem Satz manchmal das Thema wechseln und später aus der Distanz absagen.

"Das sollten wir unbedingt irgendwann einmal." (Yes, we definitively must...) Heisst in Wahrheit: Auf keinen Fall möchte ich / habe ich Lust das irgendwann einmal zu tun. Meiner Meinung nach verstehen diesen Wink heutzutage auch Zentraleuropäer. Manchmal wird dieser Satz mit: "So schön, machst du mir einen Terminvorschlag?" gekontert. Dann kannst du leider davon ausgehen, dass du nicht in deinem Sinne verstanden wurdest. Nicht dein Fehler. Sag einfach: "Sehr gern" und wechsle das Thema. Die Person wird es dir vielleicht übel nehmen, wenn du dich nicht mehr deswegen meldest, aber entweder bedeutet sie dir eh nicht so viel und ihr geht getrennte Wege, oder du machst ihr bald einen Vorschlag, der dir besser gefällt. Beides valable Optionen.


Viel Höflichkeit wirkt viel

Was die Engländer auch gemeistert haben: Die überschwängliche, blumige Höflichkeit. Die meisten automatischen Antwort-E-Mails beginnen mit "Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, unseren Kundendienst zu kontaktieren. Wir schätzen Ihre Geduld und Ihr Vertrauen blablabla und werden und schnellstmöglichst blablabla". Wie höflich!

Als Schweizerin habe ich heute noch Mühe mit solchen Sätzen, ob am Telefon oder in E-Mails. Ich fühle mich meistens um meine Zeit betrogen, die es braucht, den Scheiss zu lesen, bis ich zur essentiellen Information komme. ABER: Studien haben ergeben, dass diese Sätze effektiv besänftigend wirken.

Bevor wir also nein sagen - natürlich stilvoll - bedanken wir uns immer und sehr höflich!

Und dann bringen wir die Höflichkeitslüge (auch "Notlüge", aber eben höflich). Selber hab ich die Lüge extrem oft angewandt, in bestimmten Bereichen aber irgendwann einmal gemerkt, dass sie nicht ans Ziel führt. Zum Beispiel bei Verehrern. Von ihren Hormonen benebelt entgeht ihnen auch der deutlichste Wink mit dem Zaunpfahl. Bei ihnen helfen allerdings auch Floskeln nicht, sondern die "Not my cup of tea" Taktik (siehe weiter unten) oder die Hardcore-Variante des Neinsagens-und-Schweigens (ganz unten).

Die Höflichkeitslüge eignet sich aber gut bei den Eltern des Partners (die die andern Floskeln ignorieren), bei Arbeitskolleginnen, die etwas schwer von Begriff sind, oder bei Nachbarn. Allgemein: Bei allen Leuten, mit denen es man sich nicht verscherzen, die man aber nicht so häufig treffen will, wie sie einen selbst.

Statt also ehrlich zu sagen, dass man den andern nicht treffen möchte (mit oder ohne Begründung), sagt man einfach, man hätte - leider - schon etwas vor. Respektvollerweise sollte man sich an die Lüge erinnern, falls der Belogene später nachfragt.

Not my cup of tea Taktik

Diese Taktik ist im Prinzip nicht wirklich Taktik, sondern ein "Nein" verharmlost mit der eigenen (vorgegaukelten) Indifferenz. "Tut mir leid, aber davon verstehe ich leider wirklich überhaupt nichts" oder "Entschuldige, aber da musst du glaube ich mit jemand anderem darüber reden, ich hab keine Ahnung."



Man begründet einfach, dass man sich für die vorgeschlagene Tätigkeit / die vom andern geäusserte Meinung / dem Vorschlag xy nicht interessiere respektive sich noch nie damit auseinander gesetzt habe und es im Moment auch nicht vorhat.

Das Gegenüber kann darauf wenig entgegnen. Was will es schon machen? Es könnte das Thema noch stärker propagieren, würde aber bald merken, dass das nichts an deiner Einstellung ändert. In Wahrheit hast du ja eine Meinung dazu, du willst sie einfach nicht diskutieren. Das Resultat seinerseits dürfte Resignation oder Langeweile sein. Beides recht, solange wir das Thema nicht vertiefen müssen. Indifferenz wird einem so gut wie nie vorgeworfen, denn keine Meinung zu haben ist ein Zustand, keine Meinung an sich. Die Angriffsfläche ist zu klein. Hingegen favorisiert man die "falsche" Fussballmannschaft / Partei, ist eine unschöne Unterhaltung oft vorprogrammiert.

Nein sagen durch Themawechsel


Auch das beobachte ich relativ selten, ist aber unter Umständen auch effizient. Statt sich mit Floskeln rauszuwinden, legt man einen mehr oder weniger eleganten Themawechsel hin. Ein eleganter Wechsel wäre etwa, bei einem verwandten Thema weiterzumachen, ein abrupter Wechsel tut es zur Not aber auch. In letzterem Fall merkt das Gegenüber unter Umständen einfach, dass man das Thema nicht weiter vertiefen möchte, und ist ggf. etwas gekränkt.

Hier darum fünf Arten, subtil das Thema zu wechseln:


  1. Sich kurz auf die Toilette entschuldigen, beim Zurückkommen sofort eine Frage (zu einem anderen Thema) stellen.
     
  2. Kompliment in Frageform machen: "Wie kommt es, dass du so viel über dieses Thema weisst?" Leute lieben Komplimente und sie lieben es, über sich selber zu reden. Komplimente in Frageform lenken zuverlässig vom eigentlichen Thema ab.
     
  3. Andere Leute ins Gespräch integrieren: Wenn du auf eine Frage nicht antworten möchtest, beantworte eine andere (vielleicht vorangegangene (nochmal)) und frage die umstehenden Leute, wie das bei ihnen aussieht. Etwas offensichtlich, vielleicht, aber effektiv. Sobald die anderen sich in die Konversation einklinken, wird es schwer für den (Aus-)frager, wieder auf die eigentliche Frage zurück zu kommen.
     
  4. Wenn dir das Thema gerade nicht passt, picke ein einzelnes Wort aus dem Satz und leite zu einem Thema über, das dir mehr zusagt. ("Gestern habe ich Gisela mit Henriette beim Golf gesehen, sie haben über dich gelästert." "Ich wollte auch schon lange wieder einmal Golf spielen, was für eine wunderbare Sportart. Da fällt mir ein, meine Ausrüstung blablabla...")
     
  5. Eine Brücke machen. Beispiel: Auf eine kritische Frage ("Hast du viel zu tun? Hättest du gerade noch etwas Kapazität?") zunächst unverfänglich antworten ("Ja, die Arbeit geht einem hier nie aus, oder?") und dann gleich zu einem anderen, verwandten Thema wechseln ("Verwendest du auch den Outlook Kalender, um die Arbeit möglichst gut zu planen?").

Natürlich können die einzelnen Methoden auch kombiniert werden.

Wenn es hart auf hart kommt

Es wird die Situation kommen, in der dich dein Gegenüber mit nichts vom Haken lassen wird. Er wird dir ins Gesicht sagen, dass du das Thema gewechselt hast, oder ihm ("jetzt") seine Frage aber noch nicht beantwortet hast. Vielleicht wird er eine künstliche Pause einbauen - falls er erst die Umstehenden loswerden will - und hartnäckig bleiben.

In diesem Falle musst du meistern, was wir alle im Leben unbedingt meistern müssen: Bestimmt Nein sagen. Mein Rat an alle, die das noch nicht können, ist, in dieser Reihenfolge: "Fristerstreckungs"-Taktik, Mentales Training, praktische Übung.

Fristerstreckungs-Taktik


Bei mir war es oft so, dass mich Leute mit ihren Fragen oder Wünschen überraschten. Schlecht vorbereitet ist es noch schwieriger, stilvoll Nein zu sagen, als wenn man die Frage / den Wunsch kommen sieht. Darum in solchen Situationen den folgenden Satz parat haben:
"Ich bin gerade mitten in einer komplizierten Aufgabe, kann ich in zehn Minuten auf dich zurückkommen?" Oder "Ich muss dringend kurz austreten, komme nachher gleich zu dir."



Zehn Minuten schlägt einem keiner ab. In zehn Minuten kann man sich zwanzig Sätze zurechtlegen, in denen man stilvoll Nein sagt. Zehn Minuten können entscheidend sein, man sollte sie sich immer herausschlagen und sich nie überrumpeln lassen.

Mentales Training


Wiederholen sich gewisse Situationen (eine Arbeitskollegin bittet einen immer um dieselben Gefallen, die man eigentlich nicht leisten möchte, ein Chef will einen micromanagen, aber man will das nicht zulassen), kann man sich mental auch vorbereiten und sich Argumente zurechtlegen. Man kann Gespräche mit Leuten, die man schon gut kennt, auch mental führen - in verschiedenen Varianten. Mentales Training hilft, sich in heiklen Gesprächen nicht ganz aufgeschmissen zu fühlen.


Praktische Übung


Ans Neinsagen kann (und muss) man sich gewöhnen. Je öfter man es macht, desto schneller wird einem bewusst, dass es gar nicht so schlimm ist. Üben kann man das zum Beispiel am Telefon, wenn einem ein ausgebildeter Verkäufer ein Zeitschriften-Abonnement verkaufen will. Diese Verkäufer beherrschen die so genannte "Einwandbehandlung". Sie wenden alles an, was sie können, um einen zu überreden. Da es hier nicht drauf ankommt, kannst du verschiedene Arten, nein zu sagen, ausprobieren - von freundlich bis fies.

Neinsagen-und-Schweigen




Auch schlage ich vor, das unbegründete Neinsagen zu üben. Man begründet (ab einem gewissen Punkt) nicht mehr, warum man etwas nicht will. Man sagt einfach "nein" und schweigt. Schweigen und sich anstarren lassen ist verdammt schwer, aber kann auch sehr spannend sein. 

Schlussendlich geht es hier um Abgrenzung. Etwas nicht wollen ist ein Grundrecht. Dein Grundrecht. Nutze es.

Viel Erfolg!